Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1866)
- Date
- 1866-01-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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90 und zeigtze sich sehr günstig für alle .Vorschläge rgr Verbesserung der Lage unserer Brüder? Die jüdische Bevölkerung in der Stadl mochte damals 25—28,000 Seelen stark sein. Dieselbe war in zwei Haupt-Klassen die „Schwarzhauben" un^„Weißhauben," getheilt. Die Letzere nannte sich auch Higournie, von Livorno, und enthielt 3 — 4,000 Seelen^ Die „Schwarzhandel:," die den größten Theil der Gemeinde bilden, sind Eingeborene. Auch in der Umgegepd von Sains Djerbi und in anderen Orten zählen dieselben ungefähr 15,000 Seelen, so. daß die ganze jüdische Bevölkerung sich auf 40,000 Personen belaufen kann. Der Kaid Jnffuf, dessen Nachfolger der Kaid Niffim war, stand neben dem Chaznadar, dem Minister oder vielmehr dem GroßVezix. des Bey; er ist der bedeutendste Beamte des Landes, der die Finanzen zu verwalten hat. Meine Sache war es, auch hier wiederum unsere Glaubensbrüder zur Errichtung guter Schulen zu bewegen. Nachdem ich Rosch - Haschanah in Marseille zugebracht hatte, beeilte ich mich, nach Paris zu reisen, wo ich unter dem Namen Looietö xour 1a Propagation äs l'instrnotion parnü 1tz8 Isravlitss äs l'Orient, einen Verein gründete, der die Verwaltung dieser Schulen in die Hand genommen hat. Der sel. Rabbiner Ennery und Herr A. Frank hatten die Güte, bei der Gründung mitzuwirken, die Entwicklung wurde jedoch durch die Februarereignisse gehemmt. Jahre vergingen, bis eS mir möglich war, mich im Jahre 1854 in den Orient zu begeben; wiederum andere Jahre, bis die Alliance israelits nnivorLtzllo, durch eine Anzahl junger Leute im Jahre 1860 gegründet, inne wurde, daß die Gründung von Schulen im Orient zu ihren nützlichsten und heilbringendsten Geschäften gehöre. xvn. ... Das Jahr 1848 konnte trotz aller seiner störenden Eingriffe in den Lauf der Dinge der Entwickelung dieser Institutionen nur für kurze Zeit im Wege stehen. Die frcre Constitution, die dieser Epoche der allgemeinen Veränderungen des Bestehenden folgte, veranlaßte viele auswärtige Glaubensgenossen, Paris als ein willkommen^ freieres Asyl zu begrüßen. Wenn früher dep sel. granä rabbin Ennery die Dekoration der Ehrenlegion erhielt, so blieb er. nicht lange der einzige Rabbiner, dem' diese Auszeichnung zu Theil wurde. Der sel. Marx, granä rabNn zu Bordeaux; der sel. Ulmann, granä pabbin des Central-Consistoriums; Ne Herren Jsidox , granä rabhiv Ul Paris wurden bald Rttter dieser LeZion, . 7' .:; 7A1N - NYL 1850 konnte her granä ral-dru nün Paris den versammelten Andächtigen ankündigen, Nrß im neunten Monate statt, und nimmt seinen Anfaüg, sobald iwn yewissm dazu Lestimmttzn Personen' dtzr NÄlMond - verkündigt wdwui r. . i ..... ..i u ,7'. 7'. dich Familie R^th!child im BkKr-iffe sei., ein Hospital für jüdische Glaubensgenoffen zü errichten. Am Tage nach rnzniw wurde in dem Beetsaal der großen GStt« des, .Hospitals von, Rothschild, in der Straße PicpuS, eine Ceremonie abgehalten, die noch lange einen unverlöschlichen Eindruck hinterlaffN hat. Dieses Etablissement erhielt neben einer Section von 63 Betten für akute Krankheiten, eine andere Abtheilung von 11 Betten für chronische Leiden. Ein Höspitium für 35 Greise, und ein Hospital für 45 Frauen und Kinder sind ebenfalls Theile dieser Anstalt. Auch besitzt dieselbe eine Bibliothek, einen Beetsaal, sowie alle sonstigen Bequemlichkeiten, welche die neuere Wissenschaft von einem Krankenhaus fordert. Wenn inan die Summe, welche die Familie von Rothschild für dieses Hospital bereits verausgabt hat, auf 800,000 Francs anschlägt, so ist dabei nicht das Geringste übertrieben. Durch dieses schöne Beispiel angeeifert, hat das übrige Publikum ein so großes Interesse für dieses Etablissement, daß die jährlichen Einnahmen desselben sich auf mindestens 70,000 Francs belaufen. (Fortsetzung folgt.) Amerika. New-Örkean-, den 11. November. Wie m diesen Blättern bereits mitgetheilt worden, hat der Unterzeichnete seine Stelle als Rabbiner hier aufgegeben; ich habe nunmehr eine anderein Cincinnati angenommen, wohin ich wahrscheinlich noch heute aufbrechen werde. Wie Sie bereits wissen, ist die Ursache, die mich zu diesem Schritte veranlaßt hat, keine andere, als daß ich mich nicht entschließen konnte, nachzugeben den sündhaften und ungerechten Forderungen einer bedeutenden Anzahl von jungen leichtsinnig« Menschen, welche der ewig rastlose Speculationsgeist vor noch nicht langer Zeit an unsere Ufer ausgeworfen. und die sich seitdem in unsere Gemeinde als Mitglieder eingeschlichen haben; diese sind es, die, obgleich sie nicht mehr als einmal des Wahres das Gotteshaus besuchen, und Sabbat- und Speisegesetze öffen verletzen, dennoch vorzugeben wagen, sie könnten sich nicht länger mit dem alten Jüdenthume befreunden, sie müßten ein neues haben, odschon sie einem Neuen ebensowenig wie dem alten Rechnung zu tragen gedenken, aber es ist einmal Mode , und sie müssen ein neues Judenthum haben, das der Rabbiner ihreni GesHmacke entsprechend schaffen muß. Diesen schloffen sichu mehrere Mitglieder' an, die längst schon KaD Reformen seufzten und von dem Manna der göttlichen Lehre sprachen vndz ferner andere on'ännv v'rnNiv.n - als ttrch die ich ihres Aintes uüfätzig erklärt hatte; rW Väter, deretr von Nrchh'üdimieft gebotene Kinder H nicht zur Beschnttdrmg znsieß; kstff diese Weise gelangt