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Der Israelit · 1866-01-10 · Heft 2 (10.1.1866) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 2 (10.1.1866)
Date
1866-01-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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25 habe sie aber nicht gegessen — ib28'v wie einst die Engel an Abrahams Tisch. Also Wein und Käse hält der Herr Oberrabbiner (!) für erlaubt; wie sich doch die Zeiten ändern! Einst wurde der jüdische Leibarzt eines spanischen Königs bei seinem Herrn verklagt, weil er den Wein des Königs nicht trinke. Der König, im höchsten Grade ungehalten darüber, machte dem Leibarzt Vorwürfe. Dieser hatte unmittelbar vorher dem Könige ein Fußbad verordnet. Statt nun auf die Vorwürfe zu antworten, ergriff er einen Becher, nahm von dem Wasser, in welchem der König seine Füße gebadet, und trank davon. „Mein Herr und König," sagte er dann, „Eure erhabene Person ist mir heilig und ich nehme reinen Anstand, das Wasser zu trinken, in dem Ihr Eure Füße gewaschen; aber Euren Wein trinke ich nicht, weil es mir Gott verboten hat, derselbe Gott, der mir gebietet, über die Gesundheit meines Königs mit der größten Sorgfalt zu wachen." Der erhabene König Ungarns, der edle und hochherzige Kaiser von Oesterreich wäre nicht darüber ungehalten worden, wenn Herr Meisel an der königlichen Hostafel keinen Wein und keinen Käse genoffen und auch den Schein des Essens vermieden hätte — wir wissen, daß Seine Majestät vor noch nicht langer Zeit einem hochgestellten strengreligiösen Glaubensgenossen bei einer ähnlichen Gelegenheit Allerhöchstdero Anerkennung ob der genauen Beobachtung des jüdischen Religionsgesetzes auszusprechen geruht haben. Gisenstadt, in den Chanucka-Tagen. In den gegenwärtigen dem und der .-i'ii.i geweihten Tagen will ich nicht länger säumen, auch meinerseits Lob und Dank dem Allgütigen öffentlich entgegenzütragen für die Aufrichtung des in den letzten lgngen traurigen Wochen so angsterfüllten, zusammengeschnürten und gepreßten Herzens, für die Erweiterung unserer Brust, die verzweiflungsvoll ächzte, ob der Trauer um das heilige Land, ob der Leiden unserer armen Brüder daselbst, ob des über jeden Ausdruck erhabenen Jammers, den der schauerliche Würgeengel in den Straßen der Davidsstadt hervorrief, ob der vielen Hunderte von Opfern die diese Heimsuchung nach dem unerforschlichen Rathschluffe des Allgütigen forderte.' p'is ^22 1'2-N'v22 ii. Möge Er fortan den heiligen Boden der frommen Bewohner dort, möge Er uns Alle in Seinen heiligen Schutz nehmen, und ferner jedes Leid, jede Sorge und jeden Kummer von Seinen aufrichtigen Dienern fern halten. Doch, sich in die unabänderlichen göttlichen Schickungen fügen , ist heilige Pflicht; verabsäumen wir sie nicht. Trauern wir tief mit allen jenen Hunderts» von, Wittwen und Waisen, die, arm und hilflos, doppelt und dreifach unglücklich, nächst Gott ihre Hoffnung auf das Erbarmen ihrer Brüder und Schwestern vorzugsweise in Europa setzen. Trauern wir jedoch nicht nur mit Worten, mit leerem Lippenwerk, trauern wir mit dem Herzen und durch dieses durch liebevolle Thal, helfen mir oft und ergiebig, seien wir stets eingedenk, daß nur jahrelanges allseitiges Erbarmen die schrecklichen Wunden vernarben lasse» kann, die diese Jammerzeit j geschlagen; mögen unsere Brüder und Schwestern in der heiligen Stadt sich nicht getäuscht sehen. Heute, als in den Tagen des Chanuka, will ich dem Lobe und dem Danke einen Ausdruck geben. Danken und loben wir dem Allgütigen, daß Er das Herz unserer europäischen Glaubensgenoffen in so würdiger Weise ins Mitleid gezogen, und eine so imposante, wohl noch nie dagewesene Hilfe ermöglicht hat, welche die beste Antwort auf gewisse Palästina betreffenden „Werke," gewisses Reden und gewisses Schweigen gewisser Redacteure ist. Ja, Israel hat sein untheilbares Band nicht nur mit seinem Boden, wie das Haupt der diesbezüglichen und seine Nachbeter meinen, sondern auch mit seinen jetzigen Bewohner klar dokumentirt. Danken und loben wie ''n.i neben der materiellen Seite auch für diese formale Lehre von unberechenbarer Trageweite, danken und loben wir Ihn für diesen unsäglichen OL-ri vm'p für diese Einmüthigkeit in Nord und Süd, in Ost und West, allüberall wo nur irgend v'Mii' wohnen. In Erwägung nun, daß über diese Angelegenheit meines Wissens in diesen Blättern noch keine Berichterstattung vorgekommen, ferner, daß mich viele Gemeinden seit den letzten Jahren weit mehr als früher mit der Uebermittelung dieses ^122 beglücken, ferner daß neben seiner Ehrwürden dem Herrn Oberrabbiner zu Preßburg undjseiner Ehrwürden dem Herrn Oberrabbiner zu Unghvar auch ich mit der Organisirung, respektive Erledigung dieser Specialsammlung betraut wurde, berichte ich hiermit, in Ergänzung meiner verschiedenen in diesen Blättern veröffentlichten Speeialberichte noch folgendes in Kürze. Außer den beim Oberrabbiner zu Ungbvar (dessen Eingänge mir zugesendet und von mir im Berichte mit ausgenommen worden) und nur mit der ausdrücklichen Bestimmung für die Specialsammlung eingegangenen circa 5600 fl., ist mir mehr als das dreifache, der in früheren Zeiten eingehenden Gelder, übersendet worden, nämlich seit Anfang jener Schreckenszeit außer dem Obigen noch circa 8000 fl. Die Lectüre der betreffenden Cörrespondenzeu ist wahrhaft herzerhebend. In Folge eines von mir mit etwa 50 meiner ehrwürdigen Herren Kollegen in den Tagen, in welchen die schauerlichsten Jammertöne herübertönten, geführten Briefwechsels wurde ebenso wie m Deutschland näch den Berichten dieser Blätter fast ganz gMhzei^g. irtÄwa 100 Gemeinden und so auch hier eine SpeäMwsnrtvviLn vwuKrrn wbnn n"vv>^

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