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Der Israelit · 1866-01-10 · Heft 2 (10.1.1866) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 2 (10.1.1866)
Date
1866-01-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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34 vr. Löb seinen Platz inmitten der Geistlichkeit der anderen Culte. j Ein anderer Jsraelite, der Senator Bischofsheim, war unter der Deputation des Senates, die dem neuen Könige Leopold II. den Krönungseid abnahm. (Univ. Jsr.) Frankreich. Paris. Die hiesige r>->2N hat neuerdings eine Anstalt gegründet, in der auch jüd. Knaben in Mischnah und Talmud unterrichtet werden. Am ersten Chanukahabend war die erste Prüfung an dieser Anstalt, und alle Anwesenden staunten über die in der kurzen Zeit erworbenen Kenntnisse der kleinen Talmudjünger. Großes Verdienst erwarben sich um diese Anstalt Herr Jsak Federmann, Cassier der Gemeinde, der rühmkichst bekannte Tedesco, Herr Benjamin Kaschmann und Herr Moses Dreifuß. (Hallebanon.) Afrika. Algier. Ein Jsraelite, der durch unsere Stadt reiste, begab sich dieser Tage nach Möd6ah, und hatte 95,000 Francs in Bank-Billets bei sich. Wer beschatt t seinen Schrecken, als er am Orte seiner Bestimmung angekommen, nach seinem Reisesacke, der diese Summe enthielt, greift, und dieser verschwunden ist. — Er mochte bei dem arabischen Bureau Anzeige von seinem Verluste, ließ nach ollen Seiten depeschiren und alsbald kam ein Araber mit der verlorenen Summe. Man sagt uns, daß dieser Jsraelite, dessen Name uns leider unbekannt ist, dem ehrlichen Araber 6000 Frs. schenkte und ebenso den Ortsarmeu 10,000 Frs. Solche Thalsachen bedürfen keines Commentars." (Vlvurtkur cks W e st i n d i e n. MarLiHgue. Bekanntlich haben unlängst 1000 Zuaven, die nach Mexico bestimmt waren, bei ihrer Landung auf Martinique sich empört. Nur durch das besonnene Benehmen der Officicre konnte die wilde Soldateska von weiteren Ausschreitungen abgehalten werden. In Mexico angekommen, wurden <400 Zuaven entwaffnet. Der Gouverneur von Martinique rühmt wegen ihres exemplarischen Betragens zwei Glaubensgenoffen: Herrn Hinstin, Geniehauptmann, und Herrn Sasias, Chef eines Marine-Jnfanlerie-Bataillons. (Univ. Jsr.) Feuilleton. Die Familie Dalberg. Am 29. November des eben abgelaufenen Jahres verschied in der Villa Tizzano bei Bologna Frau Maria Pellina Theresia Cütarina, Herzogin von Dalberg. Damit ist der Name Dalberg erloschen; ihr Gemahl, der letzte Dalberg, ist bereits im April 1833 auf seinem Stammschloß Hernsheim bei WormS gestorben. Das Geschlecht der Dalberg (früher Dalburg) war eines der ältesten und edelsten Deutschlands; bei jeder Kaiserkrönung mußte der Herold fragen: „Ist kein Dalberg da?" Dann kniete der anwesende Dalberg vor dem neugekröntcn Reichsoberhaupt nieder und empfing als erster Reichsritter den ersten Ritterschlag. Die Dalberg's waren Kämmerer von Worms und hatten als solche das Judengericht mit der Verbindlichkeit, die Juden zu schützen, vom Bischöfe zum Lehen. Der Lehensbrief enthielt immer die Klausel: „Das Judengericht und die Juden zu schirmen als das Herkommen ist."* — Die (Lage bringt die Familie Dalberg mit der ersten Ansiedelung der Juden in Deutschland in Verbindung. Im „Sepher Maaße Nissim" wird darüber folgendes berichtet: „In grauer Vorzeit als der heilige Tempel noch stand in Jerusalem, hat einst ein Junker von Dalburg aus Worms, von Wissensdrang getrieben, fremde Völker und Länder kennen lernen wollen. Er verließ daher seine Heimath, durchreiste weite Landschaften und kam bis nach Jerusalem. Hier aber ging sein Geld zu Ende und, wie selten ein Uebel allein kömmt, ward er auch von einer Krankheit befallen, so daß er krank und hilflos auf der Straße niedersiel. Wohl rief er die Vorübergehenden an und sagte ihnen, daß er aus einem vornehmen und reichen Hause in Deutsch stamme; aber Niemand verstand seine Sprache. Endlich nahm sich seiner ein Jude mitleidsvoll an, brachte ihn in seine Wohnung, speiste und verpflegte ihn, bis er wiederhergestellt war und gab ihm dann noch die Mittel zur Heimreise. Zu Hause angekommen, ersetzte der junge Dalburg nicht allein Alles reichlich seinem Gastsreunde zu Jerusalem — er schrieb auch voll Dankbarkeit die Geschichte in seine Stammeschronik, seinen Nachkommen Liebe und Freundlichkeit gegen die Juden empfehlend; denn ohne des Juden Wohlthat wäre das Geschlecht der Dalberg schon damals erloschen. Eine lange Reihe von Jahren war verflossen; die Römer waren die Herren am Rhein geworden und in ihrem Heere nahm ein Dalburg Kriegsdienste. Dieser *) Vergleiche Schaab ^diplomatische Geschichte der Juden, zu Mainz" S. 73.

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