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Der Israelit · 1866-04-18 · Heft 16 (18.4.1866) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 16 (18.4.1866)
Date
1866-04-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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len Krankheit unter den Schalthieren herrührten, welche das norwegische Institut, „die Austernpest" nennt. Dieselbe verdirbt das Fleisch des ThiereS und »acht daraus eines der stärksten und tödlichsten Gifte. Glrrltgsrt. „Reichskammerknechte"; unter diesem Titel enthält der „Beobachter" Nr. 68 folgenden Artikel: „Auf dem Lande, besonders in Stuttgarts Umgebung, ist es ausgefallen, daß bei der am 14. dieses vorgenommenen (jüdischen) Kirchenvorsteherwahl nur 29 Wähler ihre Stimmen abgegeben haben, wovon 20 auf den Banquier Sontheimer fielen, während die Residenz circa 350 jüdische Familien hat. — Allein der Grund liegt in der beispiellos corumpirten Wahlverordnung vom 25. März 1851, nach deren Interpretation alle in- und ausländischen Domizilirenden ungeachtet ihrer schweren Kirchensteuer vom Wahlrecht ganz und gar ausgeschlossen sind. Welch ein Widerspruch mit dem allgemeinen Gesetz vom 6. Juli 1849! Die Juden, obschon politisch und bürgerlich allen Mitbürgern gleichgestellt, sind als Kirchengemeindegenossen bei den Wahlen und der Besteuerung Grundsätzen unterworfen, die nur darum noch existiren, weil sie der ständischen Kognition nicht unterworfen, sondern aus den Bericht der k. israelitischen Oberkirchenbehörde von den Ministern allein geregelt wurden, als wären die Cmancipirtcn noch die alten Reichskammerknechte, die Schutzgeld — heute Personalsteuer genannt — bezahlten. Bildet ja diese Steuer noch immer das erste Kriterium des Wahlrechtes!" Auch bei diesem beschränkten Wahlrecht hätten übrigens über 100 Bürger das Recht gehabt, abzustimmen; allein die Indifferenz der radikalen Juden in der Residenz überragt jede Borstellung, die sich ein Auswärtiger etwa davon machen möchte, und die Domizilirendcn, welche vom Lande her in dieser Stadt Wohnsitz genommen und noch religiöse Regung haben, dürfen kein Votum abgeben, sondern nur zahlen. Im Stuttgarter Collegium hat sich nun, wenn auch nicht in genialer Beziehung, doch Gleiches zu Gleichem gesellet, insosern nun kein einziger der Vorsteher, dieser Wächter der Kirche, die Sabbat- und Festtage feiert, sondern an denselben bei offenem Geschäfte gemüthlich seine Havannah schmaucht und muthig an trichinöser Kost sich gütlich thut. Ihr Männer von und auf dem Lande und in den Landstädten! Auf! rühret euch! Wiederholt eure Petitionen bei der Gesetzgebung, sobald die Landfiäude sich wieder versammelt haben werden, auf daß eine Revision unserer jüdischen Kircheuverfaflung im Sinne größerer Autonomie der Gemeinden und des Individuums und damit eine Besserung an Haupt und Glieder erfolgen möge. p'nr'p IV'NI Heilbronrr a AL. Der Rechenschaftsbericht über das 3. Jahr der Wirksamkeit unseres Vereines v'vi '-mp n-Qri pro Nißan 5625/26 a. m. hat wieder das schöne Resultat ergeben, daß durch die freiwilligen Gaben und Spenden der 75 Mitglieder dieses Armenunterstützungsvereins an 686 inländische und ausländische wn-n«, wovon jene nur 1/24 jausmachen , 957 fl. in Portionen von 30 kr. bis 3 fl. 30 kr. gegeben und noch ein Reservefond von etlichen Hundert Gulden verzinslich angelegt werden konnte. ^.-1 .ip-> cv'2 ,b-i Tübingen. Bei der jüngsten Maturitätsprüfung haben 2 Würtremberger Gymnasiasten das Examen der mosaischen Theologie erstanden, Strauß von Berlichingen und Stern von Niederstetten. Letzterer hat sich keine talmudischen Kenntnisse auf der 7i2'w' in Preßburg erworben. Preußen. Berlin. Der „Univ. isr." enthalt unter Anderem in seiner jüngsten Nummer Folgendes: „Mehrere bedeutende Männer in Preußen (Christen) hatten die Absicht, Meyerbeer auf dem Theaterplatze zu Berlin eine Statue zu errichten. Aber dieses Projcct begegnet ernstlichen Hindernissen, und, was man in Frankreich kaum für möglich hält, das größte Hinderniß ist dir Religion, in der der Componist der Hugonotten und des Propheten geboren worden, gelebt hat und gestorben ist! Ja, in Preußen, da haben die Juden noch lange nicht dieselben gemeinsamen Rechte mit den übrigen Bürgern, wie in Frankreich. Es ist dieses eine neue Lehre für diejenigen unter uns, die da glauben, sie könnten die Intoleranz besiegen, ihren Ursprung vergessen machen, wenn sie aus ihrem Hause, ihrer Familie und ihrem ganzen Leben, den religiösen Glauben entfernen, in dem sie geboren sind. Man kann dem Dämon der Intoleranz alle möglichen schändlichen Concessionen machen, und dem Moloch der Apostasie, wie es Meyerbeer gethan hat, die Seelen seiner Kinder hinrversen, Messen componiren, calvinische Gesänge schassen, zur Verherrlichung eines fremden Cultus Mitwirken, alle fremden Religionen in den herrlichsten lyrischen Werken besingen, es thnt nichts, — ein solcher wird doch keine Statue erhalten! Obgleich er den israelitischen Namen nicht durch eine Anhänglichkeit an unsere göttliche Religion hat ehren wollen, so wirft man ihm doch den Namen Jude wie ein Schimpfwort nach! — . . ." Österreichischer Kaiserstaat. Lkiev. Zu den Judeuhetzen in Oesterreich berichtet ein Korrespondent aus Lemencz in Ungarn folgende ruLlose That: „Ein eigenthümlicher Mord, der auch den Stempel der böswilligsten Absicht und

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