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Der Israelit · 1866-04-25 · Heft 17 (25.4.1866) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 17 (25.4.1866)
Date
1866-04-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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395 Vorsteher zu führen haben, an einem Sabbate ausgefertigt werden. Als die Vorsteher aufgefordert wurden, dieser Formularität nachzrckommen, erklärten sie, daß es nicht erlaubt sei, am Sabbate zu schreiben und daß man ihnen seither noch nie eine solche Zumuthung, die ihren religiösen Gebräuchen widerspreche, gemacht habe. Kaufmann war jedoch der Mann nicht, der sich dadurch beschwichtigen ließ. Er ließ die zwölf Vorsteher ins Gefängniß werfen und zwar so lange, bis daß sie rinwilligen würden; als sich diese jedoch auch durch das Gefängniß nicht einschüchtern ließen, nahm Kaufmann zu folgendem Mittel seine Zuflucht: Er befahl, daß man ohne weiteren Proceß alle Verwandten und Familienangehörigen der Vorsteher, die das erforderliche Alter haben, als Conscribirte einziehe, und so lange fest halte, bis daß die Vorsteher eingewilligt hätten, Samstag die vom Gouverneur verlangte Arbeit zu vollziehen. Diese Maßregel allein konnte sie dazu bewegen, ihrem Gewissen Zwang anzulegen. Dona ufürstenthümer. Bukarrft. Die Wiener Presse veröffentlicht Folgendes aus Bukarest: Seit einigen Tagen circuliren beunruhigende Gerüchte über Emeuten gegen die Juden unserer Stadt. Die Aufregung, die durch diese Gerüchte entstanden, hat sich noch gesteigert, als man anonyme Drohbriefe gefunden hat, die an die bedeutendsten jüdischen Banquiers gerichtet waren. Ein Gaudieb schrieb an Herrn Manoach Hillel, dem Rothschild der Walachei, daß, wenn er nicht zu einer gewissen Zeit 3000 Ducaten an einen bestimmten Platz in dem Walde von Bainas schaffe, er wie ein Hund getödtet würde. Herr Manoach Hillel hat sich jedoch von dieser Drohung nicht einschüchtern lassen, er hat mit ebenso vielem Appetit als früher weiter gegessen und auch eben so sorglos geschlafen: ja er hat sogar dem Briefe nicht einmal die Ehre erzeigt, ihn der Polizei zu übergeben. Jedoch war dieses nicht bei all seinen Neligionsgenossen der Fall. Sie theilten nicht die philosophische Ruhe des H. Hillel, umsoweniger, als sich die betrübenden Gerüchte immer mehr vermehrten, und man selbst schon die Stunde bestimmt haben wollte, in welcher die allgemeine Maffacre der Juden stattfinden sollte. Die Befürchtungen häuften sich immer mehr. Viele Israeliten suchten Schutz bei ihren christlichen Freunden; indessen, ist bis jetzt noch nichts vorgefallen. Die Nacht des Charfreitags ist ruhig abgelaüfen." P a l a st i n a. Nicht am 30., wie diese Blätter berichteten, sondern bereits am 27. März kam Sir Moses Montefiore mit Gefolge in Jerusalem an, und schon am 29. (j>Oii ließ er an die Armen Fleisch und Wein für daS Peßachfest vertheilen. Aegypten. Kairo. Herrn Sciama-Bey, dem Erbauer des Suez-Kanals, und jetzigen Director der Brücken und Chaussöen in Aegypten wurde vom französischen Ministerium des Äeußeren ein Anerkennungsschreiben für seine Hingebung und allgemeine Wohlthätigkeit während der letzten Choleraepidemie überschickt. Feuilleton. Eine beabsichtigte IudenoerfoLgnng in Ragusa im Jahre 5383 (1622). Nach dem erzählt von (Fortsetzung.) Nachdem Jizchak in einem finsteren Gang, wo am Hellen Tage Lampen brannten, einige Stufen hinauf und wieder andere herabgestiegen war, trat er in ein düsteres, gewölbtes Gemach, eher einem Keller als einem Zimmer ähnlich, ohne Fenster oder irgend eine andere Oeffnung, als die ungeheuere eiserne Thüre, zu der man hereinkam. Es fehlte dennoch nicht an Hells; denn in einer Art Backofen, der in der Mauer angebracht war , brannte ein großes Feuer, das seinen röthlichen Schein durch diese Marterhöhle warf, und dem Unglücklichen an den Wänden umher, all die furchtbaren Werkzeuge der Pein, welche er an diesem Orte erleiden sollte, den Daumenstock, die Beinstiefeln, die Leine, die Leiter u. s. w. zeigte. Nun begann die Folter. Man zog ihm seine Kleider aus, hängte ihn mit den hinter seinen Rücken gefesselten Händen an sin starkes Seil, das durch eine Rolle an der Decke des Gewölbes lief und dessen anderes Ende zwei Henkersknechte handhabten. Seine Füße wurden mit hundert Pfund schweren Gewichten belastet, die an Fesseln über den Knöcheln hingen. So schwebte er mannshoch über dem Boden, das Haar um sein bleiches, furchtbar von Schmerz und Qual verzerrtes Gesicht hängend, die Stirne von kaltem Schweiße bedeckt, die blutlosen Lippen gräßlich verzogen, krampfhaft zitternd und bebend an allen Gliedern, stöhnend und ächzend aus tiefer Brust unter der unsäglichen Pein, die ihn marterte. Plötzlich ließen die Henker das Seil fahren, das den Gefolterten schwebend an der Decke hielt. Er stürzte nieder. Die schweren, an seinen Füßen befestigten Gewichte verdoppelten, verzehnfachten die Gewalt des Sturzes. Plötzlich ein furchtbarer Ruck, ein entsetzlich jammervoller Aufschrei

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