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Der Israelit · 1866-05-02 · Heft 18 (2.5.1866) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 18 (2.5.1866)
Date
1866-05-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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310 in dem es besteht, ist hier recht erkennbar; die Schüler gewinnen von der Gemeinde materiell, diese umgekehrt geistig; und soll man diesem von dem Rabbiner vr. Mayer gegründeten und von ihm wie von dem gelehrten Herrn Or. Frensdorf geleiteten und geförderten Institute es zu verdanken haben, daß Hannover noch einen streng frommen Character trägt. Außerdem ist Hannover reich an Instituten für iimr, und besonders ist ein Stift für Talmud gelehrte hervorzüheben, dessen gegenwärtiger Stiftsgelehrter, wie wir darüber jüngst so schöne Berichte in diesen Blättern lasen, für die Jugend und die israel. Bevölkerung Hannovers überhaupt recht segensreich wirkt. Die Gesinnung Hannovers ist bei dem weit größten Theile für Beibehaltung der überkommenen Satzungen in Synagoge, Schule und Haus; die Leistungsfähigkeit, wie schon gesagt, sehr bedeutend, der Wille unter entsprechender Führung des Rabbiners und der Gelehrten, recht genügend. Aehnliches ist von der ca. 200 Mitglieder zählenden Gemeinde Hildesheim zu constatiren, nur daß die Leistungsfähigkeit viel geringer als in Hannover ist. Auch von Emden (ca. 300 Mitglieder), wo schon Rabbiner Hirsch versucht haben soll, Jünger um sich zu versammeln, erfahreich, daß, wenn gleich die Leistungsfähigkeit ebenfalls hinter der Hannovers zurückbleibt, dieselbe dennoch durchaus nicht unbedeutend sei, die Gesinnung durchschnittlich orthodox und der Wille auch größtentheils vorausgesetzt werden könne; und ganz ebenso in Aurich. Das Land richtet sich in vielen Stücken nach den Städten, neigt sich größtentheils zur Orthodoxie und ist auch im Allgemeinen leistungsfähig, wenngleich einige v'ML" froh sind, wenn sie nur für ihren Lehrer zu essen haben, und im Allgemeinen gewohnt sind, eher gastfrei durch Naturalien rc. zu sein, als durch baares Geld zu unterstützen; dennoch sind sie für jüdische Organisation empfänglich. 8unima summaruvi ist Vieles vom Lande Hannover zu hoffen; wir nehmen davon für uns in Anspruch 10 Procent, also 1200 Personen. Wir gehen jetzt zu Hamburg, Holstein und Umgebung über. Also zunächst Hamburg! Welch' großen Schatz birgt dieser Ort für ninp nur,. Welcher Ort kann sich wie dieser der so gründlichen Gesinnungstreue für Gott und Seine heilige Lehre rühmen, wie dieser trotz der ca. 400 Convertiten, welche derselbe, wie man sagt, in sich birgt und trotz der immer mehr verkommenden „Templer" (vielleicht auch gerade deßhalb!). Da finden wir noch viele junge Kaufleute sich täglich 2'ipab nmv versammeln nunb n'rip pnpb; da finden wir noch am wie ausgestorben Steinwege, Marktstraßen, Hütten rc., welche noch kurz vor roü? nb2p von Händlern, Auf- und Abladern wimmelten. Da finden wir noch die Klausen, reich dotirt mit großen Bibliotheken, prächtig in Anlage und Ausstattung, aber noch viel reicher dotirt und'noch prächtiger ansgestattet durch die riun 'ivib, welche diese Räume und Bibiliotheken 22,'. benutzen. Und die vielen regelmäßigen, zahlreich besuchten rii'c»2 ,512! Und die O'-iO,i riiuOü l Und das Lnsemdle! O was ist aus Hamburg zu machen! Und doch muß sehr, sehr viel geschehen, um das Terrain für unfern Zweck urbar zu machen. In Hamburg (das bekanntlich erst seit einigen Dezennien von Altona und Wandsbeck als selbstständiges Rabbinat losgelöst ist) hat eine eigentliche größere.12'L" nie existirt (obgleich schon BsrnayS b"? die begabteren aus der .iiin austretenden Schüler nebst einigen Fremden zu einer Art vereinigte und ebenso, wie bereits erwähnt, der jetzige Oberrabbiner Stern) und doch kann nur eine solche zur Opferfreudigkeit heranbilden, weil sie das BedüHniß allgemein nahe legt, weil sie so zu sagen an jede Thüre pocht, während die Subvention von 3—4, ja auch wohl von 10 O'iirn in einem Orte wie H. kaum nennenswerth ist. Selbst in dem nachbarlichen Altona, das, obgleich im Allgemeinen lange nicht so rege und gesinnungstüchtig wie Hamburg, dennoch wegen Verwandtschaft der Cultusverhältniffe am besten parallel mit Hamburg betrachtet wird, war, außer vielleicht in alten Zeiten, unter nie eine eigentliche lebenskräftige nur unter ,"2"« sind immer eine doch verhältnismäßig geringe Anzahl dort; indeß war meines Wissens nie ein eigentliches Institut dort, sondern ein mehr äußerliches Miteinander der 2'->,si2; trotzdem unter der Aegide bo ^"2 wenn es die Gemeindeverhältniffe dort gestatten würden, sich eine große Anzahl von lernbegiegierigen geschaart haben würde; zumal die vielen Klausner, in beiden Städten auch so viele geistige Nahrung den Jüngern bieten könnten. Der Sinn dafür ist leider abhanden gekommen, wenn er überhaupt vorhanden war; wohl hält man dort recht löblich fest an allem Neberkommenen, und bringt viel Opfer dafür; leider gehört aber Unterstützung der nicht zu diesen Traditionen. Mein — wo ein so großes Capital von opferfreudiger Gesinnung conservirt ist, wie in diesen Schwesterstädten, da wird, wenn sich nur beherzt thätige Männer für p".->"r> r>L22,-i finden, auch dieser dringendsten und allgemeinsten aller riiLO ein Bürgerrecht in diesem Staatsverbande gesichert werden können. Wir glauben nicht, zu rosenfarbig gesinnt zu sein, wenn wir von den 8 —10,000 Seelen H.'s und 2000 A.'s zunächst 50/0, also 600 für uns vindiciren. Im übrigen Holstein, allerdings meist aus sehr kleinen Gemeinden bestehend, sicht es allerdings im Allgemeinen sehr trostlos ans, wofür wohl das Maaß des hebr. Schulunterrichtes der sicherste Maßstab ist. In Wandsbeck, Elmshorn, Glnckstadt, Segeberg, Rendsburg find zwar jüdische

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