Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1866)
- Date
- 1866-01-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447245-2447248--03977-2459407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Oran 3× ep/1048048
OCR text
26 w2 dlv organisirt, zugleich überall gesammelt und gespendet, so herzlich, so gerne und so warm, daß es eine wahrhafte Freude ist. Möge allen Beiheiligten diese große nmQ beistehen. Meinerseits erübrigt mir nur noch, allen denen, die mir das Verfügungsrecht über die mir übersandten Gelder vertrauensvoll überließen, vielmal zu danken; indeß habe ich hiervon keinen Gebrauch gemacht, sondern nur in Verbindung mit seiner Ehrwürden dem Hrn. Oberrabbiver in Preßburg (durch welchen als ersten iirwiOI gewiß noch vielmehr Gelder als durch mich übermittelt sind) und Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner zu Unghvar als ebenfalls die Dispositionen getroffen. Eisenstadt, am 5. Tage des Chanucka 5626. vr. Israel Hildesheimer. Frankreich. Paris. (Jüdische Briefe von Albert Cohn. Fortsetzung.) XVI. In Algier wohnte ich einer öffentlichen Schulprüfung bei, bei der sich damals einige Schüler auszeichneten, die heutzutage einen nicht unbedeutenden Rang in der civilisirten Welt einnehmen. So erwähne ich z. B. den jungen Enos, welcher, nachdem er später ein Lyceum besucht und an der Sarbonne in Paris Jura gehört hatte, jetzt bei dem Tribunal zu Setif als Vertheidiger fungirt. Durch die ausgezeichneten Leistungen dieses Glaubensgenossen veranlaßt, strebt der Präsident dieses Gerichtshofs jetzt hauptsächlich darnach, jüdische Juristen um sich zn sammeln. Alle drei Provinzen haben bereits ihr Kontingent aus der israel. Bevölkerung zur Gerichtsbarkeit dieser Colonie gestellt, und noch immer studiren Israels Söhne diese Wissenschaft und zeichnen, sich stets vor ihren andersgläubigen College« durch ihre Geistesgaben und ihre große Strebsamkeit aus. Rosch Haschanah, Jom Kippur und Sukoth verbrachte ich zu Oran und Algier, nachdem ich in der Zwischenzeit Blidah und Medeah, deren jüdische Bevölkerung, ein wenig vom Mittelpunkt entfernt, ganz glücklich war, einen europäischen Religionsgenossen zu sehen, der nur gekommen war, ihnen zu Helsen und an ihrer Emancipation mitzuwirken. Als ich am Tage nach Rosch Hoschanah im Jahre 1844 in Blidah ankam, war die ganze Ebene in der größten Aufregung. Der Capitain Bourbaki, jetzt General, der damals Chef des arabischen Bureaus war, gab mir einen Araber von den Beni-Kabil zur Begleitung, mit der Bemerkung, daß ich diesem Menschen vollständig und unbedingt Pertrauen könnte, daß ich jetzoch bei dev obwaltenden Umständen keinenfalls die Nacht außerhalb der Stadt oder eines französischen Lagers verbringen dürfte. Wir hatten unsere liebe Mühe, nach Medeah zu kommen. Gegen Abend näherte sich ein Araber meinem Führer und rief ihm zu: „Wenn der da die Straße verlassen hahen wird, werden wir ihn tödten." Der Beni-Kabil erwiederte ihm: „Sei still, er versteht Arabisch/' In der Nacht kam ich zu Medeah an, und ich war zufrieden, an der Seite eines Hofes, der zwei junge Löwen, die dem General Mongey gehörten, einschloß, ein Nachtlager zu finden. Am andern Morgen vernahm ich, daß der Chef des arabischen Telgraphenbureaus während der Nacht ermordet worden, und daß Abd-el-Kader im Begriffe war, das französische Territorium zu überfallen. Bereits hatte er ein kleines Corps, das vom Oberst Montagnac befehligt war, gänzlich massacrirt. Während meiner Rückreise nach Algier war Alles in Bewegung. Der Genral Lammorcikre hatte sich in aller Eile aufs Kriegsterrain in die Provinz Oran begeben. Man hatte den Marschall Bugeaud berufen, und ich schiffte mich ebensfalls nach Oran ein, um diesen Theil unserer Besitzungen, der die zahlreichsten Gemeinden enthält, gleichfalls zu besuchen. Eine stürmische See verhinderte uns, in Mostagancm ans Land zu steigen; so kam ich endlich am Rüsttage des Jom Kippur im Hafen Mers-el-Kabir, der mit der Stadt Oran durch eine vortreffliche Straße in Verbindung steht, an. Die Einflußreichsten unserer Religionsgenosfen erwarteten mich bei meiner Ankunft und geleiteten mich in die Wohnung des alten Mokkadem Makhlouf Khalsoun, der jetzt Beigeordneter des Maire ist, eines sehr wohlthätigen, frommen und für alles Gute empfänglichen Mannes, der der Armee in der ersten Zeit der Occupätion sehr nützlich war. Oran und besonders seine jüdische Bevölkerung hatte sich einmal während der Abwesenheit der Armee, die gezwungen war, die Stadt im Jahre 1832 auf einige Zeit zu verlassen, tapfer vertheidigt, und ich wohnte zwei Jahre später im Monate Juli, einer Art Purim bei, das noch heutigen Tages durch Piutim und andere Lobgesänge zum dankbaren Andenken an jenen bedeutungsvollen Sieg gefeiert wird. Den Tag nach Jom Kippur waren noch alle Läden geschloffen wegen S i mchat Cohen, und ich war bei den bedeutendsten Einwohnern emgeladen, die glücklich waren in einem europäischen Religionsgenossen einen Cohen mehr zu finden, um diesen Tag, zum Andenken an das Fest, das der Hohepriester bei seiner glücklichen Rückkehr aus dem Allerheiligsten feierte, festlich zu begehen. Es kam mir nicht ungelegen, wenn auch unfreiwillig erweise, meinen Geburtstag zu feiern, und dieses als eine gute Vorbedeutung zu betrachten, welche, G. s.- auch nie enttäuscht wurde. Während des LaubhüttenfopeS, das ich zum Theile