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Der Israelit · 1866-01-24 · Heft 4 (24.1.1866) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 4 (24.1.1866)
Date
1866-01-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Unter den heiligen Büchern unseres Volkes befindet sich ern Büchlein, nicht einmal ein Büchlein, ein Abschnitt, TN'V pid, „der Abschnitt des Liedes," der da die ganze Schöpfung in einen zum Allherrn empyrsteigenden Lobgesang umwandelt. Darin ist auch dem Thiere, das uns heute so lange beschäftigt hat, sein Gesang angewiesen. Wir haben schon oben bemerkt, daß das Schwein ein Reinheitszeichen außen, nämlich gespaltene Klauen, hat, während sein Inneres es zu einem unreinen Thiere stempelt; entgegengesetzt diesem seinem Wesen hat man ihm folgenden Vers zugewiesen: VrNI'N ^1 Tw'll'.l „Thue Gutes, o Gott, den Guten; aber nicht nur denen, die gut scheinen, sondern die auch redlich sind in ihren Herzen". Das Schwein gilt aus dem angeführten Grunde den Juden als ein Symbol der Heuchelei; dereinst aber wird alle Heuchelei schwinden: die da gut scheinen, werden auch redlich sein in ihren Herzen; das walte Gott! — Die Juden zu Main) im Mitteialter. (Fortsetzung.) XVH. Die Kreuzzügler in Mainz. Die Zeit des ersten Kampfes des ^chnstenthums gegen den Islam, der Völker des Abendlandes gegen die des Morgenlandes, am Ende des elften Jahrhunderts, war eine Periode blutiger Verfolgung der Juden, namentlich in den Rheinstädten. Von einem Orte zum andern ertönte das Mordgeschrei: „Die Juden haben den Heiland gekreuzigt. Rache und Tod über sie!" und wie „Wölfe der Wüste" fielen die Kreuzfahrer über die armen Juden, die von einem solchen Entsetzen ergriffen wurden, daß Viele von ihnen ihre Kinder und sich selbst mit Messern erstachen. Nach Mainz kamen die blutigen Wallbrüder unter Emicho's Anführung. Emicho von Leiningen, ein geldgieriger und blutdürstiger Mensch, dem ebenso «ach dem Vermögen der Juden als nach deren Blut gelüstete, scheint mit dem Erzbischöfe von Mainz, seinem nahm Verwandten, einen schrecklichen Plan getroffen zu haben. Ruthard lud sämmtliche Juden ein, im erzbischöflichen Palaste Schutz zu suchen, bis der Sturm vorüber'seist werde. Die unglücklichen Israeliten, die an seine Worte glaubten, übergaben ihm ihre Reichthümer und lagerten sich , über 1300 an der Zähl, in feinem Hofe, mit bangem Herzen und inbrünstigem Gebete. Schon mit Tagesanbruch, Dienstag dev 27. Mar, führte Emicho die Kreuzfahrer vor die bischöfliche Residenz und forderte mit wildem Geschrei die..Auslieferung der Juden. Die Wache, die der Erzbischof zum Schein aufgestellt hatte, rührte sich nicht, und die rohe Horde drang ohne Hinderniß in das Innere de- Palastes. Nun begann ein entsetzliches Gemetzel, alle 1300 Juden fielen, jung und alt, Männer und Frauen, mit dem Einheitsbekenntniß auf den Lippen, durch daS Schwert des Feindes, oder durch das Messer des Freundes. Denn, um der wilden Horde zu entgehen, erstachen Mehrere einander. An ihrer Spitze starben in frommer Ergebung, und Alle zur Treue an Gott und seine heiligen Gesetze aufmunternd, die Vorsteher der Gemeinde, Kalonymus Ha-Parnes, Mordechai Ha-Gabbai und David Ha-Gabbai. Auch die ganze Familie des edlen Kalonymus folgte dem Beispiele ihres Oberhauptes, so seine biedere Frau Bella; sein gottesfürchtiger Sohn Joseph ging freiwillig in den Märtyrertod, er ließ sich schlachten. Auch seine zwei Tochtermänner, Meschullam und Schemarja, nebst der Gattin des Letzteren, fielen als Opfer. Ebenso starb die Familie des frommen David Ha-Gabbai, zur Standhaftigkeit von ihm ermahnt, nämlich: seine edle Frau Rachel; sein treuer Sohn Kal onymuS, dessen Gattin Bella; sein Tochtermann Alexander nebst Frau und Kindern. Die Ehegattin des Mardochai Ha-Gabbai, Bellette und ihr Sohn Israel ergaben sich muthig in dasselbe Schicksal und mit ihnen die ganze Gemeinde. Unter den vielen Opfern, die unsere Martyrerliste anführt, bemerkt man eine Anzahl von Selbstentleibten. Bemerkenswerth sind viele seltene Namen der Märtyrer, besonders bei den Frauen, als: ,-r'äiivr u. s. w. Einige sind hebräisch und zum Theil poetisch, als: .12 'Lsn, ri'S'Oi' und ri>uv. Die Träger der Talmudgelehrsamkeit aus der Lehranstalt der Weisen Lotharien's fielen alle an jenem schrecklichen Tage und mit ihnen verschwand der Glanz der Mainzer Schule. Sieben derselben werden namhaft gemacht: Der bereits erwähnte R. Jehuda, Sohn des R. Jsaae ben Jehuda; R. David; R. Jehuda Ha-Leoi; R. Jsaac; R. Menachem ben David Ha-Levi; R. Samuel ha-Cohen und R. Samuel Ha-Bachur. Sie starben alle mit Frauen, Kindern und Schülern den Märtyrertod, mit dem Bekenntnißrufe: „Der Herr unser Gott ist einzig." Die Schätze der Juden behielt der Erzbischof und theilte sie mit Emicho. Sechzig Israeliten die noch in dem Dom verborgen waren, ließ Rutbar nach dem Rheingau führen, angeblich um sie zu tetten; aber sie wurden bald ergriffen und geschlachtet, Zwei andere Israeliten, Urya und Jsa a c , mit des Letzter« zwes

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