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Der Israelit · 1866-01-31 · Heft 5 (31.1.1866) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 5 (31.1.1866)
Date
1866-01-31
Page
– (sequence 9)
Language
German
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"Beilage z« Nr. 5 des Israelis gettung-nachrichten rrnd Correfpondenzen. Pre u ß e n. Grätz (Prov. Posen). Wollen Sie, geehrter Herr Nedacteur, Folgendes in Ihr sehr geschätztes Blatt gefälligst aufnehmen: Voriges Jahr wurden an vielen Orten von einem Umherreisenden mnwi verkauft. Derselbe war aus Tizak und hat, vielleicht unbewußt, zu zahllosen Veranlassung gegeben. Die Schrift der ro'Vip ist so unter aller Kritik schleckt, daß dieselben jedem Sachkundigen beim ersten Astblick als erscheinen müssen. Die wro find ebenfalls nicht vorschriftsmäßig gearbeitet.. Bei dieser Gelegenheit d. h. hei den in Folge dieser Bemerkung ängestellten Untersuchungen hat sich herausgestellt, daß viele v'->LD auf die leichtsinnigste Meise ihr heiliges Werk verrichten. So überziehen dieselben den obengenannten Theil mit einem Stück Pergament, arff dem sich vier Linien befinden, die die einzelnen Abtheilungen vorstellen sollen. Daß solche durchaus bDs find, braucht wohl nicht erst bewiesen M werden. Die mmv find leicht kenntlich; dieselben find in ein Glasröhrchen, das mit Messing überzogen ist, eingefaßt. Die leichtsinnige Schrift und sonstige Arbeit läßt mit Recht schließen, daß auch die i-vznL-, der p^sri nicht gegerbt sind. Es ist Sache der Rabbinen, für die Folge den mehr auf die Finger zu sehen, und besonders derartigen Verkäufern mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Diejenigen, die auf diese Weise sich pvsn angeeignet haben, dürfen dieselbe keinesfalls ohne vorherige Besichtigung gebrauchen. Elias Sutmacher, Rabbiner. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus der Nyir (Ungarn.) irizn -on (Spr. S. K. 15 V. 23.) Es ist ein schroffer, greller Contrast, den ich constatiren muß, wenn ich die immer mehr sich herrlich gestaltende Bildungslage der Israeliten unseres magyarischen HeimathlandeS mit dem jüdischen Culturzustande des Szaboloser Comitates in Parallele stelle. Wendet man jedoch seinen Blick nach dem Wohlstände und der HandelSfituation der Juden dieses LandeStheileS — der, wegen ihrer florirenden Agrikultur überaus gesegneten sogenannten Nyir — so gewahrt man, besonders in der Stadt NyiregyhLzal, eine zuvor nie gekannte Blüthe, die sich in ver fortdauernd enormen Zunahme des GeschästswesenS unzweideutigst zu erkennen gibt. — Fragt man aber hier, in der Nyir, nach der Aistenz einer jüdischen) Schule, der einzigen Pflanz- und Pflegestätte der Heranwachsenden Menschheit, — so erfüllet das dm Fortschritt der ungarischen Judenheit richtig auffassende Menschenherz ein tiefes Weh und unwillkürlich sehnt man sich aus dieser Moralischen Wüstenei heraus. Auf der an 130 m Meilen großen und an Israeliten zahlreichen Nyirfläche besteht nur eine jüdische (dreiklassige) Knabenschule, — und auch deren Bestand ist gegen w a r^ i a gefährdet! Die mächtige Chassidäer-Kaste auf dem flachen Lande einerseits, und das atheistische Treiben der Israeliten der Stadt Nyregahüzal, (hie die „Jud ensch ul e" auf'S frevelhafteste verpönen und ihre Kinder schon vom frühesten' Alter ab „lieber" in die nichtjüdische Anstalt schicken) andererseits, vernichteten stets schon im Aufkeimcn jedes Anstreben zur Gründung von; üdischen Volksschulen. In dem gegenwärtigen heilverheißenden Zeitpunkte , wo auch am trüben Horizonte d er Stellung der Juden in Ungarn „Bessergestaltung" prophezeiende Symptome sich zeigen; und sohin auch der inhaltschweren jüdischungarischen Schulfrage hoffentlich zur Genüge wird Rechnung getragen werden, — j<tzt also — sage ich 7— sollte es unbedingt eine der, dm ersten Rang einüehmenden Anregungen der hochverehrten Leiter und Fürsprecher der jüdisch-ungarischen geistigen Int Hessen sein; höheren Orts möglichst bald zu erwirken, — daß die zumeist begüterten Juden der Nyir mindestens in den größeren Gemeinden *) Volksschulen rn's Leben rufen. Arrch die Minderbemittelten müßten freilich für diesen frommen Zweck noch Kräften ihr Schärflein opfern und würde eine kleine Beisteuer aus dem jüdisch-ungarischen LandesschUlf 0 nde diesem, allenfalls leicht durchführbaren Unternehmen eine feste Stütze bieten. Mögen diese bescheidenen, aber gewichtigen Worte, so sie an die warmberedten Repräsentanten der hierländischm israelitischen Angelegenheiten gelangen, geneigtes Ohr finden! Alexy Knopfler. Frankreich. Pari-. (Jüdische Briefe von Albert Cohn. Fortsetzung.) Ich hatte die Ehre, durch unsere« Gesandten dem Bey vorgestellt zu werdem Trotz des Ramadan **)-Fastens begab sich der Bey in die Stadt *) Wie zu NyiregyhLza, Nagy-Källä, Nyir-BLtor, Nyir- Bakta u. s w. **) Ramadan auch Ramasan und Beiram sind die zwei heiligsten Festtage der Mohamedaner. Das erstere findet immer

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