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Der Israelit · 1866-01-31 · Heft 5 (31.1.1866) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 5 (31.1.1866)
Date
1866-01-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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trag zur Geschichte der Mainzer Rabbinen seit dem Wett Kreuzzuge dienen kann. Dieses Dokument, das im Rokeach § 355 und in R. Melk aus Rothenburg Rga. Nr. 17 erwähnt wird, erzählt, wie in Mainim Jahre 1093, riwis -«rrn '2. sich zwei Bräutigame in der Synagoge befanden, über deren Ceremonien bei dem Thora-Lesen eine Discussion zwischen den Gelehrten entstand. „R. Jsaac ben Elieser Ha-Gadol" wer einer Meinung, nyd „R. Samuel ha-Cohen" war einer Meinung. Dem Letztern stimmte „R. Menachem ben David Ha- Levi" bei, da erhob sich „R. Jehuda Ha-Levi", der Vorbeter, und begann den Neschut des Hochzeit- Sabbat für den einen Bräutigam und las die Hälfte der Perascha; dann den Reschut für den andern Bräutigam und las die andere Hälfte der Parascha. Wir ersehen aus dieser Discussion, daß R. Jsaac ben Elieser Ha-Gadol drei Jahre vor dem ersten Kreuzzuge in Mainz lebte und folglich der Märtyrer N. Jsaac, mie wir schon bemerkt haben, und kein Anderer ist. R. Samuel ha-Cohen und R. Menachem ben Ha-Levi sind, was keinem Zweifel unterliegt, die Märtyrer dieses Namens; ebenso R. Jehuda Ha-Levi, der nach dem Dokument Vorbeter der Gemeinde war. Nach dieser kurzen Unterbrechung kehren wir zu HM Nachfolger R. Abraham ha-CeheMs, R. Kalonymos ben Jehuda, zurück. Er blühte zwischen 1110 und 1125 und wird, um ihn von N. Kalonymos ben Jsaac zu unterscheiden, Kalonymos 1^112.1 „der Jüngere" genannt. R. Kalonymos war ein Synagogal- Dichter und schrieb viele Festgebete und Klagelieder, die der deutsche Ritus ausgenommen hat und die heute poch in Deutschland gesungen werden. Seine Gesänge sind zum Theil leicht an Styl und nicht ohne Gedanken. Aber viele von den ihm zuerkannten Gedichten sind von einem andern Kalonymos nämlich von R. Kalonymos ben Jsaac, genannt „der Aeltere", dem z. B. die Klagen über die Opfer des ersten Krenzzuges, die ihm Vorlagen und die er nachahmte, angehören. Ueberhaupt alle Stücke, die nicht mit seinem vollständigen Namen bezeichnet, sind zweifelhaft, weil es viele Rabbiner dieses Namens gab, die Synagogal- Poesien geschrieben haben. R. Kalonymos ben Jehuda hatte zum College« P. Eljakim ben Joseph, der ihn überlebte und noch 1115, da er schon in sehr vorgerücktem Alter stand, erwähnt wird. Vergleiche Aschen, Rosch ha-Schana, Cap. IV: ppm.i ppnw ri"prm 6^2 r«!r^22 p-n-r.inp2 12 /-» OP21 921 p"lL-ri L'QPL M2 V' 1'tt 512211 VN: 12M. Unter beiden Lehrern, studirte der gelehrte R. Elieser ben Nathan, wie er selbst bezeugt in seinem Eben Ha-Eser, § 19, mit folgenden Worten; 'Q'2 88^22 .10-2 pi'tt 9p) ^21' 12^2'P'28 ^11 NUN' 12 2^22l9p ^1 'N121. R. Eljakim ben Joseph war ein gelehrter Gesetzlehrer SS und corrsspondirte mit R. Meir zu Rqmerup und mit dessen Sohn R. Samuel. (Fortsetzung folgt.) E. Carmoly. Noch einmal über dir Jeschiba - Angelegenheit. Von vr. ck. lliläeskeimer. (Fortsetzung.) kV. Resumiren wir zunächst das Facit der bisherigen statistischen Auseinandersetzungen, um auf Grund dieser unwidersprechlichen Zahlenargumente von der Wirklichkeit einen Schluß auf die Möglichkeit ziehen zu können. Die von uns oben specialisirte» Gemeinden repräsentiren eine Bevölkerungszahl von ca. 900 Mitgliedern mit ca. 1200 2'iin2 (vgl. jedoch darüber weiter unten). Wohl sind diese Angaben, wie schon oben erwähnt, nur approxomativ und werden nicht wenig Ergänzungen dazu gemacht werden können i). Doch glaube ich nicht, daß sie gar weit hinter der Wahrheit Zurückbleiben werden- So übersprudelnd dies nun aber erscheint, so imposant und Achtung gebietend nach Innen und Außen, so sehr auch für die Zukunft über jeden Zweifel beruhigend; so wenig entspricht dieses factische Ergebniß dem innerhalb der Verhältnisse Möglichen, gleichsam dem Nationalreichthume, so wenig drücken die wirklichen Bestände die ganze Größe der vorhandenen moralischen Macht aus, so wenig kann auch hierin das „Sichgehenlaffen" den Eingeweihten für kommende Zeiten beruhigen. Der in den beiden letzteren Artikeln geschilderte status yuo einerseits des Bestandes, andererseits der Art des Bestandes enthält nämlich bei dem großen Zuge von Ungerechtigkeit, der sich durch das Ganze hindurchzieht, bei der jetzigen Zeitlage und bei dem Minimum von Idealismus, welches heutzutage vorausgesetzt werden darf, durchaus keine Bürgschaft für kommende Zeiten, durchaus keine Garantie, daß dieses wichtigste aller Institute auch künftig selbst nur in gleicher Weise, wie bisher, vertreten sein, geschweige 1) Ich selbst erfülle hier sehr gern den Wunsch der geehrten Herrn Correspondenten, welche mich brieflich darauf aufmerksam machten, daß auch Herr Rabbiner K. Singer in Losonz sowohl in seinem jetzigen, wie im früheren Wirkungskreise stets 6—10 Bechurim hatte, sowie daß der ehrwürdige Herr Rabbiner Lazar Paschkus in Galantha auch trotz seiner schwachen Constitution stets Bechurim um sich schaarte, — dieses hier ergänzend zu erwähnen.

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