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Der Israelit · 1866-04-11 · Heft 15 (11.4.1866) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 15 (11.4.1866)
Date
1866-04-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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260 -unerläßlich ist, wie die flinken Beine: man sieht es dem guten Zungen gar nicht an, daß seine Ahnen zu Babel trauerten; da sitzen auch die ebenholzfarbigen vier Kinder jenes unglücklichen Negers Mordechoi, der am Hofe der Königin Pomare die Rolle einer Art Finanzministers spielte und von den rebellischen Unterthanen ihrer baarfüßigen Majestät lebendig gebraten wurde; dort an der Ecke sitzt ein finsterer Mann mit dem Oberleibe wackelnd; das ist der wahnsinnige Jüngling, der sich für König David hält, und auf den Trümmern von Zion nach der Krone grub, die einst >L>alomon trug; er kam nach London, um den Beistand des englischen Parlamentes und der Königin für sein legitimes Herrscherrecht anzurufen, und fand viele Narren hier im Lande, die an sein blaues Blut glauben; er will nach St. Petersburg gehen, um die Hilfe des Czaren anzurufen; vorläufig lebt er von Almosen, da seine königlichen Apanagen noch nicht flüssig sind; dort sstzt ein Mütterchen, es sieht aus wie eine Sibille, vor kaum einem halben Zasrhundert war es eine Perle von Zion, die ein Pajcha von Damaskus in seinem Harem barg. Zehn Söhne gebar dies Weib, alle sind in assyrischer Erde begraben, den jüngsten hat ein Engländer aus einem brennendem Hause gerettet und nach England mitgenommen; seit zehn Jahren sucht sie das Kind nun vergebens in England; Niemand vermag ihr zu sagen, wo Benjamin, ihr jüngster, ist. Nichts hat die Arme aus den Trümmern vergangener Herrlichkeit sich gerettet, als das nackte Leben, ein ruhiges Gewissen und die Hoffnung, ihren Jüngsten noch unter den Lebendigen anzutresfen. Der Mann, der dort wie ein enthronter König sich anlehnt, ist der berühmte Jost, einst Matador der Börse, ein Millionär vom reinsten Wasser, nunmehr ein ruinirter Mann und Bettler, ein eingefleischter Feind des ersten wie des dritten Napoleon, die beide durch ihre Politik ihn ruiniren halfen. Doch wer ist jener Mann im Seidentalar, der wie ein Jeremias sich ausnimmt? Hut ab! Das ist der Generaltambour von Ostrolenka; er trommelte wacker auf das Eselsfell, während die russischen Kanonen Tod und Flammen unter die Patrioten spieen, er zitterte nicht vor dem Tode, nicht vor Sibiriens Eisschrecken, denn er trommelte für die Auferstehung Polens. Das ist nun freilich schon lange her, seitdem sind seine Arme minder rührig, Polens Freiheit liegt im Grabe und harrt vergebens der Auferstehung, doch unermüdet wackelt sich der alte Moses Mizri, so unermüdet, wie er einst trommelte bei Ostrolenka; er hofft auf die Erbauung des Tempels, da die Hoffnung auf Polen begraben ist; er hofft auf die Wiedererstehung Jerusalems.- NN-UY X 7j-N2 Nach Inhalt, Reim und Rhythmus. Von ^Irral»»«» Vv«SIa« Gelobt sei Gott! der Ruhe gegeben, Erlösung der Seele vom drückenden Leben, Auch Zion wird er wieder erheben, Wie lang" noch erfüllt Ihr die Seele mit Beben? — Den Sabbat zu feiern mit Haus und mit Kind, Ist Gott so gefällig, wie Opfer es sind. — Der König der Zeiten, der thront in den Höhen, Er sprach, sein Volk soll den Sabbat begehen, Mit lieblichen Speisen, reichlich versehen, Im Ehrengewand von den Seinen umgeben. — Den Sabbat zu feiern mit Haus und mit Kind, Ist Gott so gefällig, wie Opfer es sind. — Heil jedem, der traut dem zweifachen Lohne, Von Ihm, der schauet vom Wolkenthrone: Daß sicher auf Berg und im Thal er wohne,! Wo sonnige Strahlen den Sitz ihm umgeben. — Den Sabbat zu feiern mit Haus und mit Kind, Ist Gott so gefällig, wie Opfer es sind. — Wer hütet den Sabbat und ihn nicht entehret, Durch Liebe zum Heiligen wird Heil ihm bescheeret; Genügt er dem Tage, so wie sich's gehöret, Ein Opfer ist es, dem Schöpfer gegeben. — Den Sabbat zu feiern mit Haus und mit Kind, Ist Gott so gefällig, wie Opfer es sind. — Den liebsten der D ge hat Gott ihn geheißen, O selig, die ihm getreu sich erweisen! Mit herrlicher Krön' wird ihr Haupt er umkreisen, Dem Schöpfer gefällt ihr Wirken und Streben. — Den Sabbat zu feiern mit Hans und mit Kind, Ist Gott so gefällig/wie Opfer es find. — Gedenke des Sabbats, ihn heilig zu halten, Und voll wird er Kraft und Würde entfalten, Und laß um Dich her die Freude auch walten, Ihm, huldigend so, die Salbung zu geben. — Den Sabbat zu feiern mit Weib und mit Kind, Ist Gott so gefällig, wie Opfer es sind. — O bleibet der Königin Sabbat ergeben, Sie bringt dem Hause gesegnetes Leben; Und lastet das tägliche Schaffen und Streben, So Ihr, so Alle, die rings Euch umgeben. Den Sabbat zu feiern mit Haus und mit Kind, Ist Gott so gefällig, wie Opfer es sind. Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Rourschen Hofbuchhandlung. — Dampf-Schrrellprefsendruck von I. Gottsleben in Mainz.

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