Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1866)
- Date
- 1866-01-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ktt« unbewußt dÄ jüdische Speisegesetz insdfertt zum DürHbrstch gekommen, daß fast nur die vom Jrideuthume gestatteten Thiere, Vogel und Fische genossen werden. Die am häufigsten vorkommenden Fische: Salm, Hecht, Karpfen, Schellfisch, Häring rc. haben Schuppen und Floßfedern; die Vögel, welche die civilisirten Völker in Aren Häusern und Höfe« ziehen: Gänse, Enten, Hühner, Truthähne, Tauben sind auch dem Juden gestattet; von den viersilbigen Thieren lieftrn Hchsen, Kühe, Kälber, Schaafe, Ziegen den meisten Fleischbedarf; der Genuß des Pferdefleisches', bei den alten Deutschen so beliebt, kann trotz aller einschlägigen Bemühungen keinen Anklang und keine Verbreitungfinden; so sind es von allen Thiergattungen nur die Schweine und die Haasen, die von den den Juden verbotenen Thieren bei den Nichtjuden von Bedeutung find! Die Schädlichkeit des Haasenfleisches ist längst bekannt. Ein Hauptnahrungsmittel des Haasen ist die Giftpflanze Belladonna, die den Genuß des Haasinfleisches für den Menschen höchst gefährlich macht; aber der Haast ist von geringerer Bedeutung; er ist mehr Luxusartikel als Nahrungsmittel; ebenso verhält eS sich mit der dem Juden verbotenen Schnecke, die man Auster nennt. Es beibt also hauptsächlich nur das Schwein als dasjenige Thier übrig, welches von den civilisirten Nationen mit Vorliebe verspeist wird, während es dem Juden verboten ist — und das Schwein ist durch die von der vorangeschrittenen Wissenschaft in ihm gefundenen Trichinen als ein manchmal höchst gefährliches Gift erkannt. Als vor drei Jahren die Trichinenkrankheit zuerst beobachtet wurde, erregte sie zwar allgemeinen Schrecken; bald aber, setzte man sich darüber hinweg. Die neuesten Erscheinungen, die furchtbare Katastrophe in Hederslhben, wo mehr als 500 Menschen erkrankten, die zum großen Theile der Krankheit erlagen, und viele Erkrankungen au. andern Orten scheinen von nachhaltigerer Wirkung zu sein; schon gibt es viele christliche Haushaltungen, die das Schweinefleisch von ihrem Tische verbannest; diese Vorsicht wird allmählich immer mehr Kreise beherrschen , je nachdem sich zu den schon beobachteten Unfällen neue gesellen. Es ist natürlich,, daß der Talmud dem Schweine mehr Aufmerksamkeit als irgend einem andern verbotenen Thiere schenkte, da der Genuß des Schweinefleisthes auch im Alterthume sehr verbreitet war. Wir wollen hier darüber zusammenstellen, was uns gerade gegenwärtig ist. Das Schwein war bei den Juden verächtlich wie kein anderes verbotenes Thier; es ist verboten, Schweine groß zu ziehen; man nannte es nicht gern beim Namen (Tniii), sondern bezetchnete es mit dem Namen Kl 2 etwas Anders "; der Talmud lehrt, daß her Genuß des SchwMefleffches häufig Aussatz im Gefvlße habe. (Viele moderne Zstrztebehaupten, daß ein im Schweine häufiß vorkommender Patastzt -dis Finne" im Leibe des Menschen, wenn sie Mit dem Schweinefleisch genossen ist, zum Bandwurm werde.) Ferner wird im Talmud bemerkt, baß die Eingeweihe' des Schweines denen des Menschen ähnlich seien, sy daß die Krankheiten dieser Thiere leicht in den Wuschen übergehen können. Momente genug, die geeignet sind, die Beobachtungen des Herrn Professors Virchow zu unterstützen. Aus all dem Gesagten geht zur Genüge hervor, daß die Ergebnisse der modernen Wissenschaft wohl geeignet sind, ein bemerkt uswerthes Licht auf das jüdische Religionsgesetz zu werfen. Was uns Jahrtausende lang zum Spott und zum Hohn gereicht, stun-r mehr wird es als weise, nachahmungswerthe Vorschriftanerkannt, und Viele sind bereits zu der Ueberzeugung gelangt, daß das israelitische Speisegesetz die beste und ausreichendste Medicinal-Polizei sei. Jahrtausende lang hat nun das jüdische Religionsgesetz seinen heilsamen Einfluß auf unser Volk geübt; es hat uns bewahrt, geschützt und erhalten inmitten der entsetzlichsten Verfolgungen; es hat unsgekräftigt, da man uns in ungesunde, feuchte, mit Stickluft angesüllte Ghettos pferchte; es hat uns unsere geistige Spannkraft! bewahrt, da inan und unter ÄaL Thier hinabzudrücken bemüht war; es hat uns zu geistig gebildeten Menschen-gemacht, während die Barbarei des Mittelalters ringsum die Völker umnachtete — und jetzt, da die Ausgrabungen im Orient und die Entzifferung der Keilmschriften die Angaben der Bibel bestätigen gegenüber den Erzählungen der Griechen, denen man früher mehr Glauben schenkte, — da die Ergebnisse moderner Wissenschaft unser vieloerhöhntes Speisegesetz in einer Weise rechtfertigen» von der vergangene Generationen keine Ahnung haltsw.-njetzt gibt es leider so viel Söhne und Töchtev aus Israel Mltte, die von unserm heilige« RelPionsgesetze wie von etwas Veraltetem sprechen, dem das heutige Menschengeschlecht in seiner Eivilisation und mit seinen geistigen, industriellen, kommerziellen Errungenschaften längst entwachsen seil O, ihr Verblendeten, ihr seht, ihr seid chm nicht entwachse«; bedenkt doch, wie wunderbar herrlich sich das Mische Religionsgesetz bethqtigt! Hoffen wir, daß die Erfahrung am Schweinefleisch den Verblendeten die Nutzen offne; dairr^ Erde sich erfüllen unserer Weisen merkwürdiges Wort : . , 71^2- ."N0P MlllvW 21kl NVL? Wb , „Warum heißt es (das Schwein) EWA (hasrst: wied^eben)? Wik es zurü-hringru wird'die Lroue