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Der Israelit · 1866-02-07 · Heft 6 (7.2.1866) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 6 (7.2.1866)
Date
1866-02-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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10b hat sich durch die Anstellung eines eigenen Lehrerin eine Bildungsstätte verwandelt, die im Hinblick auf ihre gediegenen Leistungen den Vergleich mit anerkannten und bewährten Instituten nicht zu scheuen hat. Die Schüler erhalten, je nach ihren Anlagen und dem für die zukünftige Bestimmung jedes Einzelnen genau abgegränztem Ziele, gründlichen Unterricht in dm Religions- und allgemeinen Elementarfächern, in den Realim und fremden Sprachen; außerdem besuchen einige besonders befähigte Knaben das Gymnasium und die Gewerbeschule. Für die weiblichen Handarbeiten der Mädchen ist bestens Sorge getragen. Vermöge der musterhaften DiSciprin und der verhältnißmäßig noch geringen Anzahl der Pflegekinder, die in diesem barmherzigen, vom Geiste der Gottesfurcht getragenen Asyle Aufnahme fanden und sich unausgesetzt der liebevollsten Aufsicht zu erfreuen haben, kann die Anstalt ohne übermäßige Anstrengung das Doppelte dessen erzielen, was gewöhnlich überfüllte Lehrclassen zu leisten im Stande find. Indem ich dem Waisenhause mit freudiger Genugthuung dieses wohlverdiente Zeugniß ausstelle, wünsche ich ihm die Sympathieen aller das Gute und Edle fördernder Menschenfreunde, insbesondere aber die fortdauernde und wachsende Berücksichtigung meiner Glaubensgenossen in Rheinland und Westphalen. vr. Schwarz, Rabbiner der hiesigen Synagogen Gemeinde. Oesterreichischer Kaiserstaat. üi Prag. Man schreibt der „Ost-D. Post-. Der Sekttonschef im Justiz-Ministerium Herr vr. v. Hye, war vor Kurzem hier, um in seiner neuen Eigenschaft die böhmischen Gefängnisse zu inspiziren. Herr v. Hye erkundigte sich nach Allem sehr genau und ließ unter Anderem auch die Seelsorger der einzelnen Confessionen kommen, um sie über allenfallsige Beschwerden zu fragen. — Der Rabbiner der jüdischen Sträflinge bemerkte, er habe über die Behandlung derselben nicht im Geringsten zu klagen; nur Eines liege ihm gar sehr am Herzen. — Herr v. Hye ersuchte den Redner, ganz offen zu sagen, was er meine; wenn es irgendwie möglich, so werde er sofort Abhilfe treffen. „Nun denn, sagte der Geistliche," so möchte ich Ew. Excellenz eine Bitte vortragen. Unter den jüdischen Sträflingen ist Einer, welcher bei dem gemeinsamen Gottesdienste derselben, die Stelle eines Vorbeters versieht. Da hat es mir immer wehe gethan, wenn ich diesen Mann mit den Ketten vorbeten sah. Wollen Ew. Excellenz gnädig verfügen, daß ihm für die Zeit des Vorbetens die Ketten abgenommen werden." — Herr v. Hye ließ sofort den Gefangniß-Aufsehrer rufen, und befahl nun, daß dem Sträfling, welcher das Vorbeten versieht, die Ketten für immer abgenommen werden sollen. — Aus Ungar«. Zur Zeit weilt in Preßburg ein gewisser JzchakSalkinsohn, aus England wie ich glaube, ein getaufter Jude, unter dem Vorwände, in der englischen Sprache Unterricht zu ertheilen; in Wahrheit aber ein Missionär, dessen ganzes Bestreben dahin gerichtet ist, unsere Glaubensbrüder durch nichtige Vorspiegelungen von dem heiligen Glauben unserer Väter abzuführen, zu'welchem Zwecke er auch, ein von ihm verfaßtes Merkchen npiw'.-i niv verbreitet, ein Machwerk, das nicht einmal der Kritik werth ist. Wenn man auch den Vogel an seinen Federn erkennt, so mag es doch am Platze sein, unsere Glaubensbrüder in Ungarn auf das Treiben dieses Mannes aufmerksam zu machen. N. W. Feuilleton. Dichtungen. Von L Die Freude am Sarge. Ein Knäblein stand an einem Sarg, Und spielte dran und freute sich Mit dessen Sternlein inniglich, Und ahnte nicht, daß dieser Sarg Sein Bestes ihm auf Erden barg, Daß in der schönbesternten Truhe Ihm selbst die todte Mutter ruhe. — So steht, dem Kinde gleich, entzückt, Und freut der Erdensohn sich oft, Wenn plötzlich ihm und unverhofft Die Prüfung eine Gabe schickt, Weil er voll Glanzes sie erblickt, Und sieht erst spät, wie diese Gabe Ihm seinen Frieden trug zu Grabe. Hierzu riue Beilage. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — DampstSchnellpressendruck von I. GottSleben in Mainz.

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