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Der Israelit · 1866-01-17 · Heft 3 (17.1.1866) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 3 (17.1.1866)
Date
1866-01-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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VII. Jahrgang. Beilage zu Nr. 3 des Israelit. Leitender Artikel. Noch einmal über die Jeschiba - Angelegenheit. Von vr. I. LLLäv8Leüuvr. j (Fortsetzung.) Nicht nur die Reichen, die leider sckon so oft so echt unjüdisch unnahbar und unzugänglich sind, nein, in der Regel find es die Männer des Mittelstandes, ja selbst die Armen, die hiezu das stärkste Contingent liefern. Wie mancher Arme theilt sein bescheidenes Mahl mit seinem Standes (?) genoffen, dem armen, strebsamen ">M2. Liegt nicht hierin tausendmal mehr Rührung und und Herzenserhebung als in der wohlgeordnetsten, kunstgerechtesten Predigt eines kanzelrednerischen Cosmopoliten? — Wohl gehört zur Erstarkung dieser Anstalten ganz besonders Eintracht und Friede der Gemeinde, denn wo dieser gewichen, was so oft mit Rabbiner-Freundlichkeit und -Feindlichkeit zu enden pflegt, da trifft der Parteihader in der Regel die 2'im2 in erster Linie; in friedlichen, einträchtigen Gemeinden jedoch ist das Institut der Jesch. das erhebendste Bild echter jüdischer That. So erhalten sich nun die 2"ip '12 noch heute in ziemlich primitiver Weise (die übrigens immer vorwiegend bleiben muß) durch edelmüthige Ertheilung von Kosttagen und sonstige Beneficien von Seiten der Privaten, theilweise auch Seitens der Gemeinde, soweit nämlich die Subsistenz einer Anzahl von 2^122 oder wenigstens deren Versorgung mit Freitischen an (den sogenannten Billeten) dem Rabbiner contractlich garantirt wurden. — Wohl kömmt hierzu auch noch die Existenzermöglichung durch Ertheilung von Privatunterricht; einerseits aber ist dies gewöhnlich nur da von quantitativer Bedeutung, wo keine ganz allgemein besuchte Gemeindeschule den größten Theil des Tages die Kinder in sich aufnimmt und in hebräischen und deutschen Fächern befriedigt. Wo dies der Fall ist, werden die v'-ni-o höchstens von einigen Wenigen zur Repetition oder für das Schulpensum übersteigende Gegenstände acquirirt. Anderntheils müssen dieselben für solche Leistungen in der Regel ganz unverhältnißmäßige Opfer an Zeit und Müheaufwand dringen, so daß im Allgemeinen in genannten Gemeinden (zu denen jedoch die meisten gehören und immer mehr gehören werden) wenig wahrhafter Nutzen aus jenen „Einkünften" erwachsen. So sind diese .-niri «LN O.-IQN 2«1P '12 wiederum auf sich angewiesen, auf sich und das Mitleid, das ihnen entgegengetragen wird, theilweise aber auch (was aber wohlerzogenen Kindern, selbst wenn der Hunger nagt, nicht möglich zu sein pflegt) auf die glückliche (?) Natur, Erbarmen zu erwirken. Der gute Gott muß ihnen eben Muth und Ausdauer geben, zu werden was sie eben zu werden befähigt sind. Wohl existiren in größern Jesch. auch Vereine unter verschiedenen Namen, besonders v'-m'Q r^2n durch die armen, unversorgten 2'"nl32 2 bis 3 Kosttage wöchentlich gegeben zu werden pflegen, wie dies in Preßburg, Ujhely rc. der Fall ist. Auch werden mit Recht die reicheren 2'^,N2 durch eine monatliche Leistung zur Miterhaltung ihrer ärmeren College» herbeigezogen. Endlich sind es auch außerhalb der Gemeinde wohnende Spender, welche je fl. 40, 20 jährlich spenden; die Besorgnitz der Bescheidenheit, mehreren von mir Gekannten zu nahe zu treten, verbietet mir, hier Namen zu nennen. Ehre jenen wahrhaftigen O'ii.i', Segen, Freude und Friede ihrem edeln Thun. Jndeß beschränkt sich fast ausschließlich das ganze Pflichtbewußtsein nach dieser Richtung hin nur auf die Mitglieder der Gemeinde selbst, ober höchstens der nächsten Nähe. Mit welchem Rechte, und wie dieser, wie wir sehen werden, moralischen Ungerechtigkeit gründlich abgeholfen werden kann, werden wir im nächsten Artikel untersuchen.*) (Forts, folgt.) *) Es gereicht mir zum unendlichen Vergnügen, hier folgenden Druckfehler aus voriger Nummer berichtigen zu können: 2'^ fv'pl ^712 gehört noch zu ven Lebenden und wirkt und schafft noch segensreich in Sziegeth (200 2"P2) sowohl in der Gemeinde als auch als Leiter einer Jesch. von 15—20 2'"NN2. Bei dieser Gelegenheit ergänze ich das Register in Nr. 50 vor. Jahrg. mit folgenden Gemeinden, in welchen früher keine Jesch. waren, jetzt aber solche errichtet, ('"12"»' >2) und die 2'"IM2 in großen Ehren gehalten werden: Tokaj (130 2"P2) mit 25 2'2M2, der dort wirkende Rabbiner heißt: PP71«, 2pp' V«'i21 ^,.72; Mezö-CsLt mit 80 2"p2 und 15 2'2il12 unter Rabbiner' ^72 einem sehr gelehrten vielversprechenden jungen Manne, der schon als Privatmann in Tokaj 8 2'7?72 unter eigenen sehr anzuerkennenden Opfern unterrichtete; Tolcsva 80 2"p2 und 20 2'7172; MLd mit 70 2"P2 und 20 2'^72. (Die Namen der ehrwürdigen Rabbinen in den beiden letzten Orten sind mir unbekannt.)

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