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Der Israelit · 1866-03-28 · Heft 13-14 (28.3.1866) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 13-14 (28.3.1866)
Date
1866-03-28
Page
– (sequence 27)
Language
German
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251 Baues des Gotteshauses kam Rabbi Sasson, Sohn des frommen R. David Sasson aus Bontbay nach Aden und schenkte der Synagoge 1200 Gulden um dafür Sitzplätze anzuschaffen, damit sie in der Synagoge ebenfalls wie die Juden anderer Länder sitzen können. Die Bänke wurden auch auf Befehl des ehrwürdigen R. Sasson angefertigt, doch stehen dieselben ganz unbenutzt in dem Vorhöfe. Unsere Brüder in Aden ändern nämlich nichts an allen ihren Sitten. Ihre Lebensweise, ihre Kleidung sind seit Jahrhunderten dieselben geblieben, was ihnen auch zur Zierde gereicht. Ihre Gebräuche und Sitten hinsichtlich des Thoraftudiums, ihres Gebetes und ihrer sonstigen Lebensweise stimmt mit dem Leben der Juden in Armen genau überein. Ihre gewöhnliche Sprache ist die arabische, ihre Aussprache des Hebräischen gleicht derjenigen der Brüder in Aemen, jedoch ist sie nicht so angenehm klingend, auch wird beim Vorleser: der Thora der Text nicht erläutert und übersetzt (21222). Ihr Vorsteher ist der ehrwürdige Gelehrte '282 '"i TiLM 2212. Der englischen Regierung hat derselbe schon große Dienste geleistet, daher steht er auch in hohem Ansehen bei ihren Beamten. Der würdige Chef treibt bedeutenden Handel nach Aegypten und Indien; er besitzt viele Häuser in der Stadt und deren Umgebung. Auch hat er viele Schisse zur See und ist in dem halben Erdtheil berühmt. Seine vier Söhne sind ebenfalls gelehrte und gottcsfürchtige Männer. Das dortige 2'2 besteht aus sehr frommen und äußerst gelehrten Männern. Es sind die;pi.2 22.2 '"i;.22.2 pliL' i'ip.2, der leider vor Kurzem erblindet ist; dann '"2 '1'112 2212 '282 H7'L7'.2 222 und endlich s"2 >812^ '282 2P PLP L"L".2 22.2. Die jüdischen Einwohner sind größtentheils arm, aber fleißig und dazu sehr gottesfürchtig und thorakundig. Eines Mannes muß ich noch Erwähnung Lhun, des gelehrten und frommen '"i 'H.2 12,2 ,2^2 D, der aus der Türkei stammt und in seiner Jugend nach Saanah gekommen, später in Aden viel Glück im Handel hatte. Derselbe hat ganz Aemen reichlich mit 2^22 versehen, als: 22112 ,212p pidw ,2pp' pp ,2.211 2'L'2i2 i'822 und anderen Werken, die er aus Livorno kommen ließ. Ungeheuere Summen hat dieser Mann für 2'222 verausgabt, und dieselben in allen Gebieten Jemens verbreitet, da ihm die Bezugsquellen bekannter waren, als den Eingeborenen.2221 221 .2^2. (Fortsetzung folgt.) Die beiden letzten Abschnitte -es Pentateuch, übersetzt und erklärt von vr. W. Feilchenfeld. Rabbiner der Synagogengemeinde Düsseldorf. Düsseldorf, 1866 bei Wilhelm de Haen. — Reinertrag für die Wittwen und Waisen der in Jerusalem von der Cholera Hinweggerafften. Beurtheilt v. vr. LilLeZdeiwer. Der Connex zwischen der Kenntniß der heiligen Schrift und der Art des religiösen Lebens ist io alt, wie die jüdische Nation selbst. Im echt prophetischen Geiste zerbrach schon Moses die Gesetzestafeln, als das bethörte Volk seine sinnefröhnenden Reigen um das goldene Kalb tanzte. Ganz richtig ahnte er, daß das lüsterne H Volk auch aus den Gesetzestafeln das herausinterpretiren würde, was es eben wollte. Menaffe konnte seinen reformatorischen Gewissenszwang auf das Reich Jehuda nicht anders durchsetzen, als daß er die Kenntniß des Gesetzes von Grund aus unmöglich machte, und jede Gesetzesrolle verbrennen oder sonst vernichten ließ, bis der Oberpriester Chilkijahu das der Zerstörungswuth entzogene und das Volk regenerirende Exemplar der Schrift auffand. Und nun erst in der nachexilffchen Zeit und bei den Alexandrinern während des Tempels! Welche krasse Unwissenheit mußte sich der Exilirten bemächtigt haben, wenn Scenen, wie sie Esra Kap. 9 und 10 und Nehemia 8, 14 beschrieben, ftattfinden konnten! Welch schwachen Schimmer vom Verstänoniffe des Originals hatten selbst die gelehrten Gnostiker, wie Philo mit seinen barocken Spielereien und Schwindeleien! Wie mußte auch damals das biegsame Gottesgesetz den Schemel hergeben für platonische Ideologie, Theosophie und Mysticismus! Nichts Neues unter der Sonne. Auch die neuere und neueste Zeit verleugnet durchaus nicht diesen Charakter, auch die „neue Zeit" ist mit der Bibelinterpretation ins Leben getreten, und der bald darauf erfolgte überschäumende Strom des „Seligwerdens nach einer Fatzon" wird wiederum durch eine aufrichtige Rückkehr zur Bibel in sein ruhiges Bett zurückgeführt. Von dem echt jüdischen Typus der bescheidenen Forschung des klastischen Wessely bis zu den Harlekiniaden eines Ilgen und den hirnver- 1) Vergl. Raschi zu Exod. 32, 6 nach dem Midr. 2) Nach Kimchi zu Kön. II. 22, 8, welcher schreibt: -nxn 2'112 1'.2 2^.2 '2 2'28 2112 P81 b82M2 22122 2'2V2 2222L2 2'IL? .2"l21 2'2P.2 21P12 b81 2'228 2'p°?8 ^>8 22122. 3) Tempelarchiv S. 23, Gen. 4, 1 ^2 28 N'8 '2'1? zu übersetzen: „mein Klagegeschrei erweicht Gott'. — Werlacht da?? — Indem nämlich die richtige Lesart: meine Klage (natürlich!) l^'8'2 vom arabischen l?8', 28', 2'8 (Punctum.)

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