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Der Israelit · 1866-04-18 · Heft 16 (18.4.1866) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 16 (18.4.1866)
Date
1866-04-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2?r «iesen, die »ach vielen Augenzeugen in Egypten, besonderu« Thebais exifiirt und ei» wunderbares Phänomen abgibt. Man sieht dieselbe» heute halb Fleisch und halb Erde und morgen schon ganz aus Fleisch!^) Ebenso führen sie eine auf Bergen lebende Echneckenart an, die nach de« Regen so zahlreich aus der Erde hervorkriechen, daß sie Allebedecken, wenn auch früher keine einzige sichtbar war. 21) Aus der Pflanzenwelt gibt das Weizenkörucheu den Beweis der Auferstehung. „Dasselbe, heißt es, wird in die Erde ^»scharrt und sproßt in verschiedenen Hüllungen wieder hervor, sollte der in die Gruft gesenkte Leichnam nicht wieder auserstehen?! Von den verschiedenen Tageszeiten wird besonderder frühe Morgen mit seinem Sonnenaufgänge als Bild der Auferstehung Hervorgehoden. Wie an ihm, heißt es, Gott die Geschöpfe gleichsam verjüngt zum neuen Leben erstehe« läßt, so werden auch die Entschlafenen aus ihrem Grabe zum Leben wieder erwachen.^) Viel treffender sind die Beweise »6. b. aus den Folgerungen nach Vernunftschlüssen. R. Gamliel wurde von einem hochgestellten Römer gefragt: wie die Auferstehung denkbar sei, da der Leichnam Staub werde und Staub doch nicht leben körne? Bei dieser Frage war die Tochter des Angerredeten zugegen, die nach eingeholter Erlaubniß durch ein Gleichniß antwortete. „Zwei Töpfer, sprach sie, wohnen in einer Stadt, der eine verfertigt Töpfe aus Wasser und der andere aus Thon, wem gehört mehr Lob?" — Dem „Ersten sicher, der aus Wasser sie macht!" — „Nun denn, wenn Gott Geschöpfe aus dem Wasser emporsteigen ließ, sollte er nicht den durch den Tod zu Staub gewordenen Menschen wieder beleben können?"^) Nock ausführlicher ist ein ähnlicher Beweis von R. Ami, einem Lehrer des 3. Johrh. gegen einen Seklirer, Min.„Ein König," sprach er, „befahl seinen Dienern, ihm einen Palast aus eine Stelle zu bauen, wo es weder Wasser, noch Erde gibt. Dieselben versuchten den Bau in der Luft, aber er stürzte ein. Abermals gebot er ihnen den Bau desselben, aber ans die Erde, «0 es auch an keinem Wasser fehle. Die Diener weigerten sich und gaben das Unzureichende ihrer Kräfte vor. Wie? rief er zornig, ihr wolltet bauen, wo es weder Wasser, noch Erde gibt und jetzt, wo beides da ist, scheint es euch unmöglich! So ist es, schließt 19) Diodor sicrrl. Bibliothek B. I. e. 1ü. Nelian Thierg. 2. 56, 6. 41. Plinius d. n. 9. 56. 64. — 20) Sanh. 90 d. — 81) Das. — 22) Das. Das Samenkorn als Beweis der Anferst, findet sich auch in 1. Corinth. 15. 35—5V. View. Rom. 1 eor. 84. Orix. eouti a Oelsuio V. 18.19. O^rNI. Oieron. es,t. XVIII. ». d. — 23) Midr. r. 1. M. Absch«. 18 u. Klgld. p. 7«. Be- «eis« aus de« Wechsel der Tageszeiten : dem Ans- und Niedrrsteigen des Tages treffen wir in Tert. Apol. 44. TKroxUU. »L T.1S. Epiph. Anocr. e.84. — 24) Sanh. 81. — 25) Ein Gnostiker, da SaddueSer im 8. Zahrh. nicht mehr Vorkommen und die Christen das Dogma der Aufhetzung behielten. — das Gleichniß, mit der verheißene» Auferstehung. Die Welt schuf Gott aus Nichts, sollte er Sicht de« in Erde aufgelösten Leichnam beleben können." Diese Beweisführung war sehr alt und vor der Zerstörung des Staates durch Titus schon im Gebrauch. Eia Ain, Sadducäer, heißt es, rief dem Lehrer Gabiha d. P. zu: „wehe euch, die ihr an die Auferstehung glaubet, das Lebende stirbt, wie soll das Todte wieder leben?" „Wehe euch, entgegnete dieser, was mcht war, die Welt, wurde, wird das, was schon existirte, nicht wieder werden!" Am Schluffe des 1. und 2. Jahrh. treffen wir ähnliche Beweise im MuiÄe der größten Talmudisten. „Ein Glas, das zerbrochen wird, kann durch Umschmelzen aus seinen Scherben wieder ganz werden, weil es durch Blasen, den Hauch sich formt. Ersteht dadurch des M. Odem Gebildete wieder aus seinen Scherben, sollte der durch Gott'sodem geschaffene M. nicht nach seinem Tode «mferstehen?" — war der in der Schule des R. Jsmael geltende Beweis. Ein Anderer, R. Jose b. CH. sucht denselben durch den Hinweis auf die Scherben eines zerbrochenen irdenen Geschirres, die sich nicht wieder vereinigen lassen, weil sie nicht durch des M Odem, wie das Glas, gebildet werden, klarer darzustellen. v. Die Wichtigkeit dieses Dogmas in seinem Emstuffe auf das Volk bilde hier als Nachweis feiner praktischen Seite den Schluß. In der letzten Beweisführung mit ihren Gleichnissen hoben wir schon die Bedeutsamkeit desselben angedeutkt. Der Hinblick ans eine Zeit, wo die Verblendung gewichen, die Lüge und Heuchelei auf immer geschwunden und Gott nur in Wahrheit verehrt sein wird, mußte für die Verkannten und umsonst Verfolgten in einer Zeit, wo Rom jede Spur ehemaliger Selbstständigkeit mit dem Schwerte vernichtete, ein erquickender Quell des Trostes sein. Der Glaube an den Messias, die Auferstehung und das Eintreffen einer Welt ohne Thränen vnd Schmerzen waren die blitzend leuchtenden Sterne in der Jahrtausende langen Nacht finsterer Berfolgvngen, zu denen man hoffend gern emporschaute. „Deine Tobten werden anfleben, mein Leichnam wird auferstehen," 3°) das zielt, lehrten sie, auf die Märtyrer, die für Gott Leichen geworden, weil sie gegen die römischen Ediete: de« Sabbat beobachtet, die Beschneidung vollzogen, in der Thora gelesen re. ES gibt kein Gebot, spreche» sie ferner, danicht die Auferstehung, den Tag de- Gerichteandeutet, damit wir wissen, weßhalb es dem Frevler g»t und dem Gerechte» schlecht gehet 5») Die Pflege «rd Erhaltung diese- Dogmas in diesem seinen erfrischenden Einfluß war und ist daher ein wichtiger Gegenstand. So «ird dasselbe unter Drohung de- Verlustes der Seligkeit, de- 26) S»nh.31. — 2?) Des. — 88) «dr.r. r.«. «rcha. 14. — LS) Das- — SW Ars. SS. 1. — Sl) Jakkvt I. §. SSS. — 32) Kidduschm 39. Cholin 142. Ehagiga 14. —

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