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Der Israelit · 1866-02-07 · Heft 6 (7.2.1866) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 6 (7.2.1866)
Date
1866-02-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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105 wurden hier Gebete verrichtet, worauf sich dev Arg in Bewegung setzte. Vor der Synagoge angekommen, wurde dem königlichen Bezirksamtmann der Schlüffe! überreicht. Bevor der Beamte die Thüre des Tempels öffnete, hielt er an die Gemeinde folgende Ansprache: „Indem ich hiemit die Pforten dieses Hauses erschließe, so gebe ich die Thora zurück den Hallen, für die sie bestimmt ist. Ihr aber befolget sie zu dem Zwecke, zu dem sie gegeben worden." In feierlicher Stimmung zog man in die Synagoge, um dort zum ersten Male heiße Gebete zum Schöpfer empor zu senden. Es wurden mehrere Einweihungslieder vom Chore mit Musikbegleitung vorgetragen, die allgemeines Lob von den Anwesenden erhielten. Sodann folgte die Einweihungsrede, abgehalten vom Herrn Distrikts-Rabbiner Or. I. Königs Höf er, die auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck machte und mit großem Beifall ausgenommen wurde. Nachdem nun das Gebet für den Landesvater beendet war, schilderte der königliche Bezirksamtmann mit ergreifenden Worten oas Leben der Juden in den frühesten Zeiten; die Erbauung der Stiftshütte unter MoseS; die Erbauung des Tempels unter Salomon. Mit wahrhafter Bewunderung erkannte er die Fügung Gottes in den jüdischen Verhältnissen. Mit Absingung des 150 Psalmes wurde die Feier beschlossen. Nach beendigtem Diner wurde dem Herrn Distriks-Rabbine- Seitens der Gemeinde in Anerkennnug seines ersprießlichen Wirkens in Wort und That, ein prachtvolles Geschenk in Silber verabreicht. So endete dieses schöne Fest, das allen Anwesenden noch lange Zeit eine erhebende Erinnerung gewähren wird. Schwanthaler. Hannover. Die Nachricht von dem Dahinscheiden des ^)"2"1 pw.i hat in unserer Gemeinde viele Herzen auf das Tiefste erschütterte Wenn der Verewigte in der Frankfurter Gemeinde den größten Theil seines Lebens zubrachte und sich und Andere dort mit dem Lichte seiner Thorakenntniß erleuchtete, so hat jene Stadt allerdings den Verlust schmerzlich zu empfinden. Aber, wie über <-> jener Klageredner weinend ausrief (Megillah 6, a.): 'Itt N'PMM ri^-1'2 '22 P2X ^271 2P2V p-,8 rnQki 'd2 N-I2X '2 r>p2 ri2vr« so können auch wir sagen: In Hannover stand die Wiege dieses großen O2r> i'L>2c->, hier wurde der Grund zu seiner Größe gelegt, Frankfurt machte ihn groß und genoß die Früchte dieses edlen Stammes. Wir vereinen unsere Klagen um den Dahingegangenen mit denen Frankfurts. Vor einigen Wochen hatten wir das Vergnügen, Herrn Rabbinowitz aus München bei uns zu sehen, der von einer Reise nach Hamburg zurückkehrte, wo er auf der dortigen Stadtbibliothek sich die Manuskripte von den vier MM2O2 (p^ii2"2Q"2 p"2 aus dem Jahre 4944) verschafft hatte, mit deren Barianim er sei« Werk v'isiO 'piipi bereichern will. Er hat hier durch seine Gelehrsamkeit sowie durch sein anspruchlose- Wesm, dazeigt, wie es ihm nur um die Sache zu thun ist, großen Beifall geerntet. Daausgezeichnete Institut des jüdischen Lehrerseminars, das die Herren Landrabbiner vr. Mayer und Director vr. Frensdorf hier ins Leben gerufen haben, hat »ach seinem kurzen Besteheu schon die größte Anerkennung der königl. Regierung gefunden, die eine jährliche Subvention zahlt und der Anstalt ein eigenes Gebäude zugewiesen hat. Wir können hier den Wunsch nicht unterdrücken, daß der 3jährige Cursus zu einem etwa 5jährigen erweitert werde, damit man das höhere Ziel erreiche, daß auch zu talmudischer Ausbildung der Zöglinge in gehöriger Ausdehnung der Grund gelegt werde. Wenn es auch unmöglich ist, bis jetzt ohne Ausnahme Alles an dieser herrlichen Anstalt zu rühmen, so gestehen wir doch gern, daß sie viel G. s. D. zur Erhaltung des religiösen Elementes in unserer Gemeinde beiträgt und den Mitgliedern Gelegenheit gibt, durch jüdischen Privatunterricht, den sie von den Seminaristen den Kindern ertheilen lassen und durch Subvention an Geld und Kosttagen, die sie letzteren spenden, das Gefühl für N2'2" ripisi.-i und wurm npnin nicht erkalten zu lassen. Möchten doch unsere Seminaristen immer mehr dahin streben, letzteren Ehrennamen zu verdienen. Mögen die Herren Leiter noch lange Jahre in kräftiger Gesundheit der Anstalt vorstehen und unserem Lande eine große Anzahl gediegener Lehrer zuführen. Preußen. BerU». In einem hier schwebenden wichtigen Prozesse kam es auf die Vernehmung eines in Madrid wohnhaften Zeugen jüdischen Glaubens an und wurde deshalb die Gerichtsbehörde in Madrid requirirt, sich derselben zu unterziehen. Die vor einigen Tagen hier eingetroffene Antwort bedauert, wie die „Voss. Ztg." mittheilt sehr lebhaft, derselbe nicht entsprechen zu können, da in Spanien weder Juden noch Rabbiner existirten, daß selbst ein protestantischer Prediger in Spanien nicht vorhanden und daß sogar in der spanischen Gesetzgebung das Judenthum vollständig unbekannt sei. (Volkszeitung.) Köln, 26. Januar. Am 23. d. M. fand in Paderborn in Gegenwart mehrerer Mitglieder des Curatoriums von dem Unterzeichneten eine eingehende Prüfung der Zöglinge des israelitischen Waisenhauses Statt. Die Anstalt, welche ihrem Grundsätze, den unglücklichen Verwaisten in Wahrheit ein Elternhaus zu bieten und an ihnen Vater- und Mutterstelle zu ersetzen, in bewunderungswürdiger Weise gerecht wird,

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