Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1865)
- Date
- 1865-12-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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- Oradea 1× ep/1002404
- Tunis 1× ep/1048155
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Beilage zu Rr. 52 des Israelit. Zeitungsnachrichten «n- Correspondenzen. Preußen. Delgard (Pommern), den 17. December. Der WohltMigkeitSsinn unserer Gemeinde hat sich jetzt wieder auf's Schönste bewährt. Nachdem ich 's n>L"? einen Vortrag über Wohlthätigkeit in der hiesigen Synagoge gehalten und dargethan habe, wie diese, nach dem Ausspruche des 'nm p die schönste Perle in der Krone des jüdischen Lebens ist, veranstaltete ich einen Tag darauf eine Kollekte für unsere Glaubensgenossen in Palästina und diese ergab eine Summe von ZSTHlr., welche für eine kleine Gemeinde, die kaum 40 Familien zählt, als eine sehr hohe zu bezeichnen ist. Ferner entwickelt der hiesige Frauenverein eine sehr rege Thätigkeit. Am wni rQw fand eine Verloosung von Gegenständen statt, die von Damenhänden gearbeitet und dem Vereine geschenkt waren. Der Ertrag der Loose war ebenfalls ein gesegneter, denn es kamen über 40 Thlr. ein. Die Tendenz des Vereines ist, Wohlthätigkeit zu üben an arme Wöchnerinnen und an unbescholtene jüdische Mädchen, die sich verheirathen wollen. Möge Gott die edlen Spenderinnen, die sich für einen so edlen Zweck interessiren, segnen. Auch in unserer jüdischen Schule findet, wie jedes Jahr, am Chanukahfeste eine Verloosung von Schulgegenständcn statt. Dieser geht das Anzünden der Cahanukahlichtern und der Gesang des Liedes 'ripnr" npv voran. Möge der wohl thätige und fromme Sinn unserer Gemeinde sich lange Zeit erhallen. R. BendiL. Oesterreichischer Kaiserstaal. Großwardein im December. (Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter : strebt nach ihrem Orte und wirft Strahlen dahin. Ko Hel et.) Heute habe ich in diesen geschätzten Blättern von unserer Gemeinde eine schöne und nachahmungswürdige That zu registriren; eine That, welche von dem neu erwachten Bestreben und Interesse für das Gesetzesstudium zeugt; es ist dies die Gründung eines Talmud - Vereins. Mit Genehmigung des löblichen Gemeindevorstandes gelang es dem energischen Auftreten des hiesigen intelligenten und ehrwürdigen Rabbiners, der in einer sehr schönen und gehaltvollen Rede die große Tragweite und die hohe Bedeutung eines solchen Vereines, sowie dessen wohlthütigen Einfluß auf das religiöse Gemeindeleben sehr treffend auseinandersetzte, dem schon längst prvjekiirten Vereine Lebensfähigkeit zu geben; das ernstgemeinte Wort fand Anktang bei den für das Gute und Edle empfänglichen Zuhörern, und Jeder, dessen Herz noch nicht ganz gegen die Eindrücke der Wahrheit und Religion verhärtet ist, eilte, zu der Gründung und Aufrechthaltung dieses schönen Vereines lein Schärflein beizutragen. Die Mitglieder dieses Vereines haben sich die Verpflichtung auserlegt, allmonatlich einen bestimmten Beitrag zu zahlen; dieser wird, dazu verwendet, zwei fromme und gelehrte Männer zu honoriren, die dagegen verpflichtet sind, allabendlich im Beth Hamidrasch den Vereins Mitgliedern Talmud vorzutragen; ich schließe meinen Bericht mit dem Wunsche, daß mir noch recht oft die Gelegenheit geboten werde, von unserer Gemeinde Rühmliches und Nachahmungswü.diges berichten zu können, mit dem fernern Wunsche, daß dieser gviiaeweihte Verein eine Pflanzstätte für Religiosität und "Gottesfurcht in unserer Mitte werden möge. I. Spitz, Rabbinats-Candidat. Frankreich. Paris. (Jüdische Briese von Albert Cohn. Fortsetzung.) Die Juden mietheten daraus einen Nachen und stachen ins Meer: siehe da, das Sepber schwamm hinzu, und wurde daraus feierlich in die Synagoge gebracht, wo es eine Ehrenstelle einnimmi. Man bedient sich desselben nur bei Feierlichkeiten und bei Eidesleistungen; eine gewisse Anzahl Lampen brennen vor ihm und mitten im Gottesdienste kommen die maurischen Frauen, betrübt wegen der Krankheit eines Kindes oder besorgt um die Abwesenheit ihrer Männer, treten vor die heil. Lade hin, werfen sich vor dem Sepher nieder, murmeln einige Phrasen, lassen Geld, Oel oder eine sonstige Gaben zurück und entfernen sich wieder, ohne die jüdische Bevölkerung im Geringsten gestört zu haben, die in ihrem Gebete fortfährt. Ich hatte die Ehre, mich mit dem Marschall Randon, dem Gouverneur der Stadt, zu unterhalten, der von einem Streiszuge nach Tebessa zurückgekommen war, und der mir in jeder Beziehung seinen Beistand versprach. Während meines kurzen Aufenthaltes zu Bona eröffnete ich eine kleine Schule, indem ich der dortigen Jugend einige Unterrichtsstunden gab, die ein Unterlehrer fortsetzte. Diese Schule ist jetzt eine der besten in Algerien, auch befindet sich die Bevölkerung in einem vortrefflichen Zustande. Den Verkehr zwischen Tunis und Constantine vermittelt diese Stadt, die ganz einen europäischen Anstrich hat. Von Philippeville begab ich mich »ach Konstantine, wo ich Alles in einem wahrhaft barbarischen