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Der Israelit · 1866-04-11 · Heft 15 (11.4.1866) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 15 (11.4.1866)
Date
1866-04-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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L63 Koristantincpel etablirt hat, ist vom Sultan Mit dem Medidje-Orden decorirt worden. Diese Auszeichnung erhielt unser Glaubensgenosse für sein bewunderungswürdiges Benehmen während des letzten Choleraausbruches. (Jsraelita.) Japan. Karragetva. Dem „Jew. Chr." wird geschrieben : Vor ungefähr sechs Jahren kämm die ersten Juden nach Japan. Seit dieser Zeit hat sich die jüdische Bevölkerung in Kanagawa auf 16 Familien vermehrt. Dieselben besitzen ein Gebetlocal; auch haben sie bereits einen Platz für ein O"N N'2 erworben, den sie jedoch G. s. D. bis jetzt noch nicht zu benutzen brauchten. Auch in Kanagaina sollen sich Juden befinden. Mit der Ankunft der Juden hat auch der Handel bedeutend zugenommen. Der Corespondent des „Jew. Chr." berichtet ferner, daß man ihm in Hakodadi gesagt habe, es befände sich ungefähr hundert Meilen von Hakodadi entfernt, im Gebirge ein Stamm, den man für Juden hält. Die Angehörigen dieses Stammes dürften jährlich einmal in kleinen Abtheilungen nach H. kommen. Ihre Gestalt und Kleidung ist von den übrigen Eingeborenen sehr verschieden. Wäre das Reisen im Innern Japans nicht so gefährlich, so würde der betreffende Berichterstatter schon längst einmal dorthin gereist sein. Vorderhand seien bessere Verhältnisse im japanischen Regierungswesen abzuwarten; dann könne dieses Project eher ausgeführt werden. Amerika. Bostor». Die Barke Tredonia, die von Fayal nach Boston bestimmt war, kam am 14. Januar in MM jammervollen Zustand arr ihrem Bestimmungsorte an. Eie hatte nämlich die Mannschaft und die Paffagiere des gescheiterten Dampfers Gratitude, beten Anzahl sich auf 300 Seelen belaufen mochte, an Bord genommen. Tie Verunglückten wurden von den Bürgern sehr gafifreundschastlich ausgenommen und bewirthet. Es stellte sich heraus, daß sich unter den Schiffbrüchigen 22 Glaubensgenoffen befanden. Der Vorstand der Höarren-Etreet-Synagoge nahm sich derselben an und versah sie mit den nothwendigsten Bedürfnissen. Die Gemeindelocale wurden ihnen eingeräumt, Bäder verabreicht, Kleidung verschafft; Atme und Reiche wetteiferten, die Leidenden mit Geld und Kleidern zu versehen. Herr S. Cternbetg, Präsident der Gemeinde Ohabri Echalom, veranlaßt-, daß eine Deputirten-Versammlung, Wehend ans deck Vorstands der Gemeinden Adath Israel, Beth El und Mischkarl Israel, ebenso des Hereins Hrbrew Benevolent Association, am Montag, den 15. Januar statt fand. Da wurde dann beschlossen, daß ein Comitö von je 2 Mitgliedern aus einer jeden Gemeinde zusammentreten sollte, um eine Cöllecte für die Verunglückten zu veranstalten. Den nächsten Tag schon wurden 700 Dollars gesammelt. Der Gesütmntertrag der Sammlung belief sich auf 1100 Dollars. Dieft Summe wurde unter die Unglücklichen vertheilt, worauf sie erfreut die Stadt verließen. (Jewish Messenger.) Feuilleton. Kern nnd Schale. Eine Sage aus dem XII. Jahrhundert. Mitgetheilt von L. (Fortsetzung.) II. Der Edelstein d>s Abraham. Als die drei Jünglinge dieses vernommen hatten, so empfahlen sie sich sogleich bei Sir Bongodas und begaben sich auf die Reise; nachdem sie eine Meile zurückgelegt hatten, kamen sie nach Dillejms, wo sie ein Wirthshaus aufsuchten. Hier hielten sie Rath und beschlossen, sich zu trennen; jeder ging nach einer andern Richtung mit dem Versprechen, in drei Monaten wieder in dasselbe Wirthshaus zu kommen; derZuerstangekommene solle auf die Anderen warten. Ter eine, Ulliel genannt, begab sich nach Marseille, der größten Handelsstadt jener Zeit; der andere, der den Namen Hillel führte, richtete seine Schritte nach Metz, dem Sitze der jüdischen Wissenschaft; der dritte, der Qbadjah hieß, nahm feinen Weg nach Bordeaux, der alten und reichen Stadt. Während seines Aufenthaltes in Marseille hatte Ulliel Gelegenheit, einen sonderbaren Mann kennen zu lernen, eine Art lebendigen Katalog der Alterthümer, besonders der jüdischen Antiquitäten. Er war nicht schön, er hatte eine spitze Nase, kleine Augen, lange Ohren, ein hervorstehendes Kinn, einen großen Mund, einen Ungeheuern Leib, kurze Beine und lange Arme. Bis zur Grimasse ward seine bewegliche Physiognomie entstellt, wenn deren Verzerrungen seine Reden begleiteten. „Junger Freund," sagte er eines Tages zu Ulliel, „wie Ihr mich da sehet, so habe ich die vorzüglichsten Alterthümer der Welt gesehen. Adam's Schürze von Feigenlaub, das Oelblatt, das die Taube in ihrem Munde dem Noah brachte, die geschälten Stäbe Jacobs, die Schnur, di« Jehudah der Tamar gab, eine Flasche egyptischer Finsterniß und andere Dinge mehr." Als Ulliel Gefallen än seinem Plaudern fand, so setzte er Me Unterhaltung fort. „Es gibt aus der Welt mchts Angenehmeres, nichts Lehrreicheres als Alterthümer zu sehen. Man findet sich in jene vergangene Zeiten versetzt, und

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