Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1866)
- Date
- 1866-04-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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270 Literarischer Gericht. Real-Encyclopädie für Bibel und Talmud. Biblisch -talmudisches Wörterbuch zum Handgebrauch für Theologen, Juristen, Gemeinde- und Schul- Vorsteber, Lehrer und andere Bibelfreunde. AuSge»sbe«et von Dr. Hamburger, LandrxMiner zu Strelitz in Mecklenburg. Heft I. Von A — Eidesformel. Strelitz. Im Selbstverlag des Verfassers und in Commission bei Poppelauer, Buchh. in Berlin. 1866. (Artikel: Auferstehung. Schluß.) II. Reichhaltiger sind die Beweise nach der zweiten Art, aus den Stellen, welche die Verheißungen nach der Auferstehung andeuten. Die eschatologische Lehre, daß Gegenwart und Vergangenheit mit ihren Gütern ein mattes Abbild von denen der Zukunft enthalten, wo Alles in wahrer Vollendung zu einem Lebm in Vollkommenheit erstehen werde, so daß die Verheißungen, die in Folge des Todes gar nicht, oder nur theilweise erfüllt werden konnten, daselbst ihrer wahren Erfüllung entgegengehen, macht den Boden dieser Beweise aus, die sonst nicht verstanden werden. Einem Samaritaner wird die absichtliche Fälschung des Pentateuchs, wo die Auferst. angedeutet, als eine vergebliche Mühe vorgeworfen, da sie in vielen dop pelten Ausdrücken doch verkündet sei. So komme der Ausdruck: als Bezeichnung der Strafe der Ausrottung doppelt vor zur Audeurung derselben für das Diesseits und für die Welr nach der Auferst. Ebenso will R. Simai die Auferst. in jedem Abschnitt der Bibel angedeutet wissen, deren Nichtauffinden unserer mangelhaften Kenntniß zuzuschreiben sei. ES spricht nach ihm der Vers: „Er ruft den Himmel oben u. die Erde unten zu richten mein Bolk!"^) der den Tag des Gerichts nach der Auferst. mit Hinweisung aus Czech. 37. 11 verkündet, deutlich die Auferstehung aus. *) Auffallend ist es, wie durch diese Beweisart einem Lehrer des 3. Jahrh., R. Jakob, der in der Bibel verheißene Lohn auf O:füllung des Gesetzes, s) welcher ein Jahrh. vorher den Lehrer Elisa b. A. zum Abfall verleitete, grade als Beweis dafür gilt und zwar nach seiner doppelte« Nennung: „damit es dir wohlgehe und du lange lebest," b) paß das Erste auf das Diesseits und daS Andere auf das Jenseits deute. *) Wie bedeutsam diese Beweisführung im 1. und 2. Jahrh. gewesen, geht aus folgendem Bericht hervor. R. Gamliel, ein Lehrer des 1. Jahrh. wurde von den Sadducäern nach de« bibl. Beweis der Auferstehung gefragt, wo- 1) 4. M. 15. 43. — 2) Sanhedrin 90 5. — 3) Ps.50, 4. — 4) Jattut I. tz. 942. — 5) 5. M. 22. 6. — 6) 5. M. 22. 6. — 7) Cholin 142. Kidduschin 39. — rauf er Stellen aus dem Pestateuch, den Propheten «nd Hagiographs« citirte. Aus dem Pentateuch: „wenn d« ruhen wirst bei deinen Vätern und es wird das Volk erstehen;"*) den Propheten: „Deine Tobten werden aufleben, mein Leichnam wird auferstehen den Hagiographen: „er bewegt die Lippen der Schlummernde«." Age drei Beweise wurden verworfen und R. Gamliel mußte sich nach einem anderen Umsehen, den er auch nach dieser zweiten Beweisart fand. Er führte die Stelle 5 M. 11. 10. an: „Und damit ihr lange lebet auf dem Erdreich, das der Ewige euren Vätern zugeschworen, es ihnen zu geben" mit Hervorhebung des Ausdruckes: „ihnen," daß dessen buchstäbliche Erfüllung in der Welt der Zukunft den Akt der Auferst. voraussetze.") Die Kraft dieser Deweisart bestand daher darin, daß sie der buchstäblichen Auffassung der Stellen folgte und daher von den Sadducäern Anerkennung sich erzwang. So folgert ein R. Simai den Beweis aus 2 M. 7. 4. „Auch ich habe meinen Bund mit ihnen errichtet, ihnen das Land Kanaan zu geben;" ihnen? den Länqstgestorbeuenl Das, schließt er, deutet dieAuferst. an. Von dieser großen Ausbeute der Beweise dieser Art bringen wir noch die scheinbar wichtigsten. Alle in einer Futurform ausgesprochenen Verheißungen deuten ihnen die Auferstehungswelt an. Do: „Ihr werdet davon die Hebe Aaron, dem Priester geben;"") „Dum wird Moses singen;"^) „Daun wird Josua einen Altar erbauen;" ") „Heil denen, die in deinem Hause weilen, sie werden dich noch einst preisen;" ") „Die Stimme! deine Wächter erheben ihre Stimme, alle zusammen werden lobstngen, denn sie sehen, sehen wie der Ewige nach Zion zurückkehrt!" ") )>. Die Denkbarkeit der Auferst. nach der Vernunft. Dieselbe wird durch das Aufsuchen der Beweise aus: a. der Natur: dem Thier- und Pflanzenreiche und dem Zeitwechsel der Tazs und Jahre; b. nach den Folgerungen gewisser Vernunftschlüsse dar gestellt. Zu denen aä a gehörte: die Beobachtung des M. von seiner Entstehung als Enbrio im Mutterleibe bis zu seinem Tode; diese zwei äußersten Endpunkte werden vergleichend gegenübergehalten, um daraus den Auferstehungsbewsis zu folgern. „Wenn durch das Embrio, heißt es. das Aufgenommene wiedergegeden wird, sollte nicht auch einst das Grab den empfangenen Leichnam wiedergeben! ^) In den Beweisen aus dem Thierreiche wird auf eine Gattung Mäuse hinge- 8) L. M- 31, 16. — 9) Jes. 26. 19. — 10) Hohld. 7, 10. — 11) Sanh. 90. Ketuboth 111. — 12) Das. Ausfallend ähnlich sind diese Beweise mit den in Mtth. 22, 32. Mrk. 12. 18, Lut. 22, 27. — 13) Sanh. 90 5. nach 4. M: 18, 28. — 14) 2. M. 15. 1. «ach Sanh. 90 5. — 15) Jos. 6. SO. nach Sanh. 90 u. Tanchuma zu Bchhalach Siehe daselbst noch mehrere Beweise. — 16) Das. nach Ps. 84,/-,— ich Jes. 52. 8. nach Sanh. SO und Tanchuma zu Beschmach. — 18) Sanh. -2». Brrächoth 16. —