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Der Israelit · 1866-05-02 · Heft 18 (2.5.1866) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 18 (2.5.1866)
Date
1866-05-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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SOS N-ch einmal über die Jeschiba - Ängrlegenheit. Von Dr. LLIäeskeimer. (Fortsetzung.) Diese Nabbinen und diese ca. 100 Männer, wir find dessen gewiß, sie werden ihre Pflicht thun, ihre Ueberzeugung wird ihnen den Muth gebln, sich besonders in der ersten Zeit — vuslachcn zu lasten, sie werden nicht „zu viel überlegen", ^) nicht erst auf die Millionen sicher stehender Capitalien warten, sondern sich mit dem einzigen echt jüdischen, unvergänglichen Capitale begnügen, nämlich dem P2L7I1nnr« LD-r. Laß sie aber ein nicht gar zu steriles Terrain finden werden, sollen eben die folgenden ZahlenverhäUnisse darthun; und zwar sind aus der ganzen Bevölkerung nur von den Familienhüuptern die Procentsätze genommen; das sactische Resultat werden wir am Ende ziehen. Preußen besteht bekanntlich aus 8 Provinzen, die in Regierungsbezirke gelheilt sind; und glauben wir die Leistungsfähigkeit und Willenskraft nicht zu überschätzen, wenn wir folgende Prccentsätze annehmen: I. Pr. Königsberg: Rbz. Königsberg mit dieser Gemeinde selbst (i9Gcm) 6101 Seelen, hiervon 50/^; Rbz. Gumbinnen (15 G.) 2082 S. — 2°/o; Rbz. Danzig (8 G.) 5893 S. — 50/o; R. Marienwerder (43 G.) 18,403 S. — 20/o. II. Pr. Brandenburg: Berlin 11867 Einw. (jetzt sicher mehr als 20,000), 100/o; R. Potsdam (14 G.) 4321 S. — 20/o; R. Frankfurt a. O. (17 G.) 64d9 S. — 30/0. III. Pr. Pommern: R. Pommern (16 G.) 5361 S. — 1"/o; R. Kößlin (10 G.) 4822 S. — 1°/o; R. Stralsund (1 G.) 210 S. — 1°/o. IV. Pr. Schlesien: R. Breslau (10 G.) 12,867 S. — 5»/o; R. Liegnitz (? G.) 4007 S.) — 5>; R. Oppeln (38 G.) 17,319 S. — 4'/o. V. Pr. Posen: R. Posen (75 G.) 50,155 S. — 5v/o; R. Bromberg (47 G.) 24,098 S. — b°'«>. VI. Pr. Sachsen: R. Magdeburg (15 G.) 2946 S. — 3o/o; R. Erfurt (6 G) 1429 S. — 20/y. VII. Pr. Wefiphalcn: R. Münster (20 G.) 3364 S. — 1°/o; R. Minden (42 G.) 6126 S. — 1«/^; R. Arensberg (31 G.) 5987 S. — 10/§. VIII. Rheinprovinz: R.Köln (7 G.) 6127 S. — 10/§; R. Düsseldorf (19 G.) 6087 S. — 1°/o; R. Koblenz (16 G.) 8436 S. — io/«,; R. Aachen (5 G.) 2906 S. — 10/y; R. Trier (11 G.) 5047 S. — lo/o — Hiernach wären für unfern Zweck 7900 Personen in Preußen zu gewinnen, ich hoffe zu '"v.i, daß, wenn die edeln, rüstigen Vermittler da sein werden, unter den HunderltarOenden unserer Glaubensgenossen in Preußen wohl mehr, viel mehr gewonnen werden können. S) 21-Q (8: VN) .-IZNSMI Ov vO' p«2, wie Neuere praktisch sehr richtig interpretiren. In Hannover, dem nächstgrößten norddeutschen Staate, finden wir im Allgemeinen weit günstiger« Dispositionen vor, es folgen hier die statistischen Berichte und Urtheile über die Aussicht, unsere dortigen Glaubensgenossen für unser« Zweck zu gewinnen, wie ich diese den fast übereinstimmenden Berichten von vier Freunden dort, denen ich hiermit bestens danke, entnehme. Im Ktzr. Hannover wohne« 12— 13000 Juden, theils in ca. 150 Gemeinden, theils in kleinerer Gemeinschaft bis zu 3, bis zu 4 Familien oder auch ganz vereinzelt auf Dörfern. Es gibt dort jetzt (nachdem die Provinz Stade in dieser Beziehung mit Hannover vereinigt) 3Rabbinate, Hannover, Hildesheim, Emden (nebst Aurich). Die Leistungsfähigkeit des ganzen Landes ist eine ganz bedeutende, wenn auch selbstverständlich nicht überall gleich und nirgends so wie in Hannover selbst. Was nun die Hauptsache — die Gesinnung und die aus dieser hervorgehenden thätigen Willenskraft betrifft, so kann diese, wenn die ehrw. HH. Rabb. die Sache in die Hand nehmen, und es ist gar nicht daran zu zweifeln, daß dieß geschehen wird, so kann diese sehr glänzende Resultate liefern, hierzu tragen theils die, wie schon in diesen Aufsätzen so oft besprochenen segensreichen Einflüsse der Gewöhnung an factisch schon bestehende Institutionen und das dadurch anerzogene Bewußtsein der Opferpflicht, theils der religiöse Standpunkt der Bevölkerung überhaupt, bei welcher letzteren bei weitem größtentheils trotz der leider auch hier fast überall abnehmenden, oder schon abhanden gekommenen Gesetzes kenn tu iß dennoch die factisch und practisch strenge Frömmigkeit und Gcsinnungstüchtigkeit prävalirt. Da wir hier sehr viel erfreuliche Thatsachen zu verzeichnen haben, welche im Gegensätze zu vielen andern später folgenden herzzerschneidcnden und jammervollen Situationen wahrhaft aufrichtend sind, auch dieselben in weitern Kreisen nicht so bekannt sein dürften; so werde ich hier in Kürze die Specialitäten folgen lassen. Vor Allem herrscht in Hannover selbst ein sehr reger Geist für höheres Unterrichtswesen überhaupt. In dieser Gemeinde, 200 Familien stark, ist bekanntlich die Leistungsfähigkeit .->"2 außerordentlich groß. Die Gemeinde gehört wohl zu den reichsten jüd. Gem. überhaupt; aber (was viel mehr sagen will) auch der Wille dazu ist bereits sehr gut erprobt. Das dortige Seminar, welches durchschnittlich 30 Schüler (2/3 davon Ausländer) frc quentiren, und zwar größtentheils 'N, wird durch die Gemeinde erhalten und die Schüler ermöglichen ihre Existenz theils durch freiwillige Kosttage bei den Gemeinde-Mitgliedern, theils durch Privatunterricht. Dazu soll dasselbe circa 1000 Thlr. Subvention Seitens des Staates erhalten, wovon Stipendien vertheilt werden. Der Nutzen eines solchen Institutes für den Ort selbst.

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