Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1866)
- Date
- 1866-04-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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262 zum Theil gelang. Mehrere Kauflsute hatten am nächstfolgenden r>2l7 ihre Lähssv geschlossen; die frühere commsrcielle Lebhaftigkeit am Sabbate ist nicht mehr in ihrem vollen Zuge; die religiös-moralischen Vorträge, die Herr Wedmann an jedem Samstagnachmittag abhält, werden zahlreich besucht; für den, Herrn Friedman» zu Liehe in Angriff zu nehmenden Bau einer Synagoge und Volksschule werden Schritte gethan, und der Frauenverein sicht auf Anregung der Frau Rabbiner einer entsprechenderen Einrichtung entgegen. Aus diesen soeben aufgezählten Thatsachen erhellt aufs Deutlichste, mit welch' willfähriger Zuvorkommenheit die Jsraelitengemeinde zu Ryirgahazar sich in den frommen Willen ihres Seelsorgers fügt. Sie gibt dadurch ein rühmenswertstes Beispiel baldiger Rene — .2!, 2^iin Bon Moriz KilLnyi in Pest erschien vor einigen Tagen in durchweg ungarischer Sprache eine jüdische Zeitschrift, betitelt: „Jzraelfta Mzlöny" (Israelitisches (Zeitungs-jOcgan.) Die Haupttendenz dieses Blattes ist: die Regulirung der inneren Angelegenheiten der hierläydischen Israeliten; die Hebung des Lehrwesens; die Verbreitung des Ungaristrungs-Geistes und der OrgarMrung auf Grund der Gemeinde-Autonomie; mit einem Worte, Herr Ki^nyi wünscht §chteMa - gyaren israelitischer Religion. Mir kommen übrigens auf die Details der ersten Nummer in. diesen geschätzten Blättern nächstens zurück. Diese Zeitschrift wird sich im Falle günstiger materieller Theilnahme, wie die Redaktion verspricht, künftighin in ein Wochenblatt umgestalten. Den Artikel-Cyklus des hochgelehrten Herrn Rabbiner vr. Hildesheimer „lieber die Jeschibah-Angelegenheit" habe auch ich durch folgende Notizen zu ergänzen. In der Nyir bestehen nachstehende Jeschiboth: JnKis-VLrda (200 2'p2) erhält sich recht wohl eine .12'^' und beträgt deren Jüngerzahl 80 —90. — In Jänofi (60 2^2) ist eine Jesch. mit 20 ^i!22; in Nyir-Mada (80 2'p2) 15 ^2; in Balkäny (70 2^2) 15 ^2 und in Tas (50 2'p2) 5—6 Bechurim. Auch in Mäle-Szalka war bis vor 3 Jahren eine Jeschibah mit 40—50 O'-mi2. Seitdem aber die wohlhabenderen Gemeindeglieder der destruktiven Neologie mit „Leib und Seele" huldigen und die Bechurim aus Furcht, „u n koschere" Freitische zu erhalten, dem „neuen Rabb^ Lebewohl sagten — löste sich die Jeschibah auf. Der dortige „neue Rabbi" sah dem plötzlichen Sturze der „alten Jeschibah mit Gleichgiltigkeit zu. — Ulexy Knopfler. Prag- 18. Marz. Man schreibt dem „Nürnb. ^orr.": Bei den Judenhetzen, wie sie dieser Hage im- Lande der St. Weuzelskroye Vorkommen, ist nur zu verwundern, daß sie nicht schon früher losbrachen. Zieht man in Betracht, daß durch sechs Jahre jenen Schichte» dev Bevölkerung , dio für eine solche Bewegung überhaupt zu gewinnen sind, von der czechischen Agitation gepredigt wurde, die Juden und Deutschen (die Fremdlinge) bereicherten sich auf Kosten des Volkes; dieses müsse für sie arbeiten und trage bloß Schweiß und Schwielen davon; das Besitzthum eines Deutschen und Israeliten sei als Raub am czechischen Gute zu betrachten rc. rc., so darf man sagen, die Tumultanten hätten eine gewisse Langmuth bewiesen. Der Aufruhr ist nicht durch Nothstand hervorgerufen; er ist nationaler Natur; die in Pilsen aufgefundenen Plakate sind schon gegen die Deutschen gerichtet. Vom eigentlichen Arbeiterstande hat sich fast Niemand an den Plünderungsscenen und der Mißhandlung der Juden betheiligt. Die Regierung scheint in den letzten Tagen wichtige Nachrichten über das Wssen und die Tendenz dieser Unruhen erhalten zu haben, und sie antwortete sogleich mit der Verhängung des Stanbrechtes über den Prager, Piseker, Pilsner und Taborer Kreis. Vielleicht mag sie zu energischem Anftreten auch durch das Gerücht bewogen worden sein, daß man für die nächsten Tage auf einen Tumult in Prag gefaßt sein müsse. Die Regierung scheint überhaupt umfassendere Berichte über die Stimmung der unteren Volksschichten und die Verbreitung der Bewegung empfangen zu haben, als ins Publicum drangen; die Zeitungsnachrichten sind sehr unzusammenhängend. Es sieht aus, als ob die Augenzeugen sich bedächten, Alles zu sagen. Immerhin ist es auffallend, daß in einigen Orten, z. B. iy Schüttenhofen, die Excefse förmlich angekündigt wurden, ohne daß ausgiebige Vorkehrungen getroffen worden waren. England. Liverpool. Die Missionäre hielten unlängst eine Versammlung, in der gleichzeitig der Jahresbericht über die Thätigkeit dieser Herren verlesen wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Bemerkung ausgesprochen: „daß fast alle Bemühungen der verschiedenen Missionär-Gesellschaften bei den englischen Juden ohne Erfolg blieben." Einer der Herren war offenherzig genug, zu erklären, daß die auswärtigen Juden schon darum dem Christenthnme zugänglicher seien, weil es ihnen in einem fremden Lande häufig an Brod und Obdach fehle. Ein inländischer Missionär, Namens Hirsch, der wahrscheinlich ein getaufter Jude ist, stellt die Behauptung auf, daß die englischen Juden in religiöser Beziehung zn ignorant wären, um den Missionären Gehör zu schenken. — Es heißt dieses mit anderen Worten, der Soldat würde nur dann fähig sein, sich zu verteidigen, wenn er schlecht bewaffnet sei. (Jew. Chron.) Türkei. MorrAa«tirn>pel. Simror Veneziani« ein italienischer Glaubensgenosse aus Livorno, der sich Kt