Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1866)
- Date
- 1866-01-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Dtüüche«, den 14. Januar. Die wohlwollende Ankündigung meines unternommenen Werkes 'pnpn in der Beilage zu Nr. 1 Ihres geschätzten Blattes verpflichtet mich zum wärmsten Danke gegen Sie und Ihren geehrten Herrn Correspondenten. Möchte eS vereinten Anstrengungen gelingen, die großen nur handschriftlich vorhandenen Schätze unserer reichen Literatur aus dem Dunkel der Bibliotheken zur Ehre Israels an das Tageslicht zu bringen. Möchte es gelingen, tüchtige Gelehrte ebensowohl als hochherzige Freunde unserer heiligen Literatur auf dies noch so brach liegende Feld heranzuziehen. Zu meiner Arbeit bedarf ich Gottlob keiner weiteren materiellen Unterstützung. Dank meinen edlen Gönnern und Freunden in Frankfurt, Hamburg, Hannover, Preßburg und hier ist es mir möglich, meine Werke weiter zu bearbeiten und unter Gottes Hilfe zu vollenden. Ich habe mein 'p^i und mehr darf und will ich nicht annehmen. Empfangen Sie, Herr Redacteur, nochmals meinen Dank und die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung. R. N. Rabbinovitz. Preußen. Bonn. Herr vi-. Jakob Bernays, gegenwärtig Privatdocent und Hauptlehrer am Nabbinerseminar zu Breslau, ist als außerordentlicher Professor und Oberbibliothekar hierher berufen. Herr Bernays, bekanntlich der älteste Sohn des berühmten Hamburger Oberrabbinen Isaak Bernays (Chacham), ist einer der hervorragendsten Philologen der Gegenwart. Die Berufung eines Juden an unsere rheinische Universität ist ein bemerkenswerther Fortschritt im Staate der Intelligenz. — Oesterreichischer Karserstaat. Pefth. Die in Nr. 1 dieser Blätter von der löblichen Redaction ausgesprochene Vermuthung hat sich bestätigt; der „ktzMi Xaxlo" enthält folgende Zuschrift aus Lallo: Geehrter Herr Redacteur! In mehreren Zeitschriften hat sich das Gerücht verbreitet, daß eine Versammlung von Rabbinen in stattgefunden, in welcher berathen wurde uaf welcher Weise man der Emancipation der Juden entgegentreten könnte. Ich habe mit dem Rabbiner zu Szikszo, dem Präses der in Nagy Mihaly abgehalteuen Versammlung, persönlich und vertraulich über oberwähnten Gegenstand gesprochen, und ich halte eS als ein Gebot der Pflicht, Ihnen die Versicherung auszusprechen, daß dieses angebliche Gerücht durchaus grundlos ist, und daß die Versammlung anderer Zwecke wegen abgehalten wurde." Nagy KMo, 20. Dezember 4865. Herrmann Weiß. Aus dem Hernäilhake (Ungarn). Diese Zeilen, um deren Veröffentlichung ich, geehrter Herr Redacteur, Sie höflichst ersuche, wollen das Vergnügen Vieler in unserer Gegend ausdrücken und manchen Lesern Ihres geschätzten Blattes freudige Nachricht bringen. Die Gemeinde Mezo csäd hat Herrn St ein aus Großwardein zu ihrem Rabbinen gewählt. Herr Stein ist ein Schüler der beiden der Oberrabbinen von Preßburg und Großwardein. In diesen beiden Jeschiboth wurde Herr Stein zu den besten v'i'.rQ gezählt. Wenn wir nun hinzufügen, daß derselbe einige Jahre in Tokay als Muster eines wahrhaft frommen Mannes gelebt und daselbst einer nicht unbedeutenden Jeschiba mit geistreicher Belehrung und väterlicher Fürsorge Vorstand, so genügt es uns, daraus zu schließen, wie viel wir von diesem ivuiriv zu hoffen berechtigt sind. Herr Stein hat sich mit den, einen Rabbinen schmückenden Wissenschaften sorgfältig zu diesem heiligen Amte vorbereitet und die Aufgabe, die das Judenthum, im Vereine mit der Zeit, einem Rabbinen auferlegt, richtig aufgefaßt. Auch für die Armen des heiligen Landes ist Herr Stein mit unermüdlichem Eifer zu sammeln bestrebt. — Möge Herrn Stein's neuer Wirkungskreis ein gesegneter sein. Frankreich. Pari-. (Jüdische Briefe von Albert Cohn. Fortsetzung.) XVII. Die Provinz Oran, eine der bedeutendsten durch die großen Gemeinden, welche sie enthält, hatte auch das größte Verlangen, sich durch ein gutes Unterrichtswesen und durch die Errichtung guter Schulen vor allen anderen auszuzeichnen. Einige Männer, unter welchen ich besonders den jungen Amram ben Sananesch namhaft machen will, der sich ebensowohl durch seine aufrichtige Frömmigkeit als durch ein gediegenes Wissen auszeichnete, beförderten dieses Bestreben. Nach langem Warten landete ich zu MerS-el-Kebir, dem Hafen von Oran. Zu Fuße begab ich mich in das Quartier, das meine Brüder bewohnten, die am Tage und am Vorabend des neunten Ab weder ein Pferd noch einen Wagen besteigen. Alles in den