Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1866)
- Date
- 1866-01-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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62 .11^ Schweinefleisches läßt sich nicht Ar sich allein beurtheilen, schon deßhalb >Hcht, weil Zs (M spesielles Verbot ist. Freilich die; meisten NWtHidm kenn«! kaum etwas Anderes ^vam Judepthu« Hs das -Verpöntsein des Fleisches dieses einen Thieres; aber das Schwein ist nur ein Einzelnes aus einer ganzen Gruppe verbotener Thiere, und das diesbezügliche Verbot kantt daher MM ZyssmvchHßMe mit de»GMeS GpKjegesetze betrachtet werden. ' Nur bei den lebendigen Geschöpfen unterscheidet das Judenthum zwischen Erlaubtem und Verbotenem; alle genießbaren Mineralien und Pflanzen sind zum Genüsse erlaubt; unter den geflügelten Kriechthleren r;ip7i)sind einige Gattungen erlaubt, die uns jedoch heutzutage nicht mehr bekannt sind; vvn den Fischen ist der Genuß derjenige« gestattet, die Schuppen und Floß-, federn Habens sämmürche Vögel dürfen gegessen werden, bis auf die 24 Gattungen, welche die Thora anf-ählt; nichtsdestowmiger beschränkt sich heutzutage die Anzahl der reinen Vögel auf die gewöhnlichsten,, weil wir die Bedeutung jener 24 Vogel-Gattungs- Namen nicht genau mehr kennen; von den vierfüßigett -khieren dürfen nur solche gegessen werden, die gespaltene Klauen haben und wiederkäuend sind; diejenigen aber, die wiederkäuend sind ohne gespaltene Klauen zu haben: das Kameel, das Kaninchen und der Hasse, ebenso dasjenige Thier, welches gespaltene Klauen hat, aber nicht wiederkäuend ist, nämlich das Schwein, find zum Genüsse verboten. Die erlaubten Thiere und Vögel dürfen wiederum nur dann gegessen werden, wenn sie vor der Tödtung,." Mn organischen Fehler Hatten, der ohne diese den Tod zur Folge gehabt hätte, ferner Nur dann, wenn sie nach bestimmtem Ritus getödtet worden sind. Außerdem ist noch Ünschlitt und Blut, ferner die Mischung von Fleisch Und Milch religiös, und die Mischung von Fleisch Und Fisch ans Gesundheitsrücksichten verboten. Bon allen diesen Einschränkungen liegen nur der zuletzt erwähnten mit Bestimmtheit Gesundheitsrücksichten zu Grunde; die Gründe für die übrigen kennen wir nur höchst unvollkommen; es gibt dafür eigentlich nur einen Grund, nämlich dm Willen des Höchsten. Wohl ist es uns erlaubt, darüber nachzudenken, warum wohl Gott Dieses gestattet und Jenes verboten Habe wir dürfen aber das Resultat unseres Nachdenkens picht zuNr ausschließlichen Grunde erhöben, so daß) wenn dieser wegfiele, auch das Verbot bedeutungslos Würde. Wir Müssen immer bedenken, daß wrr nitt^ MMche' Menschm find, unfähig, die Gedanken und Pläne des äüweism Gottes LU erforschen, Wch die Entdeöikmlg der Trichinen im ^Schweinefleisch Nag upS Bescheidenheit lehren, indem Wr utts sagen, Dich, da die Wissenschaft JirhnaüOnde brauchte, rnn durch die Vervollkommnung der optischen Instrumente zu dieser Entdeckung?» gelangen, man vielleicht in späterer Zeit auch noch die Schädlichkeit des Genusses von Blut und 'Uvschlitt, voy N Milch oder Butter gekochtem oder gebratenem Fleisch rc erkennen werde. Doch thut man wohl nHt Recht daran, den GrzHrd der Speisegesetze lediglich in hygienischen Rücksichten zu suchen; es ist immerhin möglich, daß eine Speise für die körperliche Gesundheit und Kräftigung Mtzerlich mch dsnnvch^ex erhabenenHwmSrn «LHt entsprechend ist/ welche der Allw -ise mit und m den Nachkommen Jakobs verfolgt. Israels Leben und Sein ist estr Durchaus geistiges; der Körper dient nur ÄS Werkzeug der Seele. Wie aber der Handwerker und der Künstler in vielen Beziehungen von den ihnen zu Gebote stehenden Werkzeugen abhängen, wie mit unzulänglichen Werkzeugen nichts Großes und Vollendetes hervorgebracht werde» kann, so vom Körper durchaus nicht unabhängig. Wie aber der Handwerker und der Künstler oft nicht bloß -starke und kräftige, sondern auch feine, zarte, biegsame Instrumente brauchen, so bedarf auch die Seele eines Körpers der nicht bloß gesund und stark, sondern der auch fähig ist, das feine, zarte, biegsame Instrument des Denkens, Wollenst Empfindens zu sein. Die Beschaffenheit der Nahrung übt wiederum auf den Körper den mächtigsten und nachhaltigsten Einfluß. Wenn nun das Thier an einem organischen Fehler, an einem Lungen- oder Herzübel, an einem Magen- oder Darmgeschwür leidet, also .-lO'io ist — ist es da nicht schon lange im Absterben begriffen, birgt es nicht da schon längere Zeit Momente der Verwesung in sich, hat nicht da das Gift der Krankheit bereits den ganzen Organismus angefreffen? Wir haben vor einigen Wochen nach Beobachtung berühmter Statistiker in diesen Blätter.l mitgetheilt, daß den Angehörige^ dejüdischen Stammes im Ganzen eine längere.Lebensdauer zu Theil wird — wäre nicht vielleicht auch dail jüdische Speisegesetz ein Moment der Begründung dieser beachtenswerthen Erscheinung? Was die Arten der verbotenen Thiere betrifft, so sind uns alle Würmer, Maden, Jnsecten rc. zum Genüsse verboten; es ist nun eine bekannte Erscheinung , daß im Sommer zur Kirschenzett viele Krankheiten durch die mit den Kirschen genossenen Würmer entstehe^ daß der Genuß des im Spätsommer vom Baum gofallerun. wurmigen, unreifen Obstes BrLW rühr und andere Krankheiten erzeugt, Krcuckheiten, vmt denen der gesetzestreue Jude natürlich'*mrschdnt bleibt. Nach dem Ausspruche der Weisen des Talouws verstockt der'Genuß verbotener Speise das Herz (2Ä1 wr LvavO) und macht es unfähig, all die erhabenen Empfindungen zu Hegenwelche die jüdische Religion Ly: ihren BekeNnetN HeiE voraussetzt, theils bervorrust; die verbotene Speise gefördert die^SinnlichW und öMwert drwyrch/ tüe RÄnhett der Kittey. MechvÄdigH e»-M ÄMsM M