Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1866)
- Date
- 1866-01-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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- Dubno 1× ep/1000595
- Ukraine 1× ep/1001131
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52 rung wurde es zum Vorwurf gemacht. Natürlicherweise bekämpfte ich solche Ideen so sehr ich nur konnte, wobei ich auch durch besiergesinnte Officiere als den Marschall Soult, die Generäle Trezel und Moline Saint-Aon unterstützt wurde. (Forts, folgi.) Rußland. In Rußland belief sich die Zahl der Juden — Jewrei d. i. Hebräer genannt, Jid ist die schimpfliche Bezeichnung — nach den neuesten officiellen Angaben im Jahre 1858, ohne das Königreich Polen und Finnland, auf 1,445,613 Seelen und in Polen über 500,000; diese Totalzahl von gegen zwei Millionen Juden repräsentirt ein Viertel bis ein Drittel sämmtlicher über die Erde zerstreuten Mitglieder dieses Volksstammes. In keinem einzigen Reiche der Welt befinden sich so viele Juden wie in Rußland); die Türkei mit über eine Million, dann Oesterreich mit 800,000 und endlich das nördliche Afrika mit 600,000 stehen am nächsten, im Zollverein leben über 300,000. In Rußland treffen 1,425,784 Juden auf die europäischen Provinzen, 12,952 auf den Kaukasus, 7077 auf Sibirien. Ihre Vertheilung nach den einzelnen Gouvernements ist eine sehr ungleiche; in den westlichen Gouvernements (in Lithauen, Weißrußland und der Ukraine) bilden sie acht bis zwölf Procent der Bevölkerung, weniger als ein Procent betragen sie in Petersburg, Livland, Nowgorod, Twer. In den Städten des Westens beträgt ihre Zahl zwischen 40 bis 56 Procent; am zahlreichsten sind sie in Berditschew (Gouvernement Kiew), wo von 54,051 Einwohnern nicht weniger als 50,399 zur semitischen Race gehören; in Bialystock sind 12,288 Juden unter 16,544 Einwohnern, in Dubno (Volhynien) 6258 von 7922, u. s. w.; im Gouvernement Petersburg leben nur 1567 Juden, in Twer 523. Von der ganzen jüdischen Bevölkerung leben 56 Procent auf dem Lande und nur 44 Procent in den Städten. Aber selbst in den Dörfern beschäftigen sich die Juden fast ausschließlich mit Handel und Handwerkerarbeit und nur sehr wenige mit Ackerbau. Jüdische Ackerbauer- Colonieen gibt es namentlich in Cherson und Jekaterinoslaw; schon 1859 zählte man dort 35 Colonieen mit 26,396 Einwohnern, die 13,000 Stück Hornvieh besaßen. Lbarscha«, 30 Dec. Der allgemein geachtete Banquier Matthias Rosen, Chef des hiesigen alten Hauses I. S. Rosen, wurde heute Nachmittag vom Schlage getroffen und starb sofort. Er war ein sehr warmer polnischer Patriot, und gerade als solcher war er schmerzlich ergriffen vom Ausbruche des letzten Aufstandes, dem er in einem Briefe aus dem Anfänge des Jahres 1863 den traurigen Ausgang prophezeihte, da er von ihm nichts weiter als getäuschte Erwartungen voraussah. Als unter der Wielopolski'schen Aera die Gleichheit Aller vor dem Gesetze zur That werden sollte, wurde Rosen, gerade als Jude, zum Mitglied des Staatsraths ernannt, wo er als eifriger und äußerst fähiger Arbeiter auf dem Felde der Gesetzgebung sich Anerkennung verschaffte. Amerika. Samstag den 2. Nov. bekannte sich M. Wachenheim, als Christ in Amerika geboren, in der Synagoge von Wicksburg öffentlich zum Judenthume. Herr Wachenheim war seit 4 Jahren mit einer Jüdin vermählt, in deren Religion, die er öffentlich annahm, er von Herrn Löwenberg unterrichtet wurde. Ein feierlicher Gottesdienst, bei dem Herr Löwenberg eine bemerkenswerthe Rede hielt, wurde bei dieser Gelegenheit abgehalten. (Jew. Chr.) Feuilleton. SM und Hanna.*) Es lebte einmal ein frommer Mann, der hatte keine Kinder. Der Mann war schon ziemlich alt und hatte wenig Hoffnung mehr, noch ein Kind zu erhalten, und doch hätte er so gern einen Sohn besessen, dem er Namen und Vermögen hinterlasse und der seiner nach seinem Tode noch segnend gedenke. — Da betete er zu Gott, er möchte ihm in seinen alten Tagen noch die Freude geben und ihm einen Sohn bescheeren; dafür sollte derselbe auch sein Leben lang dem Studium der Weisheit und der Gotteslehre gewidmet sein. Und Gott erhörte sein inbrünstiges Flehen, seine Frau gebar ihm einen Sohn. Da nannte der frohe Vater den Knaben Saul, d. h. der Erbetene, indem er mit den Worten Hanrra's in der Bibel sprach: „Ich habe ihn von Gott erbeten, und Gott sei er gewidmet, so lang er lebt." — Der Knabe wuchs heran zu seines Vaters und seiner Mutter Freude, und als er das gehörige Alter erreicht hatte, unterrichtete ihn der Vater nicht nur selbst, sondern übergab ihn auch noch, seines Gelübdes eingedenk, einem tüchtigen Lehrer, damit er unter dessen Aussicht und Leitung sich der Weisheit und der Gotteslehre widme, und der alte Vater hatte noch die Freude, seinen Sohn als einen ausgezeichneten Jüngling allgemein geschätzt und geliebt zu sehen. Saul hatte bereits sein zwanzigstes Jahr erreicht. Als aber der Vater nun starb, da sprach nach einiger Zeit die Mutter *) Aus Tendlau's .Fellmeiers Abende". Midr. der zehn Gebote Nr. 7 (Zunz: G. V. S. 144 b.) — M.-Buch Cap. »17.