Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1866)
- Date
- 1866-02-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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VII. Jahrgang. Beilage za Nr. K des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Darmsiadt 26. Jan. Ueberall in unseren Nachbarstaaten fallen mehr und mehr die Schranken, welche der vollkommenen bürgerlichen Gleichstellung zwischen Juden und Christen entgegen gestellt sind. In Baden sind schon seit vielen Jahren Juden zu allen StaatsLmtern, nicht ausschließlich zur Advokatur, zugelassen worden. Dagegen scheinen bei uns die Früchte des Gesetzes vom 2. August 1848, die religiöse Freiheit betr., noch immer nicht einzutreten. Nach diesem Gesetze soll die Verschiedenheit des Religionsbekenntnisses keine Verschiedenheit in den politischen oder bürgerlichen Rechten zur Folge haben. Seit der Geltung dieses Gesetzes ist nun unseres Wissens ein einziger Jsraelite, ein Mediciner, zu einem StaatSamte befördert worden, während namentlich in der juristischen Carriere Rechtskandidaten jüdischen Bekenntnisses bis jetzt ausschließlich nur zur Advokatur zugelassen wurden. Die Magistratur ist ihnen verschlossen. Es wäre endlich an der Zeit, daß man das alte Vorurtheil beseitigte und das Gesetz zur vollen Wirksamkeit gelangen ließe. (N. F. Z.) O österreichischer Kaiserstaat. Wie«. Der Juwelier Herr S. Goldschmidt ist gestern (22. Januar) in Gegenwart des Predigers Dr. Jellinek im Oberhosmarschallamt als Schatzmeister von Gold- und Silberwaaren und Juwelen der kaiserlichen Famile beeidigt worden. Es dürfte wohl zum ersten Male sein, daß ein solches Hofamt einem Israeliten übertragen und daß ein Eid mors juär-leo in der Hofburg geleistet wurde. (Wiener Fremd cnblatt). Wien, 20. Januar. Auf dem gali zischen Landtag ist ein Antrag auf konfessionelle Gleichberechtigung, besonders hinsichtlich gemischter (?) Ehen und der Besitzfähigkeit der Juden, eingebracht und einem besonderen Ausschuß zugewiesen worden. Die Begründung durch den Antragsteller (Pompe heißt der Ehrenmann) wurde mit Beifall ausgenommen. Preßburg» Ende Januar. Hier wurde ein neues Gebäude für die Schiurvorträge erbaut, besten Einweihung ohne alle Feierlichkeit stattfand; der EinweihungS-Act bestand lediglich darin, daß der Herr Oberrabbiner seine periodischen Schiur- Vorträge am^ erwähnten Tage im neuen LocM zu halten begann; dies geschah aber nicht, weil es etwa in unserer Gemeinde an Pietät für unsere heilige Thora fehlt, sondern einzig und allein aus dem Grunde, weil eS der edle Erbauer dieser Schiurstube, Herr Heinrich Berger aus Wien gewünscht hatte. Während der .i-u« 'i2->, welche der Herr Oberrabbiner dem talmudischen Vortrage, dem auch mehrere 'ivH beiwohnten, voranschickte, setzte er in kurzen Worten den Hergang des Baues auseinander. Der selige Vater des Herrn H. Berger, Herr Simon Berger, welcher hiesiges Gemeindemitglied war, vermachte ein Legat von einigen lausend Gulden zu einem wohlthätigen Zwecke, und stellte eS seinem Sohne anheim, es nach seinem Gutdünken zu verwenden; sogleich faßte Herr Heinrich Berger, den Plan, diese Stiftung, zu der Erbauung einer neuen Schiurstube in Preßburg zu verwenden. Es war dieses ein tiefgefühlte- Bedürfniß, da die alte Schrurstube sich in einem niedrigen, unansehnlichem Gebäude befand, und die hiesige sehr in Anspruch genommene israelitische Gemeinde nicht in der Lage war, eine andere Schiurstube zu erbauen. Herr H. Berger errichtete nun dieses sehr schöne Gebäude mit wahrhaft jüdischer Munificenz; er kaufte zu diesem Behufs das nächst dem des Herrn Oberrabbinen gelegene Haus, und ließ die Wohnungen der oberen Etage in einen großen, trefflich eingerichtete« Saal, der 800 Menschen aufnehmen kann, umwandlen. Wir schließen mit den Worten, mit denen der Herr Oberrabbiner schloß: '1 opV' OPQ Vergelte Gott Herrn Berger sein Wirken, und gebe der Gott Israels chm seinen vollkommenen Lohn. B. HuSzt (Ungarn) 18. Januar. Lasten Sie mich Ihnen noch frisch den freudigen Eindruck schildern, welchen ein zum ComitatS - Gerichte von der hohen Statthalterei herabgelangter Auftrag in der hiesigen orthodoxen israelitischen Gemeinde verursacht. ES handelt Ich um nichts Geringeres, als in der Marmoros, und zwar in der Stadt Huszt, eine Hochschule für Rabbinatscandidaten zu errichten, an deren Spitze unser rühmlichst bekannter ^71 UO1.1 PPQ rm-np-12 .1VV stehen wird. Die hohe Statthallerei verlangt zu wissen, ob hinlängliche Lokalitäten zur Unterbringung der einer Rabbinatsschule entsprechenden Zahl Candidaten vorhanden seien. Dieser Frage will Schreiber dieses nicht vorgreifen. Doch ist das bereitwilligste Entgegenkommen von Seiten unserer Gemeinde gesichert, und wird sich so Gott will Alles nach Wunsch finden. Ich will nur mit wenigen Worten die Fähigkeiten unseres Rabbiners erwähnen. ES find bereits gegenwärtig circa