Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1866)
- Date
- 1866-01-10
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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39 daß sie schon sehr früh einen wichtigen Bestandtheil der Tempel-Liturgie bildeten *). Die andere Meinung, die traditionelle, folgt der alten Überlieferung, daß der Kanon durch die Männer der 8/ua^oAL rag.§ua seine Ordnung und seinen Abschluß erfahren habe, und daß der Classification der Bücher in und eine innere Eigenschaft zu Grunde liege. Diese Annahme ist jedenfalls die richtige; es ist aber nicht meine Absicht, hier auf die nähere Auseinandersetzung einzugehen; eine solche behalte ich mir für eine spätere Arbeit vor. Ich will nur bemerken, daß nach dieser Annahme vorausgesetzt werden muß, daß sämmtliche h. Schriften zu einer gewissen Zeit schon vorhanden waren, ohne zu einem großen geordneten und gegliedertem Ganzen zusammengefügt gewesen zu sein, bis denn unter der Autorität der rns-Ans. sämmtliche Bücher classificirt und geordnet wurden. Diese Ordnung geschah aber erst nach stattgehabter Recenston der Bücher wie auch nach Ergänzung des Fehlenden 3). Wann aber die s^naAoZa rnnAna mit ihrer Arbeit fertig war, dürfte wohl schwer festzustellen sein, da diese Versammlung selbst og.. 230 Jahre bestanden hat; jedoch setzt uns eine historische Notiz in den Stand, die Anzahl der Bücher bestimmen zu können, die zur Zeit des Nehemia als zur Aufnahme in den Kanon fertig Vorlagen. II. Macc. 2,13 lesen wir nämlich: Xtti Lp x«5 Lp r,7ro/Lp-^«rt6/Lot§ ^op ^VLL/Lt«p r« x«r:cr^«^- ^o^Lpos L/rtSvt^/cr/L ^cr 7rx^»l rwp x«i 7r(-o^^r7<^p, x«i /« roü xcrr „Es wurde aber auch dasselbe gefunden in den Schriften und Erklärungen des Nehemia, welcher, um eine Büchersammlung aufzustellen, die Bücher über die Könige, die der Propheten (vgl. Anm. 6.), die des David und die Briefe der Könige über dis Geschenke gesammelt hatte." In der Erklärung der ersten drei Glieder dieses Satzes können wir Bleek folgen, der die Worte r« 7rL(»l rior- /-«t>r-,Lwp „die Bücher über die Könige" übersetzt, diesen Ausdruck auf die Bb. Josua, Richter, Samuel und Könige, also auf die „ersten Propheten" beziehend und die Worte x«l „und der Propheten" als Bezeichnung für die „späteren Propheten" (v'bNNX UNd r« rnv „die Bücher des David" als Bezeichung für die Psalmen auffaßt 4)." — Hiernach hätten sich also .in der 1) Bleek „Ueber Verfasser und Zweck des Buches Daniel" in der theol. Zeitschr. von Schleiermacher, de Weite und Lücke 1832 III. S. 194 f. 2) Vergl. die Vorrede d. Abravanel zu 8) Vergl. Tract. Baba bathra. f. 15 ». wrw a"--"a"p. , . Büchersammlung des Nehemia sämmtliche prophetischen Schriften sowie auch die Psalmen befunden. Berthold meint zwar die Worte r« rov begreifen nicht Davids Schriften, die Psalmen, sondern die Begebenheiten, die Geschichte desselben, so daß die Psalmen aus der Sammlung des Nehemia ausfielen ^), allein Bleek bemerkt hiergegen ganz richtig, daß es in diesem Falle r« TrLLt LÖU ^/«rüts „die Schriften über den David" heißen müßte Soweit schließen wir uns also der Bleek'schen Erklärung an, können jedoch nicht dessen Erklärung des letzten und schwierigsten Punktes der berührten Stelle aus dem Buche der Maecabäer beipflichten. Es wirs uns nämlich erzählt, daß Nehemia in seiner Sammlung Briefe von Königen über Geschenke (L/r,sro- TkL^i gehabt habe, wozu Bleek und Berthold bemerken, daß hierunter wahrscheinlich Briefe heidnischer Könige verstanden seien, welche diese als Begleitschreiben mit Geschenke« nach Jerusalem geschickt hatten, deren Aufnahme in den Kanon man aber, weil sie Heiden zu Verfassern gehabt hätten, beanstandet habe. — Diese Erklärung erscheint aber ans zwei Gründen zweifelhaft. Wenn wir nämlich erstens die Sammlung, die Nehemia veranstaltet hat, als den Grundstock des Kanon ansehen, so läßt sich nicht gut annehinen, daß man spater bei Ordnung der kanonischen Schriften einen Theil jener Sammlung gestrichen, daß man eine Schrift, die von Nehemia gleichsam kanonisirt war, später als für oen Kanon unbrauchbar erklärt habe. — Ein zweites Argument, das wir gegen die Berthold - BLeeksche Erklärung Vorbringen möchten, bietet uns das Wörtchen Wenn es heißt, daß in der Sammlung des Nehemia sich Briefe der König; über Geschenke ttptt^/Lcrrwp) befunden haben, so darf hierbei wohl nicht an Begleitschreiben zu Geschenken gedacht werden, da in solchen Briefen wohl nicht das Geschenk das Hauptthema sein, sondern vielmehr gesprochen werden wird von der Achtung, die man dem Staate, welchem das Geschenk gewidmet ist, zu zollen sich bewogen fühlt. Es steht aber durchaus nicht mit dem Wortsinne in Widerspruch, wenn wir in dem Wörtchen 7^5 angedeutet finden, daß es sich hier um Briefe oder Edicte handle, die von Königen 4) Bleek a. a. O. S. 197. 5) Bsrtholdt, Einleitung S. 79 f. 6) Es ist nicht zu verkennen, daß die beregte Stelle im 2. Buch der Macc. fehlerhaft, und daß jedenfalls etwas zu ergänzen ist. Man ist leicht versucht, die Worte Tr^vP^roav als von dem vorhergehenden abhängig anzusehen und dieselben alsdann nicht auf die Schriften der Propheten, sondern auf das über sie Geschriebene zu beziehen. Msdann könnte man aber hierunter nur die Bb. der Könige begreifen, welche Möglichkeit aber die Worte r« rcsp ^«St^Lwp ausschließen. Statt: x«! muß also hier xc^ r« rwp 7r^vA)i^r«V -gelesen werden.