Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1866)
- Date
- 1866-04-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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256 land und hatte das Glück, in Spanien einen sicheren Zufluchtsort für sich und seine Familie zu finden. E. Carmoly. (Fortsetzung folgt.) Literarischer Gericht. Real-Encyclopädie für Bibel und Talmud. Biblisch-talmudüches Wörterbuch zum Handgebrauch für Theologen, Juristen, Gemeinde- und Schul- Vorsteher, Lehrer und andere Bibelfreunde. Ausgcarbeitet von Or. I. Hamburger, Landrabbiner zu Strelitz in Mecklenburg. Heft I. Von A — Eidesformel. Strelitz. Im Selbstverlag des Verfassers und in Commission bei Poppelauer, Buchh. in Berlin. 1866. (Artikel: Auferstehung. Fortsetzung.) Deutlicher spricht sie der Mosaismus durch: „Ich tödte und belebe, verwunde und heile und Niemand rettet aus meiner Hand" H aus, obwohl auch diese Stelle als bildliche Angabe der göttlichen Allmacht aufgefaßt wird; weil der Gebrauch dieses Bildes schon die Existenz der Auserstehungsidee im Volke darthut. Bei den Propheten, die über die Hebung des Volkslebens sprechen, fällt ihre Verkündigung am reichhaltigsten aus. Die ersten Geschichtsbücher gehen über den Pentateuch weit hinaus. Die im 5 M. 32. 39. angedeutete Vorstellung der Auferstchungsidee ist hier durch den Zusatz: „er senkt in die Gruft und bringt wieder herauf" viel bestimmter. ^). Hierzu kommen noch die Berichte der Todtenbelebungen durch Elia, 3) Elisa, 4) die keinen Zweifel über den bei den Israeliten früh verbreiteten Auferstehungsglauben zulassen. Anders ist es mit den Prophetenreden vor und nach dem Exile, welche die Auferstehung als tröstendes Bild für die verheißene Wiedererstehung des Staats¬ und Volkslebens gebrauchen. Dasselbe wird so lebendig vorgeführt, daß man sich zu besinnen hat, ob man es mit dem Auferstehungsdogma, oder mit dem ihm entlehnten Bilde zu thun habe. Wir führen erst die etwas dunkle Stelle in Hosea an, -') „Von der Macht des ^cheol, Gruft, befreie ich sie; vom Tode erlöse ich sie; wo sind, o Tod! deine Drohungen? deine Seuchen, Hölle!" Viel klarer klingt der Ermuthigungsruf Zesaias: „Deine Todten werden aufleben, mein Leichnam wird auferstehen; es erwachen und lobsingen die im Staube ruhen, denn der Thau des Lichtes ist dein Thau und die Erde wirst die Schatten aus."^) Vollendeter sehen wir dasselbe Bild in Ezechiel,?) wo dem 1) s. M. 32. 19. - 2) 1. S. 2. 6. — 3) r. K. 17, 17. — 4) 2. K. 4. 8, 13. 21. — 5) Hos. 13. 14. — 6) Jes. 26. 19. — 7) Ezech. 37, 5 —10. — Propheten in einer Vision der Todtenbelebung zugerufen wird: „So verheißt der Ewige diesen Gebeinen: siehe ich bringe euch einen Geist und ihr werdet leben! Ich gebe euch Nerven, lasse euch mit Fleisch überwachsen, mit Haut überziehen. Ich öffne eure Gräber, lasse euch aus euren Gräbern steigen, mein Volk!" Ebenso durch Daniel, wo: das Bild, die Vorstellung und das Vorgestellte in eins zusammenfließen, so daß die Auferstehung der Todten mit der des Staates zusammenfallen. „Viele, heißt es daselbst, von den im Staube Schlummernden werden erwachen: die Einen zum ewigen Leben und die Andern zur steten Schmach u. Schande! Auch du wirst ruhen und am Ende der Tage wieder auferstehen!' 2) Ww hier in Bezug auf Israel, so wird dieselbe in den Hagiographen im Hinblick auf den M. im Allgemeinen vorgebracht. In den Psalmen wird die Auferstehung unter mehreren Bildern so verkündet, daß der Leidende sie schon während seines Lebens in der Wiederbelebung des durch Unglück gebeugten Geistes ahnen könne. Es wird in denselben von einem Vergehen des Fleisches und des Herzens gesprochen als Gegensatz zu des M. ewigem Theil bei Gott, der nach einem Erwachen Gott noch schauen und sich durch ihn ergötzen werde,") wo alsdann der Scheol, die Gruft, nicht mehr sein Aufenthalt ist! ") Deutlicher wird diese Zeichnung bei Hiob. „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und der Letzte wird trotz des Staubes auferstehen. Und selbst nach meiner aufgezehrten Haut werde ich von meinem Fleische Gott schauen."") Nach dieser Darstellung war die Todtenbelsdung nicht erst, wie Biele annehmen,") in den nachexil., sondern schon in den vorexil. Schriften, im Pentateuch, als Werk der göttlichen Allmacht dem Volks bekannt, die erst im Laufe des zweiten jüdischen Staatslebens auf Widerspruch stieß. Das Griechenthum mit seinen Anschauungen, durch Alexander d. G. auch auf den Boden Palästinas verpflanzt, riefen den Kampf gegen dieses Dogma hervor und bewirkten eine Spaltung des Volkes. Zadok und BooethuS sollen die Stifter der Saodncäer und Booethusäer gewesen sein, die mit der Verwerfung der Tradition die Auferstehung leugneten.") Ja den meistm Apokryphen daher: in Sirach,") Baruch,") Weisheit,") Tobias, ") wo von Tod und Unsterblichkeit gesprochen wird, bleibt die Auferstehung unerwähnt. Nur das 2. B. der Maccrbäer spricht von ihr auf 3 Stellen^) mit solchem Nachdruck, 21) daß eine Polemik gegen die Leugner derselben unverkMnbar ist. „Hätte Judas 8) Daniel 12. 2, 3. — 9) Ps. 73. — 10) Ps. 139, 13. — 11) Ps. 17. — 12) Ps. 49: — 13) Hiob 19, 25. — 14) v. Loelln, Strauß u. Andere. — 15) Aboth de R. Nathan Absch». V. Bergt. Grätz HI. 93. — 16) Joseph b. j. II. 8, 11. — 17) Sir. 9. 12- 14, 12. 16, 17. 22. 41. 4. — 18) Baruch 2, 17, 3.11. 3,3. — 19) W. H. 1;20. 23.24. 3.7. — 20) Lob. 3. 6. — 21) B. d. Macc. 7. 9 — 36. 14. 46. 12, 38 — 45. —