Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1866)
- Date
- 1866-01-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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32 sie bringen deßhalb auch nur wenige jüdische Kenntnisse mit aus dem Seminar hinaus. DaS bei dem vorigen Curse an die Seminarzeit angehängte halbe Jahr zur Weiterbildung im hebräischen ist wohl besser als gar nichts, aber immer doch nur der Punkt auf dem i im Verhältniß zu dem, was geschehen sollte. Es ist unter den Lehrern eine Zeit des Ringens nach besserer Stellung und besserer Ausbildung, und von den obersten Behörden aus reicht man ihnen bereitwilligst die Hand; von dem aber, was unsere Oberkirchcnbehörde zur Heranbildung tüchtiger jüdischer LehrerTreffliches anordnet, hört man nichts. Verlangt aber unsere Zeit nicht auch eine tüchtige jüdische Bildung von dem Lehrer? (!) Erwarten wir daher durch die in Angriff genommene Revision unserer kirchlichen Verhältnisse auch darin eine Ordnung zum Besseren. Oesterreichischer Kaiserstaat. Vlrrs der Gtyir (Ungarn) am 9. Tebeth. Der „Israelit," berufen im Innern des Judenthumes der neologiesüchtigen, wahrheitsschwachen Jetztzeit hemmende Schranken zu setzen; ferner ein treuer Hüter unseres einzigen nie versiegenden Glücks- Bornes, der nvv und endlich der Verfechter des ursprünglichen, der, von echtreligiösem Geiste durchdrungenen Judenheit zu Grunde liegenden, goldenen Bibelspruches: nOx.i zu sein; — ein solches ehrwürdiges Organ wird gewiß — weil es dem vorgeüeckten hehren Ziele in der umfassendsten Bedeutung des Wortes Rechnung trägt — von einem jeden wahren Israeliten unausgesetzt „se^nlichst herbeigewünscht." Mlt gewohnter Befriedigung empfing ich denn auch dre Nr. 51, deren „Csongrader Correspondenz" jedoch einen überaus betrübenden Eindruck auf mich machte. Eine löbliche Redaction wird es mir sohin hoffentlich nicht verübeln, wenn ich hier im heiligen Interesse der jüdisch-ungarischen Schulwelt einige Notizen der odbenannten Correspondenz — die es auf's Unzweideutigste zu erkennen gibt, daß die gegenwärtigen Zustände der jüdischen Schulen dieses Landes ihrem Schreiber ganz und gar nicht bekannt sind — verdienter Maßen rüge. Nachdem diese Correspondenz die Bedingungen eines, an jeder jüdisch-ungarischen Schule zu constituirenden hebräischen Privatunterrichtes auseinanderlegt, (wozu eigentlich unser, von Woche zu Woche sich trefflicher gestaltender „jüdischerZSchulbote" „glücklicherweise" in seiner Probenummer in einem gediegenen, tieseingehenden Artikel die Anregung gibt und sogar einen beherzigenswerthen, praktischen Mittelweg zum leichteren Zustandebringen der fraglichen Institutionen vorMägt, *) wist der Herr *- Der schlagendste Beweis, dsth der Herr Korrespondent aus CsongrLd die Probenummer des jüdischen Schulboten nicht ganz gelesen habe. K—r. Autor derselben conftatiren: daß die jüdischungarischen Lehrer kein hebräisches Wissen besitzen und daß denselben nur weniK wahre Gottesfurcht innewohne. Diese völlig unmotivirte Behauptung reicht in ihrer ganzen Fassung in eine frühere Zeit zurück. Denn seit mehr als einem halbem Decennium ward nämlich fast in allen hierländischen jüdischen Volksschulen, resp. Hauptschulen das Classensystem instituirt und muß demzufolge selbstredend ein jeder jüdischer Lehrer die Qualifikation in der hebräischen, ungarischen und deutschen Sprache haben. — Es wäre wahrhaft traurig, wenn unsere Lehramtskandidaten ihre Ausbildung in unserer heiligen Ahnen-Sprache von der Pesther Lehrerbildungsanstalt, dem einzigen ungarisch-jüdischen Institute dieser Art, erhalten müßten. Unsere Lehrer sind, bezüglich ihrer hebräischen Sprachkenntniß überhaupt — Autodidakten. — Einsender dieser Zeilen ist so glücklich, mehr als 3 Fünftheile der jüdischen Lehrer Ungarns zu kennen; er kennt auch die rechtgläubige Religiosität derselben. Bei meiner Reise durch Ungarn machte ich die Wahrnehmung, daß großenteils in den jüdischen Schulen ein Local zum Minjan eingerichtet ist, wohin die männliche Schülerzahl Morgens und Abends zur Verrichtung des Gottesdienstes sich begibt. Das Raisonnement des Herrn Verfassers des in Rede stehenden Artikels über Nichtersprießliches leistende 2—3 klassige Volksschulen und 12—13 jährige Volksschulschüler sagt es wieder klar, daß die, in dem Landstriche seines Wohnortes bestehenden „miserablen" jüdischen Schulen ihm das reichhaltige Material zu seinem Referate geliefert haben. Eine in der That jedes Grundes entbehrende Behauptung ist es, daß die Lehrer in den meisten Fällen es versäumt haben, die Schule nach ihren internen Beziehungen zur Gemeinde und zum EUernhause, zu betrachten, ihr die Wege zum Herzen des Volkes zu bahnen, für sie um die Sympathien der Gemeinde zu werben und so die Schule zu dem zu machen, was sie sein soll: zu einer Volksschule." — Die jüdische Volksschule wird nicht mehr in Ungarn nur geduldet. Sogar im Schooße der Hyper-konservativen Gemeinden keimt jetzt der Entschluß zurCönstituiruug von Volksschulen und haben erst jüngstens eimge Gemeinden aus der oberen Theißgegend zu diesem Besuche höheren Ortes um Hilfeleistung petitionirt. Der hartnäckige Gegner der jüdischen Volksschule in Ungarn ist einzig und allein der Chassidismus. Auch ist es nicht richtig, wenn behauptet wird, Haß her „jüdische Schulbyte" - bei, seinem Erscheinen dem „Ben Ch.ananja" seinen Dank votixte. Der „jüdische Schulbäte" führt vielmehr gerechte, harte. Klagen.,über^B. H.," daß letzterer, wie hie nichtjüdischen SchuWtschriften Oesterreichs, „bei Präsentirung von etwas umständlicheren Beschreibungen dessen, was der jü-