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Der Israelit · 1866-03-28 · Heft 13-14 (28.3.1866) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 13-14 (28.3.1866)
Date
1866-03-28
Page
– (sequence 26)
Language
German
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250 Bab al Sakijjn d. i. Thor der Wasserträger von diesem Umstande erhallen habe, weil die Stadtbewohner durch dieses Thor ihr Trinkwasser zugebracht bekämen- England konnte an Aden auch nur darum Gefallen finden, weil der dortige Hafen das Stelldichein der Schiffe aus allen Landern am rothen Meere, also auch derjenigen aus Indien und Südafrika ist. Hätte R. Obadjah mit eigenen Augen sich von der Beschaffenheit von Adens Umgeburg überzeugt, so würde er nie eine solche Behauptung ausgestellt Halen. Aben Esra und Ramban glauben, der Garten Eden liege gerade unter dem Aequator. Ebenso unrichtig ist es, zu sagen, der Nil befinde sich in Adens Nähe. Entspringt der Nil doch in Aethiopicn, also in Afrika, während Aden in Asien liegt und durch das Meer von Afrika getrennt ist. — Auch mir hat man ähnliche Geschichtchen aufbinden wollen, doch werde ich womöglich nur das erzählen, was ich selbst in Augenschein genommen habe. II. Im Jahre 1837 wurde zuerst Capit. Haines von Bombay abgeschickt, um mit dem Sultan des Stammes Abd-Ali über die Abtretung von Aden zu verhandeln, worauf Haines auch eine zusagende Antwort erhielt. Damals war Aden ein elendes arabisches Dorf, das kaum 600 Einwohner zählte. Alle damaligen Gebäude waren nur elende Hütten, selbst die Wohnung des Echeikhs nicht ausgenommen, deren Gebälk mit rohen Feldsteinen ausgefüllt und deren Dach von Binsen bedeckt war. Nur wenige Moscheen und Minarets waren aus Backsteinen errichtet. Die Juden, die schon über 2000 Jahre hier unter den verschiedensten politischen Verhältnissen leben, wurden von den Arabern äußerst schlecht behandelt. Ihre Zahl mochte sich damals ungefähr auf 300 Seelen belaufen; sie hatten zwei Schulen und eine Synagoge. Als im darauffolgenden Jahre der Scheikh, der seinem mit den Engländern geschlossenen Vortrag nicht Nachkommen wollte, denselben nicht einmal gestattete, Wasser und Kohlen einzunehmen, blockirte Capit. Haines die Häfen von Aden. Heute noch gedenken die Juden des 's rnw v"üpri, an dem die Briten in die Stadt drangen. Morgens früh wollten die Araber unsere Brüder zwingen, auf die naheliegenden Festungswerke Munition zu transportiren. Allein die Juden versammelten sich in ihrer Synagoge, fest entschlossen, lieber Alles über sich ergehen zu lassen, als den Sabbat durch Lasttragen außer der Stadt zu entweihen. Unterdessen hatten sich die britischen Theerjacken bereits der Stadt bemächtigt. Ohne Schwertstreich waren dieselben in die Stadt gedrungen. Kein Tropfen Blut wurde vergossen, per Dampf wurden die Araber aus ihrem Gebiete getrieben. Die Vertheidiger hatten sich nämlich auf den naheliegenden Bergen verschanzt und erwarten jeden Augenblick die englischen Geschosse. Doch diese dachten gar nicht an ihre Kanonen, sie machten vielmehr Dampf, manöverirten zum Schein hin und her und legten ganz nahe an der Stadt bei. Hierauf ließen! sie eine solche Menge Dampf aus ihren bis zum Platzen gefüllten Dampfkesseln, daß derselbe ihre Landung förmlich verhüllte. Ein Leichtes war es ihnen, die unbeschützte Stadt zu besetzen Als die Araber inne wurden, wie sehr sie hinter das Licht geführt worden waren, zogen sie eilig von dannen. Einige kühne Bursche blieben noch bis zum anderen Tage in ihren Positionen, doch das genirte John Bull wenig. Hierauf gaben auch sie Fersengeld. Der Scheikh zog sich nach Lagh (sprich Lahdsch, bei Haines und Wellsted Lahedsch oder Lahaj, Lahhak oder Lahhadsch bei Seetzen) zurück. Die Engländer behandelten die Juden sehr freundlich. Um sie gegen etwaige Ungebührlichkeiten zu schützen, stellten sie sofort an die Synagogen Wachtposten. Um den ewigen Anfeindungen der Araber auszuweichen, hat sich die englische Regierung herbeigelassen, den früheren Beherrscher Adens gleichsam zu pensioniren. Wenn er nach Aden, seiner früheren Residenz, kommt, erzeigt man ibm alle militärischen Ehren. Dadurch allein ist es möglich, daß die Engländer von Aden nach Lagh ungefährdet reisen können. Doch müssen sie auch hier sich immer auf der Landstraße halten, wenn sie sich keiner Lebensgefahr aussetzcn wollen. Der Jude hat hingegen das Privilegium, sich ungefährdet überall bewegen zu können, denn kein räuberischer Fadhli-Beduine sucht unter der ärmlichen Kleidung des Jehudi eine gefüllte Börse. Auch den übrigen Scheikhs, die im Inneren des Landes wohnen, zahlen die Engländer Tribut, damit sie ihnen die Zufuhr der Nahrungsmittel nicht abschneiden. Zur Zeit befinden sich in Aden 250 jüdische Familien, die größtentheils aus den Städten Jemens hierher gezogen sind. Durch die Abnahme von Mekkas Einwohnerzahl vermehrte sich die zu Aden. Es ist nur zu bedauern, daß die meisten Zureisenden arm und bedürftig sind. Unlängst bauten sich die Juden eine große und schöne Synagoge, die 2000 Plätze für Männer enthält. (Die Frauen besuchen in ganz Deinen keine Synagoge, auch beten sie nicht.) Vor der Synagoge befindet sich eine große Vorhalle. In der Synagoge sitzen sie platt auf der Erde und ziehen vor dem Eintritt ihre Schuhe aus, wie dieses überhaupt überall in allen Synagogen Demens geschieht. Während des

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