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Der Israelit · 1866-01-17 · Heft 3 (17.1.1866) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 3 (17.1.1866)
Date
1866-01-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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wählt, er gehört zu de» t« Mai Au-tretenden. Für eiueu zweiten, der austreteu muß, erlangte sie keinen Ersatz und sie verliert mithin eine Stimme in der Repräsentanleuversammluug. Die Neugewählten treten erst im Mai ihr Amt an; bis dahin werden wohl die brennenden religiösen Fragen ruhen. Ist dann die Versammlung vollzählig, daß kein reformistischer Ersatzmann eintreten muß, so ist eS sehr wahrscheinlich, baß der Vorstand wiederum in Conflict mit den Repräsentanten geräth, wenn er nicht seine Zerstörungssucht mildert. Schwerlich wird er nun dem Messiasglauben den Eintritt in die neue Synagoge verwehren können. — Die Orthodoxen werden in jedem Falle in der alten Synagoge ihren Gottesdienst abhalten, da im günstigsten Falle in der neuen Synagoge die Orgel ihre Funktion versehen wird. — Donnerstag dm 28. December v. I. besuchten S. Maj. der König und I. M. die Königin, begleitet vom Prinzen Georg, einem Flügeladjutanten und zwei Damen der Königin, die neue Synagoge. II. MM. ließen den Besuch erst eine Stunde vorher ankündigen. Man holte eilends vom Vorstande dm Vorsitzenden, Stadtrath Magnus, und Commerzienrath Liebermann herbei, welche mit dem Baumeister der Synagoge, Hänel, die hohen Herrschaften empfingen. Der Erbauer der Orgel, Buchholz, begrüßte sie mit den Klängen seines Instrumentes. II. MM. besichtigten länger als eine Stunde die kolossalen Räume des Gotteshauses und drückten ihre Ueberraschung und Anerkennung aus. Beim Scheiden hinterließ die Königin eine Spende für die Armen, indem sie sagte, sie wolle die Erstesein, welche in diesm Hallen der Armen gedenke. — Am 6. Januar feierte Herr Rabbinats - Assessor Elchanan Rosen st ein seinen 70. Geburtstag, und es wurde ihm an diesem Tage von Seiten der hiesigen Gemeinde, in welcher er schon 40 Jabre segensreich und liebevoll wirkte, die größte Verehrung gezollt. Am frühen Morgen begrüßte den greisen Jubilar der Synagogenckor unter Leitung seines Dirigenten mit einem Festgesang. Dann folgten Deputationen des Gemeinde-Vorstandes, der Repräsentantm-Versammlung, des Lehrerpersonals, der Auerbachschen Waisenanstalt, der Vorstände des Beth-Hamidrasch, des Talmudvereins, des Vereins Schochere-Hatob u. s. w., welche theils durch Adressen und Wünsche, theils durch kostbare Geschenke ihre Verehrung und Anerkennung darbrachten. Ein aus der Mitte der Gemeinde hervorgegangenes Comits veranstaltete am 10. d. M. zu Ehrm des hochwürdigen Jubilars ein Festessen. Möge es dem allgemein geachteten Greise vergönnt sein, noch lange sein verdienstvolles Wirken in hiesiger Stadt fortzusetzen! Professor Lazarus in Bern, der berühmte - Aesthetiker und Psychologe, Bruder des Rabbiner x Lazarus in Prenzlau und Schwager des Professors Steinthal dahier, reichte in Bern seine Entlassung ein, um hier der Wissenschaft ungestörter obliegen zu können. Professor Lazarus gibt bekanntlich mit seinem Schwager Professor Steinthal die „Zeitschrift für - Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft" heraus. Herr Professor Steinthal ist, obgleich noch in jungem Mannesalter, einer der besten Docenten der Philosoph. Fakultät an hiesiger Hochschule. Er bearbeitet hauptsächlich die Gebiete der noch jungen Wissenschaften : der Sprachphilosophie und Völkerpsychologie. Nichtsdestoweniger nimmt St. regen Antheil an jüdischen Angelegenheiten, bekleidet ein Ehrenamt in der Gemeinde und wurde bei der jüngsten Wahl von den Conservativen auf ihre Candidatenliste gesetzt. - j Commerzienrath Gerson Bleichröder, bei welchem unlängst Graf Bismark zur Tafel war wurde ' zum Geheimen Commerzienrath ernannt. Bleächröder gehört der conservativen Partei an. — Nach der „Tribüne" sollen sich unter den hier an Trichinen j Erkrankten auch vier jüdische Familien befinden und ' zwar solche, welche „koscheres" Fleisch essen. Das f Blatt vermuthet, daß der christliche Schlächter, bei welchem diese Familien das Fleisch kauften, seine Waare auf einem Stock schnitt, auf welchem noch Spuren von trichinösem Fleisch waren. — Im Allsj gemeinen sprechen viele hiesige Blätter davon, daß i die jüdischen Speisegesetze doch ihre volle Berichß tigung haben müssen, obgleich die Juden durch Wort, l! Bild und That, Jahrhunderte lang wegen derselben verspottet und mißhandelt wurden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Venedig. Ein reicher Ungenannter aus Venedig, bestimmte am letzten Jom Kippur ein Stipendium von 1000 fl., um einen Israeliten zu unterstützen, welcher sich einer selten betriebenen Kunst oder einem besonders nützlichen Handwerk widmet. Solche Gaben könnten dazu beitragen, die Heranbildnng der Künstler zu erleichtern und befördern. (C. I.) Türkei. M. E. F. Veneziani, Secretair der ^llianes israölits für das Central Comite der Türkei, Altmeister der Maurerloge Jtalia in Konftantinopel, wurde von S. M. dem Sultan, mit dem Orden des Medgiedie für seine Hingebung und SelbstverlLugnung während der Cholera, decorirt. Hier,» zwei vettage». Lerau - örtliche Rcdaction: vr. Lehman«. — Lerlaa der Le Rauschen Hostnchhandlung. — Dampf«Schnellprrffmdruck von 3. Gottsteben m Rairy.

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