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Der Israelit · 1866-01-24 · Heft 4 (24.1.1866) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 4 (24.1.1866)
Date
1866-01-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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«) Töchtern, die beim allgemeinen Gemetzel verschont blieben, weil man sie mit Gewalt taufte, wollten nicht nur den Tod ihrer ReligionSgenoffen nicht überleben, sondern die an ihnen vollzogene Taufe, obgleich gegen ihren Willen, trieb sie zu einer schaudererregenden, heroischen Tbat. Jsaac schlachtete zwei Tage später, am Vorabende des Pfingstfestes seine Tochter in seinem Hause und legte seine Wohnung in Brand. Darauf begab er sich mit seinem Gefährten Urya in die Synagoge, zündete sie ebenfalls an und beide starben den Feuertod durch eigne Hand. Diese besonderen Umstände erzählt Elieser ben Nathan Ha-Levi in seinem „Bericht über die Leiden des Jahres 1096" Seite 6. Unsere 2'ii.m nd'12, Seite 93, weiß nichts von Taufe, nichts von zwei Tage später erfolgtem Tode, sie berichtet nur, daß Urija und Jsaac, dessen Frau i22?bip2? und ihre Kinder Samuel und dessen Schwester in der Synagoge abgeschlachtet und verbrannt wurden, N'iix -,2 121NX1 btt',22? 22'121 122?blp2? 212 122?X1 P22' 121 2212.1 2'22 1212^11 12222. Dem sei wie es wolle, so verdient noch ein Märtyrer erwähnt zu werden, ich meine Mar Durbal, der nebst seinen Kindern erschlagen wurde. Es ist ein Name, der in einem merkwürdigen Rechtsbescheide vorkömmt, der in Mainz gleich nach der Verfolgung von 1096 ertheilt wurde, und manches Interessante für die Geschichte der Juden zu Mainz enthält. Dieser Rechtsbescheid, der in N. Meir von Rothenburg's Rga. Nr. 501 der Prager Ausgabe abgedruckt ist, handelt über ein Buch, das dem Mar Durbal gehört hatte. R. MoseS ben Jekuthiel ließ R. Mordechai vor das Gericht der Rabbiner Abraham ben Meir ha-Cohen und KalonymuS ben Jsaac laden. „Ich bin," sagte der Erste, zum Vormund der Waise David's ben Salomon ernannt und fordere von Dir, daß Du das Buch, das Du von Mar Durbal in Händen hast, dem Waisenknaben zustellest, denn er ist ein Brudersohn von Mar Durbal, der nebst seinen Kindern in der Verfolgung umkam, und nun dessen einziger Erbe ist." Der Zweite antwortete: „Das Buch von meinem Schwiegervater Mar Durbal, das ich besitze, ist mein, denn mein Schwiegervater und seine Kinder wurden ermordet; da keine Zeugen da sind, die bezeugen können, wer zuerst getödtet wurde, behaupte ich, daß zuerst mein Schwiegervater erschlagen wurde, dann seine Söhne, so daß seine Tochter die einzige Erbin wurde, und als auch diese umgebracht wurde, so erbte ich, ihr Mann, wie jeder Ehemann seine Frau beerbt. Gesetzt aber meine Frau wäre vor ihren Brüdern gestorben, so wären meine Kinder, die Kinder von der Tochter Mar Durbal's diejenige , die ihre Onkel beerbten; ich behalte daher das Buch in ihrem Namen." Die Richter nach verschiedenen Gründen, die sie weitläufig auseinandersetzten, verurteilten R. Mordechai, das Buch dem Waisenknaben David M geben, der allein als Erbe des Mar Durbal zu betrachten sei. Wir sehen aus dieser Behandlung, daß nicht alle Juden von Mainz umkameu, sondern daß Viele Rettung gefunden haben, die sich bald «ach dem Abzug der Kreuzfahrer wieder sammelten und an ihre Spitze die zwei genannte« Rabbiner als Richter setzten. R. Abraham ben Meir ha-Cahen, Verfasser der Sefer Ha-Dinim. Man hat von ihm ein Trauerlied — '2b 22.112 ix2?x — über die Leiden des Jahres 1096. R. Kalonymus ben Jsaac ist der bekannte R. Kalonymus Ha-Saken, Enkel des R. Elieser, des Großen. Sein Vater ist der R. Jsaac, den wir als Einen der sieben gelehrten Märtyrer kennen gelernt haben. Auch er stimmte Trauerlieder auf die genannte Verfolgung an: 22 ip2? '212X und 12' '2 2'2 '2?xi. — Auch sein Onkel R. Tobia ben Elieser, der sich nach Palästina gerettet hat, beklagt in seinem Midrasch zum Pentateuch und den fünf Megillot, welcher Lek ach Tob genannt wird, 112X 22?is, den Untergang der heiligen Gemeinde in Mainz, seiner Vaterstadt: bip '2?iip 12?P2? 12?P2 P121 21'ib 2212 2x1 21S2 12X 21'2 2.1221 2.1'2?1 2X1 222p 1.1222? XL112 bxi2?' 'ibx 22? 2?11'p Vp 12X 2?'X2 121221 21P122?1 lllbpb s>1X1 '22?N 1'11212>2 2>1p 2X'12b l"l221 212?2 :p'bp 21122?2 22?lb (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. AuS dem Badischen. Den Lesern Ihres geschätzten Blattes, und insbesondere dem Lehrerstande, dürfte es nicht uninteressant sein, die bereits auch durch andere Blätter gemeldete Pensionirung de- Profeffors Wilhelm Stern, Direktors des evangel. Schulseminars, an welchem auch die israelitischen Lehrer Badens ihre Ausbildung fanden, zu vernehmen. Die Stelle des Direktors einer Lehrerbildungsanstalt gehört zu den einflußreichsten auf dem Gebiete menschlicher Erziehung und Bildung, und es darf wohl behauptet werden , daß die religiösen und politischen Anschauungen im Volke, insofern eS sich nicht um diejenigen Stände handelt, die eine wissenschaftliche Bildung erstreben und durch dieselbe zu einem mehr selbstständigen und unabhängigen Denken gelange», den Geist desjenigen repräsentiren, der an der

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