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Der Israelit · 1866-04-18 · Heft 16 (18.4.1866) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 16 (18.4.1866)
Date
1866-04-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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286 preten ausgehäuft, zu sichten und zu beurtheilen, den unsinnigen Uebernmth als solchen zu zeigen, die begründete, einleuchtende, bescheidene, die Autheutie des Textes als oberstes Postulat hinstellende Interpretation, wo er sie auch finde, dankbar anzuerkennen. Der orthodoxen Partei gilt der uns tradirte Text, außer wo dieser schon von den Alten ventrlirt wurdet, bis aufs Einzelnste seiner Bestandtheile für einzig richtig und giltig, dem gegenüber alle übrigen sogenannten Lesarten höchstens theoretischen Werth habeu; die Entscheidung geschieht immer nach der Tiiivv. Dies ist aber nur bei Denen möglich, die sich auch aus religiösen Gründen, d. h. in ihrem Gewissen zu diesen Principien bekennen, nicht aber bei Denen, welche nur in wissenschaftlicher Beziehung sich zu „Hengstenberg - Stahl'schen Grundsätzen bekennen. Sprechen wir's nur getrost aus, wir wünschen sehnlichst wenigstens die halachische Interpretation, wenn nicht gar auch die hagadische, wenigstens die einfachere, exegetisch Nachweisen zu können, und gehen allerdings mit solchem Vorurtheile an die Interpretation. Wohl wird das objective Nrtheil dadurch etwas erschwert, andererseits aber kann auch nur so diese Exegese, die doch auch an unzähligen Stellen, auch ganz o-jectiv betrachtet, der profanen mindestens ganz ebenbürtig erscheint, und auch von Unparteiischen adoptirt wird, gefunden werden. Denn wir dürfen nur nicht vergessen, daß unsere Weisen die 'isO gleichsam zugleich mit dem Herzen und mit dem Verstände interpretirt haben; und nur wenn wir hierin mit ivnen auf gleichem Boden stehen, vermögen wir ihre oft so dunkeln Andeutungen herauszufiuden. Dieser Anschauung verdankt die orthodoxe Bibelanstaltihre Entstehung und nur die Opportunität wurde durch die offenbare Gleichgiltigkeit der gegnerischen, gegen die wichtigsten auf der sogar linguistisch oft sehr nahe liegenden Interpretation unserer Weisen beruhenden biblischen Gesetzesbestimmungen entschieden. Seit jener Zeit ist dort manches anstößig Gefundene geändert worden, und hat dadurch jenes Unternehmen einige Schattenseiten weniger. Nun, auch das gut! Aber ist eine besondere Liebe, nennen wir's beim rechten Namen, ist eine Vorliebe für die Tradition hineingeändert? Gilt jenen Interpreten 'i und v'pv mehr als Eichhorn und Michaelis, ja auch nur so viel wie GesemuS und Ewald? — Ich scheine mich verirrt -u haben, in der That ist dies aber mit Nichten der Fall, ^lorvus rerum, der uns von den Männern des sogenannten llu8tswilLsa um kein llot» weniger, als von den Herzfelds und Reggio'S unterscheidet (denn hier gibt es nur N Bergl. Raschi und Abn-Gfra zu Exod. 25, 22 und 0^1 das. Kimchi z» Jrs. 54, S, Josua 21, Ä6 u. einige a. St. 10) D«S vorliegende Merkchen ist ein Vorläufer der Uebersetzung der orthodoxen Bibelanstalt. «in strenges Entweder — Oder) ist, daß bei uns die immer Recht behalt, und daß wir mit allen linguistisch nur irgend erlaubten Mitteln die traditionelle Exegese, insbesondere die halachische, aufrecht erhalten wollen. Wir hoffen zu Gott, daß die unbeschreiblichen Schwierigketten für diese längst vorbereitete Arbeit endlich überwunden sein und das Werk ein der Heiligkeit seiner Bestimmung würdiges sein wird. Jetzt nun zu unserem Buche. Büchelcheu sollte ich wohl sagen, enthält es doch nur 38 Oktavseite«? In Wahrheit jedoch ist eS ein Buch 211 71112271 opo 7>i2'N7i, das an Neuem, echt Wissenschaftlichem und Gediegenem mehr in sich birgt, als heutzutage Bücher von drei, viermal so großem Volumen in sich zu bergen pflegen. Mit wie großer Freude mich dasselbe erfüllte, vermag ich nicht zu sagen; trägt es mir doch rücksichtlich seines Materiales alles Das entgegen, was aufzunehmen ich für unsere Aufgabe halte, und gibt es in der Weise, wie ich letztere gelöst wünsche. Doch wozu so viele Worte machen, wozu bei dem so begründeten Rufe des ehrwürdigen Herrn Verfassers für denselben Reclame machen oder ihm gar überflüssigen Weihrauch streuen! Sehen wir uns das Buch selbst an. Es behandelt 7121271 rinn und ii'irr.i; es werden aber dabei in gedrängtester Kürze unzählig viele Anregungen und neue Gesichtspunkte für sammtliche Zweige der Hermeneutik (Grammatik, Exegese, Synonymik und Lexicographie) und gerade dem eingeweihten, geübten Fachmanne eröffnet. Wollte ich nun erschöpfende Excerpte des Vorzüglichen aus meinem Vorwurfe geben, ich müßte den größten Theil desselben copiren, muß daher den Leser auf dieses selbst verweisen und will nur einiges Wenige, geordnet nach den angegebenen Branchen der Hermeneutik, anführen und gerade wegen der so grchen Hochachtung vor dem gelehrten Herrn Verfasser und des seltenen Genusses, das mir sein Buch bereitet, am Ende jeden Punkt ventiliren, wo mir der Verfasser bei aller Vorzüglichkeit der Ausführung dennoch etwas zu wünschen übrig ließ. Schließlich will ich bei dieser Gelegenheit, unabhängig von dem Vorliegenden, die Varianten, Irrungen und Verwirrungen der Septuaginta zu 7122271 7811 und W187I besprechen. Rücksichtlich der Grammatik und Exegese heben wir unter vielem, vielem Andern, das eben sowie dies und alles Uebrige von streng wissenschaftlichem Geiste getragen, das aber doch überall das jüdische Herz durchscheinen läßt, Folgendes hervor: Vor Allem ist das für uns unaussprechliche Tetrogramm auch unübersetzt geblieben und nur nach unserer traditionellen Aussprache desselben, angedeutet. Ich muß dem gelehrten Herrn Verfasser vollkommen Recht geben; es Lmn allerdings dieses heiligste Arkanum durch kein sicheres Aequivalent wiedergegeben

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