Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1866-03-28 · Heft 13-14 (28.3.1866) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 13-14 (28.3.1866)
Date
1866-03-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2447245-2447253--04082-2459517
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

232 bei allen Lehrern, auch bei denen der protestantischen und katholischen Schulen, der Fall ist, womit also die in dem erwähnten Ausschreiben gemachte Bemerkung wegfällt. Im Uebrigen wird nochmals darauf aufmerksam gemacht: 1) daß der Gehalt des Elementar- und Religkonslehrers sich auf 350 fl., einschlüssig der freien Wohnung, beläuft, 2) daß die damit verbundene Funktion eines Schächters und Vorsängers mindestens 150 fl. erträgt, und 3) daß die vorhandenen Stiftungen, abgesehen von mehreren Nebenverdiensten, eine jährliche Renumeration von 40 fl. abwerfen, so daß also die sofort zu besetzende Stelle mindestens 540 fl. — Fünf Hundert Vierzig Gulden — erträgt. Der Meldungstermin soll nun noch bis zum eilften April l. I. ausgedehnt werden. DieVerwaltung der israelitischen Kultusgemeinde Pappenheim: _llirsvk kürlder, Vorstand. Die Chocolade-Angelegenheit. Herrn M. N.in Fürth. Dresden, 17. März 1863. Auf Ihren Wunsch, uns über den Inhalt eines, die Verfälschung von Chocoladen zum Gegenstände habenden Artikels eines Dr. A., welcher in Nr. 5 des „Israelit" kürzlich erschienen ist, auszusprechen, können wir nur mit der Bitte antworten, die betreffende Redaction zu ersuchen, unsere mitfolgende Brochüre über „Eigenschaften und Bereitung von Chocolade" in den Spalten ihres Blattes abzudrucken, indem wir zur Zahlung der Jnsertionskosten im Interesse der Sache gern erbötig sind. Jene Druckschrift haben wir vor etwa Jahresfrist im Kreise unserer Geschäftsfreunde zu dem Zwecke zur Vertheilung gebracht, um damit dem mehr und mehr um sich greifenden unreellen Gebühren in unserer Branche entgegenzutreten und fügen ihrem Inhalte hinzu, daß wir unsere Ehre dafür verpfänden, daß unsere Chocoladen durchweg und durchaus frei sind von jeder Mischung thierischen Fettes und daß wir uns in dieser Beziehung jeder Controls unterwerfen. Das gleichfalls zum Zwecke des Abdrucks mit der Broschüre in dem erwähnten Blatte beigefügte Attest des Herrn Kreisrabbinen A. Kohn in Raudnitz, welches derselbe die Güte hatte auf Grund längeren Verweilens in unserer Fabrik zu Bodenbach und nach specieller Kenntnisnahme von unserer Fabrikationsweise und unseren Betriebseinrichtungen uns auszustellen, zur Widerlegung einer ehrlosen, von niederem Brodneide dictirten Anfeindung in einer österreichischen Zeitschrift, dürfte insbesondere geeignet sein, unter den höchst achtbaren Konsumenten der israelitischen Confesfion jedes Mißtrauen gegen unsere Fabrikate zu heben. Achtungsvoll Jordan L Timaeus. Ueber Eigenschaften und Bereitung der Chocolade. Von Alters her bereiteten die Mexikaner aus den gerösteten Früchten des Cacao-Baumes mit Wasser ein Getränk, das sie Choco-latl nannten, von Choco — Cacao, und latl — Wasser. Im Jahre 1520 wurde die Chocolade von den Spaniern nach Europa gebracht; die Bereitung wurde längere Zeit von ihnen als ein Geheimniß bewahrt, nach und "nach aber erstanden in allen südlichen Ländern Europas und später auch in Holland, Frankreich und Deutschland Chocolade-Fabriken. Noch zu Anfang dieses Jahrhunderts waren es Lissabon, Livorno, Turin, Mailand und Neapel, wo man die beste Chocolade bereitete; seitdem sind in dieser Beziehung jene Städte von Paris, Berlin und Dresden überflügelt worden. Das Haupt-Material zur Chocolade liefern die Cacao - Bohnen, die Samenkerne des zur Malven-Familie gehörenden Cacao-Baumes (Hisobrom caoao), der besonders im mittleren Theile Amerikas und auf den westindischen Inseln zu Hause ist. Er hat etwa die Höhe eines Orangenbaumes, dabei einige Aehnlichkeit mit dem Kirfchbaume und trägt eine gclbrothe, gurkenformige Frucht von 6 Zoll Länge und 3 Zoll Dicke. Die Frucht ist mit einem weichen, schwammigen, röthlichen Fleische angefüllt, in welchem 25 bis 40 Bohnen in 5 Reihen vertheilt liegen. Diese Bohnen, mit einer schwärzlich-rothen Schale umgeben, bestehen größtenteils aus einem eigentümlichen, mildschmeckenden festen Fett (der Cacao-Butter) und vielem Eiweiß, sowie aus Gummi, Stärke, Faserstoff, Farbstoff und einem, nur der Cacao-Frucht, eigenen, schwach bittern Stoffe, Theobromin genannt, welches, zumal in Verbindung mit Gewürzen, als Erregungsmittel wirkt, während das Fett und das Eiweiß vorzügliche Nahrungsstoffe sind. Nach einer Analyse von Lampadius enthalten die westindischen Bohnen, mit Ausschluß der Schale, die etwa 12 Prozent der ganzen Bohnen beträgt. 53,1 Cacaobutter, 16,7 Eiweiß (mit dem, nur in kleiner Menge vorhandenem Theobromin), 10,91 Stärkemehl, 7,75 Gummi oder Pflanzenschleim, 0,9 Faserstoff. 2,01 rothen Farbstoff. 8,63 Wasser, in 100 Gewichtstheilen. Die Cacaobutter, welche demnach ungefähr die Hälfte vom Gewicht der trockenen Bohnen beträgt,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.