Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 13-14 (28.3.1866)
- Date
- 1866-03-28
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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249 wie darf er die Annahme aufstellen, wenn das Hinzufügen ein Angriff sein soll, daß man die Bb. Ruth und Klagelieder aus ihrer früheren Stellung herausgeriffen habe? Gibt es einen größern Angriff, eine größere Entweihung als ein solches Verfahren? Und warum nun gar die Sprüche Salomo in der dritten Abtheilung stehen, darüber erhalten wir durch v. Lengerke keine Auskunft. — Höchst merkwürdig ist aber der Grund, welcher gegen die spätere einheitliche Ordnung der kanonischen Bücher und für die allmähliche hervorgekehrt wird, daß es nämlich nicht denkbar sei, daß die Juden bis auf die Bücher der Chronik keinen Codex besessen hätten. — Der Codex der Juden wird nicht aus den prophetischen Büchern gebildet, ihr Codex ist einzig und allein der Pentateuch, und diesen besaßen sie schon von dem Zeitpunkte an, da sie das heilige Land betraten. Die Schriften der Propheten sind keine Gesetzbücher, sie sollten weiter nichts sein, als das, wofür sie sich stets gaben; warnende und belehrende, demüthigende und erhebende, erhaltende und kräftigende Stimmen, die dem Volke nachtönen sollten auf der Wanderung durch die Länder, auf dem weiten und dornenvollen Wege, den zu durchwandern es bestimmt war." Hervorzuheben ist es aber, daß gerade diese Männer, und unter diesen zunächst de Wette, die es für unmöglich halten, daß die Juden bis zum Schluß der Bücher der Chronik ohne heiligen Coder gewesen seien, sich sebft unbewußt die schwierigste Frage stellen, und so einmal wieder die Jnconsequenzen ihres Systems zeigen. Wenden wir einmal de Wette's Worte gegen chn selbst an, so müßten wir zu ihm sagen: Wie konnten die Juden eine ganze Reihe von Jahrhunderten ohne heiligen Codex seien, da sie doch, nach deiner Meinung, erst in sehr später Zeit den Pentateuch als ein Ganzes bekamen? Die Schwierigkeiten häufen sich also, jemehr wir die Annahme der allmählichen Entstehung des Kanon verfolgen; wir werden durch die Ansicht, die wir die rationelle genannt haben, nicht befriedigt, versuchen wir daher die Analyse der traditionellen Annahme. (Fortsetzung folgt.) 12) de Wette, Encyclopädie S. 11. 13) Dieses sieht auch schon Bleek ein: „Als kanonisch galt der Pentateuch". Bl. a. a O. S. 198. 14) Vergl. Tract. Megillah s. 14 a.: -1^21.-10 I18W1 rwrwi dn .-w-urm Twrwi Vergl. auch Note 6. 15) Vergl. de Wette, Einleitung in die kanon. u. apokr. Bb. d. A. T. Berl. 1833 § 157 —160. Ä-rn. Nach dem Ewen Saphir bearbeitet von 8Lr8eL krimeduuM. (Fortsetzung.) Der selige Joseph Schwarz erzählt in seinem Werke über Palästina und die angrenzenden Länder, daß zwei Stunden von Aden entfernt, auf einem hohen Berge in einem großen mächtigen Felsblocke folgende Worte in Quadratschrift eingehauen seien: „7U7I -1p -IN p 'in". Ich Salomo, Sohn Davids, König von Israel, kam bis hierher. Sollte sich diese Angabe bestätigen, so wäre es gar nicht mehr in Zweifel zu ziehen, daß Aden die Schiffswerfte Salamos war. Wenn es auch sonderbar erscheint, daß unsere Väter von Kairo, daß unter dem 30 Grad nördlicher Breite liegt, herab nach Aden gekommen sein sollen, das unter dem 13. Breitegrad liegt, so kann man diesem doch nichts Schlagendes entgpgenstellen, denn wer wollte heutzutage es wagen, die Wohnsitze jener Völker des Alterthums, die gleichsam von der Erdoberfläche verschwunden sind, mit Bestimmtheit anzugeben, um das Gegentheil meiner Behauptung zu beweisen? Sehr befremdend klingen jedoch die Nachrichten, die Rabbenu Obadjah aus Bartenorah über Aden gibt. Er erzählt nämlich, daß nach Jerusalem Juden aus Aden, welches Land den bekannten Garten Eden enthalte, gekommen seien. Er sagt nämlich, daß das betreffende Land südöstlich von Aethiopien liege und daß von dort aus im Ab der Nil durch die Fülle des herabströmenden Regens anschwelle. Die dortigen Einwohner seien von bräunlicher Hautfarbe. Die Juden besäßen den Talmud nicht, doch seien alle von Groß bis Klein in den Schriften des Maimonides bewandert, da die Werke dieses großen Gesetzlehres ihr einziges Studium bilden. Aus den angegebenen Bezeichnungen erhellet deutlich, daß der gelehrte Reisende nichts Anderes als unser Aden vor Augen hatte. — So leid es mir auch thut, kann ich doch nicht umhin, zu erklären, daß unser großer Lehrer hier ganz falsch berichtet worden ist. Aden ist vielmehr in seiner nächsten Umgebung nichts weniger als ein Paradies zu nennen. Regen kommt höchst selten vor; die Bodenbeschaffenheit ist nicht dazu angethan, dem Ackerbau selbst bei der sorgfältigsten Pflege günstig zu sein. Ebenso sparsam wie die Flora ist auch die Fauna vertreten. Wenig Mammalia und Vögel sind zu nennen, doch sind die vielen Baien ungemein reich an Fischen, die daher ein Hauptnahrungsmittel abgeben müssen. Selbst das Trinkwasser muß aus weiter Ferne herbeigeschafft werden. Nach Abulfeda soll das eine Thor in der, die Stadt Aden umgebenden Mauer, den Namen