Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1866)
- Date
- 1866-04-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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255 de» , Namens Knippet, der im Gefolge des Bischofs von Basel durch diese Stadt zog, erkannt. Auf Veranlassung des Bischofs nahm ihn der Graf Meinhard von Görz, der Gouverneur jener Stadt gefangen, und lieferte ihn dem Kaiser Rudolph den 19. Juni 1286 aus. Der Kaiser hielt ihn in Haft als Geißel wegen Mischer Auswanderer, zuerst iu dem Thurm von Wasserburg, dann in dem von Ensisheim. Die Abgaben der Juden in Deutschland waren ein reiches Einkommen, für den kaiserlichen Schatz, und es mußte dem Kaiser sehr daran gelegen sein, die Auswanderung derselbe» zu verhindern. Das Oberhaupt seiner Kammerknechte, wie man seine jüdische Unterthanen zu nenne» pflegte, in Sicherheit zu wissen, genügte ihm, ohne daß er den flüchtigen Rabbiner bestrafen wollte. Daher war die Hast R. Metts sehr mild. Er durfte Besuche empfangen, Schüler unterrichten, und seine Correspondenz mit inländischen und auswärtigen Rabbinen führen; nur durste er den Ort nicht verlassen. Demungeachtet konnten sich die Juden von Deutschland nicht dabei beruhigen, daß ikr hochverehrtes Oberhaupt nicht ganz frei sei; sie schickten Deputirte auf Deputirte an Kaiser Rudolph, um die Befreiung R. Mett's ans der Hast zu veranlassen. Sie loten dem Kaiser bedeutende Summen an; allein diese Bemühungen führten zu Nichts, sei es weil der Kaiser die Auswanderung des Rabbiners und seiner Verehrer befürchtete, oder, wie erzählt wird, weil R. Mett nicht auf solche Weife befreit sein wollte. Er befürchtete nämlich, daß dieser Fall, durch Verhaftung von Rabbinern Geld zu erpreßen, Nachahmung finden möchte; R. Mett blieb daher in Hast bis zu seinem Tode, bis zum 27. April 1293. Auch nach seinem Hinscheiden wurde sein Leichnam noch 14 Jahre lang im Thurm von Ensisheim ausbewahrt, bis im Jahre 4307 ein hochherziger Mann aus Frankfurt, Namens Süßkmd Wimpfen, oder Alexander den Salomon, durch vieles Geld die Erlaubniß erhielt, de» edlen Rabbi in Worms, bei seinen Eltern begraben zu lassen. Diese Einzelheiten befinden sich auf dem Grabstein des R. Mett von Rothenburg in Worms und in einer spezialen Beschreibung, von der ich in meiner Jugend eine Abschrift in Metz bei R. Aron Worms sah. (Er erwähnt sie selbst in seinem Ben Nun, Metz 4827, Seite 77.) Später habe ich diese schichte in den israelitischen Annalen von vr. Jost I., veröffentlicht. Bald darauf wurde eine Copie dieser Beschreibung in Worms entdeckt, und von R. Aron Fuld und I)r. L. Lkvysohn heraus gegeben. Letzterer bemerkt, daß die Geschichte sich auf dem 85. Blatte des in der Einleitung beschriebenen Minhogim- Buches, in einer Randglosse befindet, und gibt uns auch die Schlußworte oes Abschreibers, die etwas ledirt find. Da diese Schlußworte nicht gehörig erklärt und auf eine Art ergänzt wurden, daß sie Anlaß zu dem Jrrthume geben können, als wenn die Söhne und Töchter des R. Mett erschlagen wurden, so will ich sie hier erklären. Der Abschreiber fand nämlich auf demselben Papier, oas die Geschichte des R. Mett enthielt auch die Geschichte der Ermordung von R. Elasar's Frau und Töchter, welche der Verfasser des Minhagim-Buches in sein Werk ausgenommen hatte. Er schreibt daher: (7^78 ^7) nwpO ,7?v2 p'p 7"27 p '78LV 2772^ d. i. Siehe im Buch (Minhagim-Buche) die Geschichte des R. Clasar, wie seine Frau und Töchter erschlagen wurden; sie stand ebenfalls auf dem Papier (der Geschichte R. Metts.) Dem sei wie ihm wolle, so mag hier über die Haft des R. Mett aus Rothenburg und dessen Tod ein neuer Bericht angeführt werden, den wir 1847 in Oxford entdeckt haben. Dort fanden wir, Collection Oppenheim Nr. 1704, Q. jetzt 712, die uach allen Catalogen dieser Sammlung als ein anonymes Werk angegeben wird, einen Theil der Denkwürdigkeiten des berühmten R. Joseph Louans, genannt Joselmarm Rosheim. Dieser edle und hochgestellte Gelehrte hat, wie bekannt, alle historische und andere Monumente des Judenthums, die er auf seinen zahlreichen Reisen auffinden kennte, in seinen Denkwürdigkeiten diplomatisch genau wiedergegebcn. Nun gibt er, in obe« gedachtem Manuskript, Seite 191 b. folgenden Bericht: 72^ )?"2 )717 7H72 ,'1^7 p)>8^> 72W2 'V17 ,«^717 DL7 ^7721 .O"77 71L78> P72 17177)- 8^277 >7P71 .p"L> l"O 11127 ^7177 7'O' 2"2 7"87 7'12' 12"' -12O2 7LL7 . 1'>7 P)P7 '7 ,P'7P .>1727 ^87 71L;7 '7 , 7O'L7> 171127 1.777771 .p"L> 7-18 V717^ '7 7Z? 77'7P^ j7'2 8>1 ('WW.7 ^8°?) >"2.7 127S>. Aus diesem Berichte geht deutlich hervor, daß am Ende seines Lebens, als R. Mett sehr krank wurde, die Gemeinde von Worms sich für eine sehr bedeutende Summe Geldes verbürgte, um ihn während seiner Krankheit, in Worms pflegen zu können und ihn nach seiner Genesung wieder nach Ensisheim zu bringen. Er starb aber in Worms und man brachte ihn lodt nach dem Thurme von Ensisheim, denn so hotte es der große Mann vor seinem Tode befohlenwahrscheinlich um der Wormser Gemeinde keine so bedeutende Unkosten zu verursachen. Der berühmte Ascher, Schüler des R. Mett, soll die Bürgschaft für die Gemeinde von Worms übernommen haben. Als daher im Jahr 1303 der Kaiser erfuhr, aus welche Art R. Mett nach Ensisheim zurückgekommen war, so forderte er von R. Ascher die Summe, welche die Juden von Worws versprochen Haiku. Um nicht das Schicksal seines Lehrers zu theilen, verließ er Deutsch-