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Der Israelit · 1866-03-28 · Heft 13-14 (28.3.1866) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 13-14 (28.3.1866)
Date
1866-03-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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224 Rabbiner, Lehrer rc. jeder jüdischen Gemeinde; aber auch Juristen, Staatsmänner und Schulinspectoren in ihrer obrigkeitlichen Stellung zu den jüdischen Gemeinden werden darin manchen Aufschluß finden." Statt jeder weiteren Empfehlung lassen wir den Artikel „Auferstehung" folgen: „Auferstehung, richtiger: Belebung der Todten, w'liri. Der Glaube an das Wiederaufleben des Menschen nach seinem Tode als Jndividualpersönlichkeit in Verbindung des Geistes mit dem Leibe zu einem Leben in Vollendung als Fortsetzung des durch den Tod unterbrochenen, ist nächst der Lehre der Unsterblichkeit der Seele eins der wichtigsten Dogmen des Judenthums in seinem Unterschiede von den Religionen des Alterth. Unsterblichkeit und Auferstehung als Glaubenslehren kennt schon das Heidenth., aber nach anderm Prinzipe. Die Fortdauer der Seele nach dem Tode bei den Juden und die Todtenauferstehung bei den Parsen werden als consequente Folgen der Ewigkeit der Materie, die keiner Vernichtung anheimfalle, gelehrt und hängen mit ihren Schöpfungstheorien zusammen. Das Judenthum verwirft die Annahme einer Ewigkeit der Materie und lehrt die Schöpfung aus Nichts; daher bei ihm weder von einer Fortdauer der Seele, noch von der Todtenauferstehung in Folge der Unvernichtbarkeit der Materie die Rede sein kann. Alles ist geschaffen und endlich: der Leib wie der Geist! Und doch lehrt das bibl. und nachbibl. Judenthum die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung, aber in einer edlern Anschauung. Die freie sittliche Vollendung des M. als Ziel u. Zweck des Lebens, diese biblische Gottahnlichkeit, der Boden des Judenth., vermöge dessen das Leben kein allmähliches Abnehmen und Schwinden; sondern ein stufenweifes Aufsteigen und stetes Erheben wird, um endlich als sittlich vollendetes Ganze nicht blos in feiner Gattung, sondern auch als einzelne Persönlichkeit fortzuleben, bildet hier den Grund beider Lehren. Da der M. zur freien sittl. Vollendung geschaffen ist und dieselbe während unseres Daseins erst errungen werden soll, so daß ein vollkommenes Leben in derselben für ihn im Diesseits nicht existirt; so ist mit Hinweisung auf Gottes Liebe nicht denkbar, daß der Tod ein Zerstörer unserer Gottähnlichkeit, der erworbenen sittlich-freien Vollendung sein soll; daher der Beginn des wirklichen Lebens in derselben auf ein „anderwärts" verwiesen werden muß. Aber dieses Fortleben in individueller Persönlichkeit ist nicht das Weiterleben der Seele allein, sondern das einstige Wiederleben derselben mit dem Leibe. Nur in dieser Verbindung ist die Herstellung der verlornen Jndividualpersönlichkeit des Dahingeschiedenen möglich. In diesem Sinne als Folge der errungenen sittlichfreien Vollendung des M., aber nicht wegen der Unvernichtbarkeit der Materie werden wir die bibl. Bezeichnung der Auferstehung durch: w'nn „Belebung der Todten," was eine völlige Auflösung durch den Tod voraussetzt und von einer neuen Belebung durch Gott spricht, verstehen; da die Benennung „Auferstehung" weder die heidnische Idee der Todtenauferstehung durch die Fortdauer der Materie ausschließt, noch die reine bibl. Lehre dieses Dogmas deutlich genug ausdrückt. Diese Lehre von der Auferstehung wird in der Bibel mehr als bekannt vorausgesetzt als verkündet. Im Pentateuch wird dieselbe nur angedeutet u. in den andern bibl. Schriften so erwähnt, daß ihre Stellen auch eine andere Auffassung zulasten. Diese Verkündigung geschieht aus dreifache Weise. Im Pentateuch leuchtet dieselbe aus den Verheißungen hervor: „Und du wirst in Frieden zu deinen Vätern kommen;" „und du wirst eingesammelt zu deinem VolkeH die den Tod als den Einsammler des M. bezeichnen, wohl um versammelt einem bessern Leben entgegenzuharren, da das Versammeltsein an sich nicht Ziel der Verheißungen sein kann. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Tulzbura (Baden) den 24. Adar. Hochgeehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie mir, Ihnen Bericht zu erstatten, über ein Fest, das in hiesiger Gemeindeheute abgehalten worden, und dessenKunde aus vielfachen Gründen wohl werth ist, durch Ihr verbreitetes Organ weitere Verbreitung zu finden. Dieses Fest galt unserem ehrw. Herrn Bez. - Rabbiner Dreh fuß, einem Manne, der ebenso durch seine hervorragende Frömmigkeit wie durch seine große Gelehrsamkeit schon längst in weitern Kreisen wohl bekannt ist. Daß die Lebenslaufbahn eines solchen Mannes die schönsten Handlungen und Werke zieren, ist wohl nicht anders zu erwarten; wir wollen nur auf das durch sein Bemühen dahier gegründete Bethhamidrasch aufmerksam machen, so wie auf den zu Müllheim durch seine Veranlassung entstandenen Raschi-Unterricht, und endlich noch erinnern wir an das vortreffliche Werk ^'-^2 liin (Ethik des Judenthums), das den Bezirks-Rabbiner Dreyfuß zum Verfasser hat. In Anerkennung nun der hohen Verdienste, die sich dieser hochgeehrte Seelsorger um die seinem Amte anvertrauten Gemeinden schon erworben, so wie ferner auf Grund der allgemein anerkannten Uneigennützigkeit dieses edlen Mannes, beschlossen die dessen Rabbinatsbezirk angehörigen Gemeinden ihm ein Ehrengeschenk zu überreichen und hiermit eine Festlichkeit zu Ehren des Herrn Rabbiner zu veranstalten. Nachdem nun ein Festcomitö von sämmtlichen Gemeinden gewählt worden, das die Sache arrangiren 1) 4. B. M. 32, 3, 34. — 2) Jos. 16, 2. —

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