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Der Israelit · 1866-01-03 · Heft 1 (3.1.1866) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 1 (3.1.1866)
Date
1866-01-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 Gerschom, R. Simon u. s. w. Aber auch ihre Jünger und Nachfolger, bis in die Zeit der ersten Kreuzzüge, warm fast alle französische Gelehrte, namentlich aus Lothringen, „dem klassischen Lande des Talmudstudiums,". wie es vr. Grätz nennt. Besonders waren mitten im elften Jahrhundert die Weisen Lothariens, Chachme Lothar, in Main- und auch in Worms und Speyer sehr gefeiert. Wir beschränken uns hier aus die von Mainz und führen ihre Geschichte bis zum Jahre 1096, der größten Aerfolgungszeit der Juden in den Rheinstädten. Jakob ben Jakar ist als der Hauptträger des rabbinischen Wissens in Mainz urn's Jahr 1040 anzusehen. Er war einer der ausgezeichnetsten Schüler des R. Gerschom Moar Ha-Golo, und ältester Lehrer Raschi's. Alle, die bis jetzt über diesen großen Mann geschrieben haben, konnten den Ort nicht angeben, wo er lebte und lehrte; allein aus Sefer ha Pardes, Seite 34, Col. 3, geht hervor, doß sein Wohnort der Ort R. Elieser ha-Gabors war, nämlich Mainz. Jakob ben Jakar wurde sehr alt und starb erst, wie Sacut im Sefer Juchasin berichtet, im Jahre 1070, als er volle 30 Jahre lang der Hochschule vorgestanden hatte. Raschi nennt ihn gewöhnlich höchst verehrend: „der Alte" oder „mein ältester Lehrer". Der Unterricht, den er, und folglich auch die andern Jünger, von ihm erhielten, bestand sowohl in der Bibel als im Talmud, während die andern Lehrer Rasches ihn nur im Talmud unterwiesen. Er bezeichnete ihn daher auch unter der Benennung „vom Lehrer des Talmuds und der Bibel", z. B. Pesachim, Seite 111: 121 'SO )1Ol7 1l7« «1PO1 «->O)1 111O1 'SO, „aUs dem Munde des Lehrers, vom Talmud und der Bibel, der es hörte aus dem Munde seines Lehrers". Sein Enkel und Jünger R. Samuel ben Meir, Raschbam genannt, schreibt am angeführten Orte : i)'2i pON -fl ON71) 1)'21 'SO 1211 121 'SO, „so hörte unser Lehrer aus dem Munde seines Lehrers und sein Lehrer aus dem Munde R. Gerschorn's". Von den Schriften des gefeierten Lehrers, citirt Raschi namentlich seinen Commentar zum Talmud, Tractat Cholin; siehe Bechorot, Seite 41. Das Sefer Ha-Pardes und andere kasuistische Werke erwähnen oft seine Ritual-Lehre. Von seiner Pietät erzählt das Sefer Chassidim Nr. 128, daß er mit seinem langen Barte in der Synagoge vor dem heiligen Schranke gekehrt habe: i'in ip' '12 iwpO V11P1 PI« ')S^> 12P12 122O. Jakob ben Jakar war sehr arm, denn er hatte kein Vermögen und wollte doch vom Unterricht keinen Genuß haben. Man erzählt, daß er beim Besuche des Gemeindevorstandes, beim König oder beim Befehlshaber jedesmal baarfuß erschien, indem er zu sagen pflegte: Ich bin arm, die andern Mitglieder sind reich; sie kommen mit Geld, ich mit Barmherzigkeit und Flehen, so daß sie mit dom Ihrigen das beabsichtigen, was ich mit dem Meinigen zu wirken suche. (Sefer Chasidim, ebend.) Daß auch der Vater von unserm Rabbiner aus Mainz kein ungelehrter Mann war, ergeht aus Raschi zum Traktat Sabbat, Seite 80 d. Kinder scheint R. Jakob ben Jakar nicht hinterlassen zu haben, wenigstens keine gelehrte, denn nirgends werden dergleichen erwähnt. Von seinen Nechtsgutachten und Entscheidungen haben sich einige erhalten. Siehe Rga. von R. Meir Rothenburg. Wenn vonR. Jsaac ben Jehuda in Kolbo Seite95 und Schebule Ha-Leket Seite83 gesagt wird, er sei ein Franzose, so bezieht sich dies auf Lothringen, sein und R. Jsaac Ha-Levi's Vaterland: '11 'lll P1L' '21 1'lli '121 ')Sl 1«21 1l7>'O .111.I' 12 p,i2' (Sefer Ha-Pardes Seite 35). .Er war ein Schüler R. Elieser's des Großen (Jbid. Seite 42) und Raschi's zweiter Lehrer, den dieser bald '112, 21 'iiO und bald pis .11112 nennt. Daß Raschi sein Verwandter war, geht aus zwei Antwort-Schreiben an ihn, die im Chofes Matmonim abgedruckt sind, hervor; stehe Seite 10 und 11. Jsaac ben Jehuda war viel jünger als Jacob ben Jakar; er erwähnt ihn, wie Raschi zu Sabbat, S. 23, berichtet: .111.1' 12 pi8' ii'2i 2^2 'i«82 ^121 2PP' 11'21 O1WO. Anfangs lehrte er in Worms (vergleiche Sefer Ha-Pardes S. 21 ä: 11171 «i"Oii ); als er aber da nicht gehörig geachtet wurde, wie der Verfasser von Hagahot Maimoniot ibsi 112I1, Kapitel 13, berichtet: 12 pi8' 1^21 «!"O1)2 fl 11L7Z^ 1^ 1Z1OL7 «Iw OZ122 2".12O «8' .111.1', so ging er nach Mainz. Hier nahm er nach dem Tode R. Jakob ben Jakar's seine Stelle ein und handhabte da die GebräuLie seines Lehrers R. Elieser ha- Gadol. Vergleiche Ascheri i"i, Kapitel 4: p.iL' i)'2ii OW2 2"'1 .l"l2 1)'«W11 1Ol1 «8))O2 )'1)1 .1111' 12 111)1 IIP''?« '21 121. Von Mainz aus verbreitete sich sein Ruf weit und breit und von allen Seiten erhielt er Anfragen, die er mit besonderer Vorliebe beantwortete. Auch Raschi correspondirte mit ihm, wie man aus vielen seiner handschriftlichen Bescheide ersieht. Aus den ersten oben erwähnten gedruckten Antworten an Raschi geht hervor, daß R. Jsaac ben Jehuda ein Levite war, was sich in den Tosafot zu Succa Seite 36 bestätigt findet. Denn was Raschi dort Seite 35 d. im Namen seines Lehrers „R. Jsaac ben Levi" erwähnt, geben die Tosafot im Namen „R. Jsaac ben Jehuda ha-Levi". Daß hier aber nicht vom dritten Lehrer „R. Jsaac ha-Levi" die Rede sein kann, beweist der Vatername „Jehuda", weil der Name des Vaters von Raschi's drittem Lehrer nicht „Jehuva", sondern „Clasar" war.

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