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Der Israelit · 1866-04-11 · Heft 15 (11.4.1866) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 15 (11.4.1866)
Date
1866-04-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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257 Makkabi, heißt es, nicht an die Auferstehung geglaubt, ss wäre es thöricht gewesen, für die Gefallenen zu beten, und zu opfern!" 22) Den weitern Verlaus dieser Polemik bis ins 4. Jahrh. enthält der Talmud. Die Berichte darüber sind größtentheils in der Form von Disputationen, die einen tiefen Einblick in die Geschichte der Bekämpfung dieses Dogmas gewähren. Als die Ursache des Abfalls von ihm wird die im 2. Jahrh. v. von dem Lehrer Antigonus aus Socho vorgetragene, mit der nach der Auferstehung verheißenen Vergeltung scheinbar rrn Widerspruche stehende Lehre: „Seid nicht den Dienern gleich, die ihrem Herrn des Lohnes wegen dienen" genannt. ^) War es da die Theorie, so sollen später mehrere Erlebnisse diesen Abfall erneuert haben. Elisa b. A., ein Lehrer des 2. Jahrh., sah einen Mann auf den Baum nach einem Vogelnest steigen, um nach Vorschrift: die Jungen aus demselben zu nehmen und die Mutter zu entlassen, der aber todt herabstürzte; während ein Anderer gegen das Gesetz: die Mutter mit den Jungen sich holte doch glücklich zurückkam. Bei dieser Erscheinung rief er: „Wo blieb die Verheißung des langen Lebens für den Beobachter des Gesetzes? und woher das Glück des Letzten? Es gibt weder Vergeltung, noch Auferstehung! ^) Die Männer daher als Bekämpfer der Auferstehungslehre in diesen Disputationen, sind: Samaritaner, Sadducäer, Essäer, Griechen, Römer rc. Ihre Angriffe erscheinen gesucht und frivol; dagegen sehen wir die Erwiderung nur defensiv, selten offensiv, um Andere zu überführen. Die Materie der Beweise und Gegenbeweise ist, je nach dem Angreifer: aus der Bibel, der Natur und nach gewissen Vernunftschlüffen. Oie Beweise der Auferstehung sind daher: a. biblische; d. nichtbiblische. Erstere weisen die Begründung dieses Dogmas auf die Bibel; letztere die Lenkbarkeit desselben nach der Vernunft nach. Im Ganzen geschieht die Beleuchtung der Auferstehung nach ihrer: a. Begründung in der Bibel; d. Lenkbarkeit nach der Vernunft; 0. Bedeutsamkeit zur Hebung des Volkslebens, a.. Die bibl. Beweise wurden ausgesucht: I. aus dem einfachen Wortfinn eines Verses; II mit Hinweisung auf die mit der Auferstehung verbundenen Verheißungen. I. Dieselben bestanden aus Bibelsprüchen, welche die Auferstehung unter verschiedenen Gestalten mit klaren Worten verkünden. ES sind dies die obigen Stellen aus Ezechiel, Daniel, Jesaia und den Psalmen, die nicht so sehr zur Abwehr eines Angriffes als vielmehr zur Befestigung dieses Dogmas innerhalb der Gläubigen angeführt werden. Auf gleiche Weise ergibt sich einem Andern der Beweis aus 5. M. 32, 39. „Ich tödte und belebe, verwunde und heile," daß wie Letzteres als 22) Das. — 23) Aboth 1. — 24) Cholin 142. Chagiga 15. 25) Mldr. r. 1. M. Abschn. 96, Tanchuma zu Baichi p. 51 , Sanh. 91, 90b, Ketuboth 111b. möglich zugsgeben wird, so sei auch das Erste buchstäblich anzunehmen. Ein Dritter, R. Simon b. I., findet den Hinweis auf die Auferstehung in der Stelle: „Denn Staub bist du und zu Staub wirst du zurückkehren," 27) durch die Hervorhebung des Verb. 2,0 „zurückkehren" zum Unterschiede von „gehen," da Ersteres nur ein Zürückkehren, aber nicht eia Dahingehen auf lminer^) ausdrückt, ^o) Am einfachsten sind die Beweise aus den Berichten der Todtenbelebung durch die Propheten, wenn auch diese nur die Möglichkeit einer Auferstehung darthun. „Wenn dir Jemand sagt, heißt es, Gott belebt nicht die Todten, so antworte: durch Elias ließ Gott den Sohn der Frau zu Zorphath Wiederaufleben."^) Ferner: „Alles, was Gott in der Zukunft erneuern wird, hat er zum Theil schon durch die Propheten vollzogen. So die Todtenbelebung durch Elias, Elisa und Ezechiel." (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Wkainz. Herr Szanto, der Redakteur der „Neuzeit", schimpft in einem ellenlangen Artikel gegen feinen Gesinnungsgenossen Herrn Löw, Redacteur des Ben Chananjah" und zwar in solch gemeiner Weise, daß unser Anstandsgefühl es uns unmöglich macht, auch nur einige kurze Auszüge wiederzugeben; die Herren Szanto und Löw tractiren sich gegenseitig mit Ausdrücken, die bei der niedrigsten Hefe des Pöbels gebräuchlich sein mögen, die in anständiger Gesellschaft aber nicht wieosrgegeben werden können Eine Behauptung jedoch, die wir bereits früher ausgesprochen, wird bestätigt, die daher, weil sie von gegnerischer Seite ausgeht, um so mehr Glauben verdient. Herr Szanto schreibt wörtlich: „Die Anklage, daß Löw die durch ihn verbreitete Lüge über ein beabsichtigtes Attentat orthodoxer Rabbinen aus die Emancipation auch dann nicht widerrufen wollte, als man gestützt auf Einsicht in die Protokolle ihm die Berichtigung zusendete, ist mir von einer ehrenwerthea Person zugeschickt worden." — Jeder Commentar ist hier überflüssig. Ararckfurt a. M 26. März. Nach dem Berichte des Pflegamtes des Almosenkastens der S«) Peßachim 68», Sanh. Sl b. — 27) 1. M- 3. 19. — 28) Rach Ps. 68. 23. Bergt. 3. M. 25. 10. — 29) Laut Ps. 78.39. Hohtd. 2,11. Spr. 7.19. Hiob 7,9.19.10. — 30) Midr. r. 1. W. Abschn. 20. — 31) 1. K. 17, 22. Hierzu Tanchuma zu Rasso x. 185. " 32) Midr. r. zu Koheleth. —

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