Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 18 (2.5.1866)
- Date
- 1866-05-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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«vpfunden worden wird. Silberberg war im Seminar zu Cassel ausgebildet, und wurde nach bestandener Prüfung von der Kurfürstliche« Regierung als Lehrer für die Gemeinde Frankershausen bestellt, und nach einer 1 ^jährigen Wirksamkeit an der Schule daselbst, erhielt er die Lehrerstelle zu Volkmarst», in welcher er bis zu seinem Tode 34 Jahre lang Nrit einem von Gott gesegneten Erfolge wirkte. Er wurde nur 57 Jahre alt und hinterläßt eine trauernde Wittwe mit 7 zum Theil erwachsenen Kindern, von denen 3 in Amerika sich befinden, und einer ferner Söhne — seit 2 Jahren Zögling des Seminars zu Cassel — hat in den letzten paar Monaten den Dienst seine- Vaters versehen müssen. Las jüngste Kind ist kaum 11 Jahre alt. Alle ächtreligiösen, sow e alle wohlthätigen Zwecke nach besten Kräften zu fördern, war der Verewigte stets thätig. <2 'L „Das Andenken des Frommen bleibt zum Segen!" W. Mtavrihcim, 20. April. Ein aus den Rabbinen von hier, Heidelberg und Bühl gebildetes provisorisches Comitö hatte sämmtliche Rabbiner Badens zu einer Versammlung auf den 10. d. hieher eingeladen, um wirlsame, gemeinschaftliche Anträge und Schritte in Betreff des vom Gr. Ob rrath der Israeliten ausgegongenen Verfassungsentwurfs zu erzielen. Aus dem württembergischen Douarrkrcise hat der „Israelit" in einigen ferner jüngeren Nummern interessante Korrespondenzen über zwei benachbarte Rabbinen gebracht, worin sich Lob und Tadel über diese Herren in seltsamer Weife gemischt hat. An der Westernach wie am Fcdersee scheint darnach Las orthodoxe Judenthum nur schwache, zweideutige und bedenkliche Fürsprecher zu haben und die Führer und Leiter erscheinen in diesen größeren Gemeinden mehr als Geführte und Geleitete, die dem s. g. Zeitgeiste huldigen, statt ihn zu veredeln und auf das Hehre und Unvergängliche hinzulenken. Lehrer und Vorsänger R.r, den sein Rabbiner wegen eine Zeitlang vom suspcndirt hatte, bewirbt sich aus seine jetzige Stelle in Pf.ch um die nv-lip aus eine mit seiner früheren Lebensweise so konsequente Art, daß man nicht weiß, ob man die Dummheit oder die Frechheit desselben mehr bewundern soll. Er gab nämlich vor, eine zu besitzen, kraft deren er sofort die Function auszuüben begann. Als dann der zuständige Rabbiner inO.die Approbation zu sehen wünschte, ergab sich das Vorgeben als eine frivole Lüge, Inzwischen hat sich ferner herausgestellt, daß sein früherer Rabbiner seine Wirksamkeit nur als Lehrer beim Abschiede gerühmt hat, nicht aber als pn, der vorzugsweise einen religiösen Character bewähren müsse! l l Ferner hat sich herausgestellt, daß der in L..m vorigen Sommer am rnr? Nachmittag mit der Bahn von U.. nach Hause gefahren ist und dessen ungeachtet heute noch schächtet und daß sein Rabbi alle Woche bei einem i-i-nw in U.. speist, der nicht ohne Grund angeklagt war, am rnv geraucht und nsnv gegessen zu haben. In B.... lebt ein wunderbarer Schochet von 70 Jahren, der noch nie nsnv und noch nie eine 7^ gemacht hat. Als seinem Rabbinen unlängst eine zu Gesicht kam, die bewies n' rEO x'L'.nw, suspendirte er ihn zwar, allein dieser lies jammernd von Haus zu Haus, wovon kein einziges zuverlässig koscher ist und bewog auf diese Weise den Rabbinen indirekt, ihn nochmals 7O2O zu sein und ihm einen ^>p2 (?) als beizugeben. Was sagen Sie, Herr Redacteur, zu diesen Zuständen im Tonaukreise und wie gefallen Ihnen unsere Rabbinen mit der Chamäleonsnatur? — Besser wird es vurdann werden wenn dcnGcmeindcu größere Autonomie und den Individuen mehr Selbstständigkeit eingeräumt und das jetzige Bevormundungssystein von Oben gesetzlich gebrochen sein wird. Ein Beobachter. LehpenAeivfelS bei Weinsberg. Die Frage über die definitive Nabbinatssitz-Verleguna von hier nach Heilbronn ist dem Vernehmen nach in ein neues Stadium vorgerückt. Das Ministerium will dem — beiden Gemeinden lästigen — Provisorium, während dessen der Rabbiner seinen Wohnsitz theilweise auf eigene Kosten in Heilbronn genommen hat, spätestens am 1. Juli 1857 ein Ende machen und der hiesigen Gemeinde nimmer länger znmuthcn, ein leerstehendes theures Rabbinatshaus zu erhalten. Auf Ansuchen des jetzigen Stelle-Inhabers soll nun eine schon oft wieder! ölte Sitzung der weltlichen Mitglieder des Heilbronner Kirchenvoisteherümts unter hohen Orts angeordneter Leitung des Oberamtmannes in der Mitte April d. I. stattgefunden haben, in der verhandelt worden sei, ob die Vorsteher, deren Majorität durch den Eintritt eines neugewählten Mitgliedes sich umgestaltet haben dürfte, geneigt wären, die Kosten des definitiven Rabbinatssitzes auf Heilbronn zu übernehmen, da das Ministerium zu einer beantragten zwangsweisen Sitzverlegung sich nicht entschließen kann. Doch auch die neue Mehrheit der Vorsteher hat die Annahme des Sitzes von mehreren für die Gemeinden des RabbinatsiprengelS und für die Centralkirchenkaffe finanziell sehr lästigen Bedingungen abhängig gemacht und uns so die Hoffnung gelaffen, der Rabbinatssitz werde hier in Lehren bleiben, wo er seit einem Jahrhundert gewesen ist. Die Minorität soll opferwilliger sein, wenn ihr Antrag durchgeht, das zu errichtende RabbinatHeilbroun zur Konkurrenz für die berechtigten Bewerber ordnungsmäßig auszuschreiben, da sich hoffen lasse, daß