Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1866)
- Date
- 1866-01-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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- Oran 1× ep/1048048
- Tunis 1× ep/1048155
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in der Suckah des Makhlous verbrachte, wohnte ich einer Scene bei, die mir einen Einblick in die geheimen Umtriebe der Araber gestattete, und wobei mir gleichzeitig die Gelegenheit geboten wurde, zu beobachten, wie und in welcher Weise unsere Religionsgenossen dem Gouvernement und der Armee dienten. Wir saßen beisammen am Ti) che, als sich der Hausherr stillschweigend erhob. Er blieb einige Minuten weg rmd entschuldigte sich bei seinen Rückkunft mit den Worten: „Du hast wohl den Araber nicht bemerkt, der sich in der Nähe der Suckah umhertreibt?" Ich antwortete, daß ich denselben wohl gesehen, doch für einer der Diener des Hauses gehalten hatte. „Ach nein," sagte er, „es ist ein Abgesandter von Mascara, der mir die Nachricht bringt, daß sich der Emir in der Nähe der Stadt aufhält, und daß meine Bevollmächtigten beabsichtigen, der Armee ein Tausend Kameele zu liefern." Ein einfaches Zeichen genügte meinem Wirthe, des Vorgefallene zu erfahren und die nöthigen Vorkehrungen anzuordnen. Das merkwürdigste Schriftstück, dessen Original ich mitbrachte und dem Ministerium vorzeigte, um auf die einfachste Art zu beweisen, welchen Antheil unsere Glaubensgenossen an dem Schicksal der franz. Truppen nahmen und noch nehmen, ist unstreitig der Brief, den die Israeliten von Djemea Ghazoual (Nemours) einige Tage vor der traurigen Affaire zu Ain- Temouchcn an den Oberst Montagnac gerichtet hatten, in welchem sie ihn baten, nicht zu sehr auf die Ghoums *) seines Gefolges zu vertrauen. Sie schrieben diesem braven und unglücklichen Officier, daß er verrathen sei, daß Abd-el-Kader an der Grenze Marocko's nur auf der günstigen Augenblick zu einer Ueberrumpelung warte. Der unglückliche Mann lachte darüber, indem er bemerkte, daß die Juden zu besorgt seien, und daß er sich auf seine Truppen verlassen könne. Er verließ mit seiner Abtheilung die Armee, um eine Recognoscrrung vorzunehmen, wurde von bedeutender Nebermacht überfallen und er sowohl als auch der größte Theil seiner Tapferen wurden massacrirt, was gleichzeitig das Signal zu einer größeren Revolte war, die bis 1847 dauerte und erst durch die Gefangennahme des Emir endigte. — Bei meiner Rückreise nach Algier, wo ich die letzen Tage des Festes verbrachte, und bei meiner Ankunft in Paris, wo ich die Ehre hatte, durch Herrn Guizot, den einflußreichsten Minister, sofort empfangen zu werden, kostete es mich nur wenig Mühe« die Gesetze für das Wohl unserer Glaubensgenossen zu erwirken, deML-.dmch. ÄL. Veröffentlichung, des. LdieteL. vom- L. November 1845 die Krone aufgesetzt wurde. Zwanzig Jahre sind seitdem verflossen, und der *) Leichte Reiterei in Algier, größtentheils aus Eisige-ovenen bestehend. 27 Kaiser, als er diese Provinzen besuchte, hat eingesehen, daß es Frankreichs Jnterresse sei, sich möglichst den Israeliten anzuschließen. . Den Rabbiner Charleville, sowie die Israeliten von Mostagauem, wie überall in den Provinzen , in denen er mit ihnen zusammentraf, versicherte er, daß sie in kurzer Zeit vollständig französ. Bürger sein werden. Die Araber jedoch stehen auf ganz anderer Stufe. Dieses unbändige Volk vermißt seine Unabhängigkeit , oder vielmehr seine Untergeordnetheit unter die ottomanifche Pforte, andererseits das wüste Leben nach den eignen Launen, mW beugt sich, in dem steten Bewußtsein seiner Niederlage,' nur mit dem größten Widerwillen unter die französ. Regierung; wähend die Israeliten, froh der geistigen und materiellen Erungenschaften, die neue Regierung freudig begrüßten und begrüßen. Bei jedem Besuche, den ich diesem Lande abstattete, mußte ich bemerken, daß die Araber sich von den europäischen und civilifirten Wohnplätzen immer mehr ins Innere zurückzogen, während die Juden denselben immer mehr zuströmten. Selbst aus Tunis und Marocko strömen unaufhörlich neue Einwanderer zu, um unter dem französ. Adler die Sicherheit und den Schutz des Lebens mW EkgenchnmS zu finden, die sie in ihrer Heimath vermißten. Nichtsdestoweniger sind die militärischen Beamten den Arabern günstiger, die sich durch erheuchelte Unterwerfung deren Gunst zn erwerben wissen, in Wirklichkeit aber nur durch das gezückte Schwert im Zaume gehalten werden können. Der König Louis Philipp, sowie sein Sohn, der zum Gouverneur von Algier bestimmte Herzog von Aumale, hatten die Güte, alle Bemerkungen, die ich mir mit der größten Freimüthigkeit erlaubte, anzuhören. In der Zwischenzeit meiner beiden Reisen von 1845 und 1847 wurde das Aranä rntririnat von Algier Herrn Weil, dem alten Director der dortigen Schule, anvertraut. Der Vertheidiger Cohen wurde zum Präsidenten des algierischen Consistoriums ernannt; Hr. Cohen, Garnisonsprediger zu Mmes, wurde auf den RabbinatSsitz. in Algier berufen; derjenige von Constantine war Herrn Lippmann, gegenwärtigem xranä radtrin von Metz, versprochen. Die Provinzial - Consiftorien waren zu Constantine und zu Oran etablirt, und bei meiner Ankunft am Tage vor der Zerstörung Jerusalems, im Monate Juli 1847, fand ich viele Veränderungen, die ich Dir auseinander setzen will. (Fortsetz, folgte) Z L a l i e n. Row. Bekanntlich haben die Juden zu Rom außer den gewöhnlichen Steuern und Lasten ausnahmswesse noch 1800 Scudi zu entrichten. 1600 Scudi wird für die Belehrung der gelausten Juden in dem. Wese» de» christl. Religion verwendet; di? 866-Seudr - kommen RvrmenMstern zu Güte. Da Nun die Beiwohn« derömische» Ghettos zum größten Theil sehr