Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 18 (2.5.1866)
- Date
- 1866-05-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2447245-2447257--04167-2459606- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
313 sich dann die tüchtigsten Kandidaten um die Stelle in diAer sich schnell vermehrenden Stadtgemeinde melden würden. Die hiesige Gemeinde jedoch beharrt bei ihren wohlerworbenen Rechten und verlangt jedenfalls Ersatz früherer Auslagen. ü. Gßliugrn a. N. Die Gabensumme von 3 bis 400 fl., welche die israelitische Gemeinde Heilbronn jährlich an das hiesige württombergische jüdische Waisenhaus, Wilhelmspflege einsendet, bekundet deutlich den schönen opferwilligen Elfer der dortigen Israeliten auch für die Förderung der Waisensache, obgleich, wie der „Israelit" jüngst berichtete, ein mehr als doppelter Betrag für dort durchreisende Armen verwendet wird. Gott möge den freigebigen Spendern das gute Werk lohnen! Creglingen. Seine Königliche Majestät haben die Gnade gehrbt, der hiesigen israeltti chen Gemeinde zu den Kosten der Erwerbung einer Lehrerwohnung, die Summe von 400 fl. aus Staatsmitteln huldvollst zu verwilligen. P r e u ß e u. Goblerrz, den 25. April. Anknüpfend an den Bericht aus Ihrer Gemeinde, die Verköstigung der Soldaten während des Peßachfestes betreffend, theile ich Ihnen mit, daß hier bislang die hier garnisonirenden jüdischen Soldaten auf Gemeindekosten während des erwähnten Festes verköstigt worden sind; da jedoch dieses Jahr der darauf bezügliche Antrag des Vorstandes von der Nepräsentantenversammlung nicht genehmigt worden war, so wurden die Kosten (82 Thaler) auf Anlaß eines Vorstandsmitgliedes durch freiwillige Beiträge gedeckt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wie». Ein Pest er Blatt berichtet, daß vr. jur Markbreiter, ein Israelit, zur Richteramtsprüfung in Oesterreich zugelassen wurde. Es ist dies der erste Fall in Oesterrerch. jD Wien Der Oberkantor der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, Herr Professor S. Sulzer, wurde gestern von Sr. Majestät dem Kaiser in Audienz empfangen, um Allerhöchstdemselben für den ihm von Sr. Majestät anläßlich des zweiten Bandes des von Sulzer verfaßten „Schir-Z-on" gespendeten prachtvollen Brillantringes seinen Dank auszusprechen. Se. Majestät empfingen den greisen Sänger in huldvollster Weise und geruhten nach den an Allerhöchstihn gerichteten Danksswortsn Folgendes zu erwkevern: „Es freut Mich sehr, daß Ihr schönes Wirken so allgemein Anerkennung gefunden." Lharorz Gzt. Martmr, 20. April. Die Mittheilmrgen des „Franks. Joum." aus Pceßburg über die Vorgänge in Sommerei» wurden von der Wiener „Presse" und anderen politischen und FachblLttem reproducirt und verfehlten nicht, einige Sensation zu machen. Umsomehr freut es uns, hätte an» Ungarn ein kleines Ereigniß als Gegenstück des früher erwähnten Wtthmlm zu können. Einige in de» letzte» Tagen ausgesprochene Bemerkungen Deak's lassen mit mehr als bloßer Wahrscheinlichkeit vermuthen, daß Ungam wieder die frühere Eintheilung in Gespansch asten erhalten und somit der lebhafte Wunsch der Bevölkerung erfüllt werden soll; die meisten Comitate werden bereits reorganisiert. Der Obergespan des Thuroczer Comitats, Freiherr Simon v. Rövay, ernannte bei solcher Gelegenheit mehrere neue Beamte, u. A. auch den Thuroczer Stadtarzt 0r. Jakob HaaS zum Lomitatsphysikus. Beiläufig wollen wir hie« bemerken, daß die Avelsfamilie der Rövay sich stets durch Toleranz und Liberalität ausgezeichnet hat und in der Culturgeschichte Ungarns einen Ehrenplatz einnimmt. Or. Haas ist in der neuen Aera der erste Jude, der dieses Amt bekleidet, doch hat es bis zum Jahr 1861 wohl mehrere jüdische Kreisphyfici gegeben. In Mäko war ein jüdischer Doctor Kceisphyj sikuS bis zum Jahr 1848. Die provisorische Regierung j von 1849 ließ ihn in seinem Amte und wurde er auch von der österreichischen Regierung 1850 bestätigt. Als aber 1861 wieder die Stuhlrichter zur Geltung kamen, wurde der Kreisphysrkus aus keinem anderen Grunde, als weil er Jude ist, cassirt. (Fr. I.) Feuilleton. Eine beabsichtigte Judenverfolgung in Ragusa tzn Jahre 5383 (1622). Nach dem fiTix erzählt von (Fortsetzung.) Die Mörderin wurde zum Tode verurtheitt und selbst auf ihrem letzten Sang zum Blutgerüste, bsharrte sie in ihrer Bosheit bei ihrer früheren BtzhauptMg. Dies stimmte die Richter immer mehr gegen Jizchäk und um von ihm jeden vermeintlichen Zauber an de» Haaren, den Kleidern mü» dem ganzen Körper zu entfernen, schoren sie ihm alle Haare vom Körper, schnitten die Nägel an Händen und Füßen ab, zogen ihm seine Kleider aus und gaben ihm von den ihrigen, brachten §Ucker tu. sÄem^Mageu^und in seinen ^ürgeweiden