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Der Israelit · 1866-04-25 · Heft 17 (25.4.1866) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 17 (25.4.1866)
Date
1866-04-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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294 Da jedoch Zeugnisse nur die Befähigung, nicht aber die gewissenhafte Arbeit eines ->LD bekunden können, so ließen wir uns durch Vermittelung eines Dritten ein Paar pb'Or, von Herrn Mai kommen; dieselben trafen vorigen Freitag bei uns ein, und war das Paquet mit dem Siegel des Herrn M. gesiegelt und von einem Briefe desselben begleitet, so daß unmöglich ein Zweifel darüber obwalten kann, daß diese pf-'sn auch wirklich von Herrn Mai verkauft worden sind. Wir haben diese pd'sn geöffnet und zu unserm Bedauern gefunden, daß dieselben sind, und zwar aus folgenden Gründen: 1) Die Schrift in denselben hat nicht die gesetzmäßige rn'u; dos 1 hat die Gestalt eines das i gleicht dem andere sehen gar keinen Buchstaben ähnlich. 2) Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Worten fehlen häufig, so daß vielfach 2 Worte wie eines erscheinen; 3) ist in den -i' in der Paraschah ^'2' '2 im <vr> Ow beim zweiten eine so daß dasselbe einem r> gleicht. Die erscheinen als so leichtfertig geschrieben, daß eine sorgfältigere Prüfung sicher noch mehr Fehler ergeben würde; dieselben stehen Jedermann bei uns zur Einsicht offen. Daß durch dieses Ergebniß das Verfahren des Herrn Grünebaum vollkommen gerechtfertigt ist, bedarf wohl weiter keiner Auseinandersetzung. Seitdem Herr G. die Arbeit des Herrn M. öffentlich gerügt hat, ist fast ein Jahr verfloss, n; Herr M. ist leider seitdem in seiner Arbeit nicht gewissenhafter, nicht sorgfältiger geworden. Möge der Rabbiner, dem er untersteht und der ihn durch sein Zeugniß installirt oder bestätigt hat, seine Pflicht thun; es handelt sich hier um die heiligsten Angelegenheiten des Judenthums, um eine der wichtigsten Obliegenheiten eines Rabbiners. Hawburg, den 16. April. Vorige Woche starb hier der erste Prediger am hiesigen Reformtempel, Dr. Naphtoli Frankfurter; derselbe war im Jahre 1810 in Oberdorf in Württemberg geboren, wurde 1837 Rabbiner zu Braunsbach, 1840 zweiter Prediger am hiesigen Reformtempel. Im Jahre 1848 war er Mitglied der constituirenden Versammlung und im vorigen Jahre feierte er das Jubiläum seiner 25jährigen Amtsthätigkeit. Der Tempel, der unter Kley und Solomon, durch die Neuheit reizend, einen nicht unbedeutenden Aufschwung genommen hatte, vegetirt egenwärtig nur noch und steht fast das ganze Jahr indurch leer, während das religiöse Leben der orthodoxen Gemeinde sich unter dem sei. Chacham Berneys in höchst erfreulicher Weise gestaltete und unter dem gegenwärtigen Oberrabbinen, Herr A. Stern sich nicht nur auf seiner Höhe behauptet, sonder« sich zu stets herrlicherer Blüthe entfaltet np — Preußen. AuS Posen, 10. April, berichtet die „Prov.- Z. f. Schl." Folgendes: „Heute sollte hier die eheliche Verbindung einer jungen, kinderlosen jüdischen Wrttwe mit einem Manne aus dem Stamme Cohn stattfinden, und schon seit Wochen wurden die Anstalten zum Hochzeitsfeste betrieben. Doch man denke sich die Bestürzung der Verlobten, als dieselben wenige Stunden vor ihrer Trauung Seitens des Rabbiners die Mittheilung erhalten, daß ihre Verbindung nicht erfolgen könne, weil nach einer soeben aufgefundenen Ritual-Bestimmung Glieder des Stammes Cohn sich niemals mit kinderlosen Wittwen verbinden dürfen. (Die Sache kann sich unmöglich so verhallen; wahrscheinlich war die junge, kinderlose Wittwe ripnp: und als solche kann sie, selbst wenn die .-.L'dn vorgenommen, natürlich keinen;.->v heirathen; das aber weiß jedes Kind! Red.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Der Lehrer derMißlitzer israelitischen Schule, Herr Isaak Kann, ist in einem Alter von 80 Jahren gestorben. Er war 45 Jahre lang Lehrer gewesen und so geachtet, daß die gesammte katholische und protestantische Geistlichkeit der Umgebung, ferner Deputationen aus den einzelnen Gemeinden der Leichenfeier beiwohnten. Rußland. Wilna. Die A. I. schreiben Folgendes, was wir theilweise vor einigen Tagen in irgend einer anderen Zeitung gelesen zu haben glauben, dessen Wahrheit wir jedoch bis jetzt in Zweifel zogen: Man meldet aus Wilna folgendes Stückchen über den Gouverneur, General Kaufmann, der durch seine sanguinischen Launen, mehr oder weniger tyrannisch, bekannt ist. Eines schönen Tages überkommt Herrn Kaufmann die Phantasie, die Rekrutirungsgeschäfte (bekanntlich gehört die russische Rekrutirungszeit jährlich zu deu traurigsten Episoden des ganzen Jahres) zu beendigen, d. h. einige Tage früher als die gewöhnliche Zeit, die sonst dazu bestimmt ist. In Folge dieses Einfalls sollten die Conscriptionslisten der Juden, die die Synagoge«-

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