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Der Israelit · 1866-04-25 · Heft 17 (25.4.1866) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 17 (25.4.1866)
Date
1866-04-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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296 in Holland 82,647 uyd endlich iß Preußen 250 Tausend. (Jll. Ztg.) LH Mauchen, 18. April. Nachdem sich im Oktober 1 664 der bis dahin bestandene Almosenverein, den die israelitische Gemeindeverwaltung hier geleitet, als seinem Zwecke nicht mehr entsprechend, auflöste, trat an dessen Stelle auf den Wunsch vieler Gemeindeglieder der heutige Armen-Unterstützungs-Berein unter den Auspicien der gegenwärtigen Cultusbehörde ins Leben. Wie schon aus der großen Zahl von 276 Mitgliedern hervorgeht, erfreut sich der Verein der allgem einen Th eiln ah me und Unterstützung. Welch hohen Grad von Opferfreuoigkeit jedoch, und staunenswerther Freigebigkeit diese bei der Erfüllung des diesbezüglichen Gebotes: rrnsn rins -pwb i'sirch i-i'-r« an den Tag legten, mögen die nachfolgenden Zahlen beweisen: Der 1. Rechenschafts-Bericht des Vereines nämlich, zur Unterstützung auswärtiger israelitischer Armen für das Jahr 1865, erstattet von dessen Ausschüsse (bestehend aus den Herren Schumann, Weil, Levinger, Wedeles und Öberndörffer) weift eine Einnahme von 4564 fl. 29 kr. nach, wovon nicht weniger als 4422 fl. 30 kr. in diesem Zeiträume verausgabt wurden. Hierunter sind: I. Auszahlung an Arme . . . 3991 fl. 21 kr. II. Kostbillete.160 fl. 6 kr. ZU. Regie.201 fl. 30 kr. Unter den Mitgliedern befinden sich »35, welche bis zehn Gulden beitragen, 113 bis füufundzwanzig Gulden, 30 bis fünfzig Gulden, sechs bis hundert Gulden, und endlich Herr Joseph von Hirsch 250 st. und Herr Samson Öberndörffer hundert Gulden. München. Der Rabbiner Vr. Aub hatte, wie daS zu London erscheinende „Jew. Chr." mittheilt, unlängst eine Audienz bei dem Könige von Bayern. Der Monarch begrüßte den Rabbinen in dm höflichsten Ausdrucken und drückte ihm sein Bedauern aus, daß Bayern so lange die barbarischen Ausnahmsgesetze gegen die Juden aufrecht erhalten habe, welche diesen so viele Nachtheile gebracht Hütten. LH Nürnberg. In einer der jüngsten Magistrats-Sitzungen wurde bekannt gegeben, daß die k. Regierung der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, die Berufung eines eigenen Rabbiners gestattet habe. Es steht somit die Ausschreibung dieser Stelle demnächst zu erwarten. Oesterreichischer Kaiserstaal. Drüuu. Hier erscheint ein Witzblatt, das sich darin gefällt, Wau-Wau zu heißen: Nun, lassen wir ihm diese sonderbare Vorliebe für derartige Juterj jectioven. Nun hat. sich aber dieses Blättchen dadurch ' unsterblich zu machen gesucht, uns Juden zur Zielscheibe feiner angeblichen Witze zu machen. Vergessen wir nicht: nowen egt owe». Doch unsere hohe Regierung versteht solche Späße nicht. Wau-Wau mußte in Folge dieses Gebahrens eines schönen Tages an der Spitze seines Witzschatzes alles Ernstes seine schlechten Possen gegen die Juden widerrufen. Gereizt durch didse Maßregel vergaß sich unser Witzbold so weit wieder in seinen alten Fehler zu verfallen — — und diesmal noch weit griesgrämiger. Doch das sollte Wau-Wau noch theurer zu stehen kommen, denn nun wurde die ganze betreffende Nummer confiscirt. wp N222 pm ibrn 1222 Mn Frankreich. Pari-. Herr Felix Cohen, früher vortragendes Mitglied im Staatsrath und Autor mehrerer Werke über Nationalökonomie, ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. Paris. (Jüdische Briefe von Albert Cohn. Fortsetzung.) Ich machte daher alle möglichen Vorbereitungen und suchte die einflußreichsten Persönlichkeiten an dem türkischen Hofe mit in's Interesse für unsere Sache zu ziehen. Alle diese Vorbereitungen hatte ich bereits erledigt, als ich die Einladung zu der kaiserl. Audienz erhiät. Ein Courier, der in der Nacht von Bukjedere abgeschickt worden, weckte mich in der Nacht auf Samstag, um mich früh in das Sommerpalais der Gesandten einzuladen. Von hier aus geleitete mich Herr Speener, erster Dolmetscher des Sultans, in baS Palais von Tcheragen-Serai am Bosphorus, um mich Abd-el Medjid vorzustellen. Wir befanden uns zur bestimmten Stunde in dem Palaste, den der Sultan damals bewohnte. Keinen Laut vernimmt man in diesen Hallen, eine heilige Stille herrscht hier; plötzlich befindet man sich vor dem Herrscher. Nachdem ich dem Sultan für seine Güte, mir diese Audienz zu gestatten, gedankt hatte, machte ich ihm ohne Umschweife von den Verhältnissen der Israeliten Mittheilung. Auch versäumte ich nicht, einige Vorschläge für die Beseitigung der obwaltenden Mrßstände zu Jerusalem, das in der Sprache des Islam den Bnnamen kaäs, die Heilige, hat, zu machen. Der Sultan dankte seinerseits und fügte hinzu: „Du bist sehr glücklich, diese Stadt gesehen zu haben, welche ich so gern besuchen möchte." Wir kamen endlich an den Hauptzweck dieser Audienz, auf die ich so viel Hoffnung gesetzt hatte. Ich erlaubte mir ihm zu sagen: „Dein väterlicher Herz, so güt'g für alle Deine UntertHanen, wird jetzt sicher denjenigen alle Rechte und Privilegien verwiLgen, denen sie noch fehlen."

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