Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1866-02-07 · Heft 6 (7.2.1866) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 6 (7.2.1866)
Date
1866-02-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2447245-2447252--04063-2459497
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

80 cfliweseftd, did der ^rr Rabbiner den Tcchmud und daSMvtteSwort mit me ermüdendem Eifer Lshkt; seine nach seinen physischen -Mästen mit fast unglaublicher Ausdauer gehandhabte, unvergleichliche LMrnethüde hat ihm einen großen Ruf gesichert; auch in sei entmischet Beziehung kann man ihn unbestritten zu den,falmüdischen Celebritäten der Gegenwart zählen. Es ist dies ein erfreuliches Ereigniß, welches der sogenannten Fortschrittspartei, die die. Seminarien nach ihrem Sinne zu errichten wünschte/ den Todesstoß geben wird, da, wie ich höre, noch zwei ähnliche Hochschulen für Ungarn bestimmt und durchgehends die Wahl auf orthodoxe glaubenstreue Gemeinden gefallen ist, so daß wir getrost ausrufen können: „das bedychte Judenthum ist gerettet" — und das in Ehren erhaltene ReligionsgebäNde hat wiederum felsenfeste Stützen erhalten. Zur Zeit werde ich das Endresultat der eingangserwähnten Anfrage mittheilen. L. Krämer. (Nachbemerkung der Nedaction: So erfreulich die mitgetheilte Thatsache ist, so unterlassen wir doch nicht, bei dieser Gelegenheit auf die vortrefflichen Aufsätze des Herrn Rabbinen Or. Hildesheimer in diesen Blättern, die Seminarangelegenheit betreffend, zu verweisen; nur wenn die projectirten Rabbinerschulen sich dazu bequemen , ihren Zöglingen auch ein gewisses, den Ansprüchen unserer Zeit entsprechendes Maß profaner Kenntnisse zukommen zu lassen, nur wenn die Leiter derselben auch diesen Punkt mit Sorgfalt und Liebe in's Auge fassen und überwachen, nur dann werden diese Rabbinerschulen eine Zukunft haben. —) I t a l i e n. Florenz. Zwei Israeliten sitzen in dem italienischen Parlament. Es sind dieses die Signori Commendatori D'Ancona und der Avvocat Tullo Masserini. (Educatore JZraelita.) England. London. Zu unserem größten Bedauern bemerken wir unter der Liste auf dem gescheiterten Dampfer „London" Verunglückten auch die Namen von vier Religionsgenossen von denen 3 aus unserer Gemeinde sind, der vierte Namens Marks, ist uns unbekannt. (I. Chr.) Dänemark. Kopenhagen, im Tebeth. (Privatmitth.) Die „Jsraelitisre Tidende" ist ihrem, in unserem vorigen Berichte von uns vorausgksagtem Schicksale erlegen. Nach zweiwöchsntlichem. kostspieligem Dasein, das sie nur kümmerlich gcfrrstst, ging sie den Weg aller schlechten Blätter, ohne einen harten Todeskampf zu bestehen, da schon bei ihrer Geburt sie sich als nicht lebensfähig erwiesen hatte. — In ihrer Abonnements-Einladung unterrichtete die ^BerkknFsche Zeitung" ihre Leser von dem Abgänge des EtatsratheS Herrn Nathanson als Redarteur derselben mit dem Beginne des Jahres. 18b6. Bis Heute aber steht noch immer am Huße M Blattes Hert Nathanson als verantwortlicher RDaktenM unterzeichnet. — Prinz Oscar von Schweden hielt sich vor einiger Zeit in hiesiger Residenzstadt ausi uyd b.eehrte-bei dieser Gelegenheit unseren GlaüberisgenoMn, Herrn Comrnerzienrath I. W. Heymann (den Sohn Mden Lesern d. Vl. bekannten Herrn W. P. Heymaun) mit feinem hohen Besuche. — Der „Berling'schen Zeitung" entnehmen wir, daß der am 8. Oktober v. I. zu Nizza verstorbene Violinvirtuos Heinrich Wilhelm Ernst im Jahre 1814 zu Brünn von jüdischen Eltern geboren worden. Ob er auch als Jude starb, können mir nicht genau bestimmen, da. auf religiösem Gebiete der früher wohl maßgebende Grundsatz nvursn eot qrnv» zur Jetztzeit keine entscheidende Anwendung mehr finden kann. — Der auch Ln Deutschland bekannte, am 31. December v. I. in Warschau verstorbene Banquier Mathias Rosen, hat bei vielfachen Badereisen seinen Namen durch Werke der Wohlthättgkeit verewigt. In Karlsbad, Marienbad, Tepsttz u. a. O. gründete er Freistellen für Hilfsbedürftige, zu Leipzig und Berlin spendete er mit vollen Händen den Armen. Seine Vaterstadt Warschau verliert an ihm einen der edelsten und intelligentesten Charaktere. uv V>dr Palästina. Jen strleM. Neuerdings erließ Seine Majestät der Sultan mehrere Gesetze, die rm Allgemeinen großen Anklang finden. Wie unvollkommen die allgemeine Rechtspflege sein muß, die einem Manne, und dazu einem Pascha anvertraut ist, ist leicht zu begreifen. Diesem Uebclstande entgegen zu treten, erließ unser hoher Regent eine Verordnung, die besonders für unsere Stadt von großer Wichtigkeit ist. Sv ist in jedem der vier Stadtbezirke ein besonderer Gerichtshof etablirt worden. Der Stadttheil, den unsere Glanbensgc nossen bewohnten, hat als solcher auch ein besonderes Gericht erhalten. Dasselbe hat seinen Sitz in dem Hause des Chacham Baschi, des Rabbinen der sepbardischm Gemeinde. Zusammengesetzt ist dieser Gerichtshof aus 2 Juden, 4 Mohammedanern und drei Christen. Diese stehen unter einem Appellationsgerichte, so daß wir uns jetzt mit Recht der Hoffnung hing-llen können, daß m der heiligen Stadt kein Unrecht mehr unbestraft bleiben wird. Die Wasserleitung aus dem Dorfe Berak, von der der „Israelit" unlängst einen eingehenden Artikel brachte, ist bis sitzt soweit vorangsschrckten.däß nur noch die Verkittung einzelner Lheile der Leitung fehlt. Dieser Kitt ist aus Gyps, in Oll geknetet, zusammengesetzt. Das Oll haben die Bewohner der Dörfer an

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.