Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1866)
- Date
- 1866-02-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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103 der Stand der Juden ein günstiger, ja sie halten in Bezug auf die Geldgeschäfte einen immensen Vorzug vor den Christen. Als aber nach Mathias Corvinus Tode die Macht und das Ansehen der Könige von den Oligarchen immer mehr untergraben wurde, da häuften sich die Beschwerden der Juden gegen die Christen, und andererseits wurden die Klagen und zum Theil absurden Beschuldigungen der Christen gegen die Juden immer lauter, bis nach der unglücksvollen Schlacht bei Mohäcs (1526) die Juden wieder aus dem Lande ausgewiesen wurden. Usch einmal über die Jeschiba - Angelegenheit. Von vr. 3. LilLesLeiiuer. (Fortsetzung.) Haben doch die unglücklichen Falascha's ihre Millionen europäischen Brüder selbst damals nicht zur thatkräftigen Organisation aufzuraffen vermocht, als die Expedition des französischen Grafen Mounyier noch Chancen hatte, und warum konnten im nichtjüdischen Lager für ewige Zeiten aggressive Missionsgesellschaften organisirt werden, bei uns aber auch keine defensive? Warum fragt man im jenseitigen Lager nicht gleich nach dem Ende, wohl aber in dem unsrigen? Ist es nicht kränkend, daß da, wo es sich um die weit angelegtesten Plane gegen das Judenthum handelt, daß „1125^ .128^21 brv" hartnäckig festgehalten wird, nicht aber bei uns, wo dieser große Grundsatz schon vor Jahrtausenden gelehrt wurde? Wie steht es heute schon um das Interesse für die Pilgerwohnungen, die etwa in der Mitte stehen zwischen Absehbarkeit und Unabsehbarkeit des Endes? Erlahmt nicht schon heute die Thalkraft dafür, trotzdem noch vielleicht 180 Wohnungen gebaut werden müßten, wenn daS Unternehmen zu Ende geführt werden sollte? — Nur eine einzige ständige Organisation in ganz Israel besitzen wir, nämlich die Sammlung für '"8 "5p, warum aber? weil dies unsere viel idealeren und sinnigeren Alten eingerichtet und bereits viele viele hundert Jahre praktisch tradirt haben. — Kommen wir auf unser Thema zurück. Rücksichtlich der Theorie über die solidarische Verpflichtung und Haftung der Gesammtheit für den Ausbau des Gottesgesetzes (1121p) hebe ich unter vielen andern Stellen folgende hervor: Ket. 112 d: i^>82 2112.1 i'^p TibpQ i'O252 i"i ,15.121 15'2V2 -P212, Mid. Tanch. und Wajik. Rabba, angef. Jalkut 934 i'i kV 12 2'^2pv 8'.i v"l s>p 1285 i^>8 1118 1285 712 v'p'lllvb 8'7> 2"1 s>p 8^8 121P1 1118 8^>8 7121P1 Tll'.l 8b Ivb' 8- 1W8 w'87l 12^> 8"1 12 821151 *1 2V2 818 21 l'p' 8d 1W8 L?'81 8^1 p'11.1^ 11'2 8^>1 1112> 11'2 P1SO l'.ll 12V1 12vk 828 12 821 "l 2L72 1'21' '1 111b« V-22 .1k '1.1 P11.1 pii.lv 11'2 P1S2 II'.I 8vi Ivb 8vi Ivb 8v 128 1112 VV22 ,1k 'i.i pii.ii, Sohar Ber., angef. v. i'^"v (Ed. Amst. 182 a.) 8i'ii82 ppvi p5'8 8i'ii8i s.i i>8 12 1'8;i.lv P22111 ^15'8 12 1'pvl 11P2 1'^p P.12 1'v Ipv 1121P 11V11 2-12 81 8V'121 1'VP. — Diesen Vorschriften sind auch die traditionsgetreuen Ahnen wirklich nachgekommen; und nicht nur der Einzelne blieb derselben stets eingedenk, sondern auch die Gesammtheit hat sich hierzu wohlweislich organisirt. So erzählt 2'2'.i 1121 (Th. i"' 76 b.), es sei Gebrauch bei den Frommen gewesen, während der Chanukka- Tage i"i zu unterbrechen, um sich mit den Bedürfnissen der i'i'Mi und der Schuljugend zu beschäftigen, um ihnen den Lebensbedarf zu sichern. sowie auch rücksichtlich dieser ipiii eine Organisation und Repartition unter den Reichen und Wohlhabenden überhaupt zu treffen; so berichtet auch der Verfasser, daß er mit seinem Lehrer Tag für Tag zu allen Betreffenden unter seinen Bekannten gegangen sei, um diese Organisation zu realisiren. Aber nicht etwa nur einer längst verschwundenen Vergangenheit gehört diese schöne Sitte an, sondern sie wurzelt G. s. D. noch unwandelbar fest in der Gegenwart, leider nicht unter uns, wohl aber in Polen und Rußland, jenen Musterländern für die Pietät für 1111 und 1111 '121V, jenem Eldorado echter alter Liebs und unbedingter Opferfähigkeit für das Gottesgesetz, jener Zufluchtsstätte desselben, wo es Tausends von scharfsinnigen Jüngern nicht nur der armen Kreise, sondern auch der so genannten höher» um sich schrart, wo 112 11^112 mit nach Hunderten zählenden Fcequententen in früherer Glorie blühen, aus welcher ^18 '5185 O'vvN i'2i 111.1 H1151 hervorgegangsn und yervorgehen. Wie Großes, wie über jede Beschreibung Imposantes in jenen Kreisen für den Ausbau der .1111 geleistet wird, dafür ist uns fast schon Begriff und Vorstellung abhanden gekommen. Richten wir uns aber an jenem gesunden Leben auf, machen wir's wie sie und die Resultate werden mutatis mutanckis (da allerdings die bekanntlich so besonders glückliche Individualität des Polen mit in Rechnung gebracht werden muß) dieselben sein; denn wenn allerdings 6X nibilo nibil üt aus Nichts Nichts wird; so ist andrerseits sicher oiaülia sioailidus, Aehnliches für Aehnliches. — Wodurch wird in Polen und Rußland so viel für .1111 ermöglicht? — Hauptsächlich weil dort schon seit der vorigen Generation, und zwar, wie wir sehen werden, von einem der größten Männer, zu dem noch heute die größten Autoritäten elS zu ihrem großen Meister hinaufschauen, eingerichtet, eine sehr segensreiche Organisation dieser wichtigste» aller Fragen vorgenommen, so daß ganz Ruß-