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Der Israelit · 1865-12-27 · Heft 52 (27.12.1865) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 52 (27.12.1865)
Date
1865-12-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nein! der Lehrer muß ja Privatstunden geben, da er zu wenig gezahlt bekommt, und: die Schule ist kein Cheder! warn«? darum! — denn eine andere Logik kann ich aus der, von Herrn Leopold Wollner übrigens mit einer guten Anzahl von argen Sprachschnitzern versehenen Kritik „der alten Schule, resp. Cheder" nicht heransfinden Die Prosa des H. W. bringt freilich zürn Schlüsse auch einen mehr" positiven Gedanken zum Ausdruck. „Man möge," meint nämlich Herr W., „Talmudvereine gründen, wo die befähigten angestellten Lehrer, außer den gesetzlichen Schulstunden ausschließlich hebräische talmudische Gegenstände vortragen, wofür sie auch besonders honorirt werden" . . . rc. — Wie naiv! Meint denn der Kcitiker der Gemeinden und Rabbiner,, der gewiß wohlmeinende, Rathzeber — meint er denn aber wirklich, daß jeder, oder recht viele in unserem Lande angestellte Lehrer das hebräisch-talmudische Wissm so bei der Hand haben und von demselben einen so ausgedehnten Gebrauch zu mach nwissen, wie er, -er Herr Kritiker selbst'? Dem sei indessen, wie ihm wolle, die Gemeinden danken gewiß recht schön für den Vorschlag, antworten aber eben so gewiß: Mit solchen nmp sind wir versehen! Ich frage aber, ob dieß der Weg sei, den der „jüdische Schuldste" einzuschlagen habe, um wirklich zum Heile zu führen; und ob man nicht, trotz der Versicherung der „Redaction": der „Sch. B." solle kein rubn werden, an dem vollkommenen jüdischen „Wollen" desselben, schon nach dieser ersten Nnmmer, ganz und gar irre werden müsse. —- Zum „Können" dieses neuen Organes übergehend, gebe ich gewiß zu, daß vollkommenes Können nicht des Menschen Sache sei. Nichts desto weniger glaube ich, gar nicht unbescheiden zu sein, wenn ich sage: Ein Schulblatt muß vor allen Dingen korrekt sein. Diese erste Nnmmer des „j. Sch. B." wimmelt aber von sprachlichen und logischen Fehlern — und finden sich diese grade in dem, von Herrn Wollner, gegen „dis alte Schule resp. „Cheder" gerichteten Artikel in so erschrecklicher Menge, daß ich versucht werde zu glauben, der Rachegeist der alten „Cheder's" habe es Herrn Wollner angethan. — Dabei will ich gerne absehen von den in besagter Nummer vorkommenden orthographischen Inkonsequenzen als or sind: „redigiert," „Präsentierung re. und „protektirt" — konsumirt rc. „Visitte" — „imense" u. s. w. die ich alle recht gerne einer Caprice des Setzers oder der Druckerschwärze in den Schnh schiebe. — Herr Wollner hätte seine Helle Freuoe daran finden können, wenn er gesehen hätte, wie ich, versuchsweise, einem junge« Schüler, der den größten Theil des Tages und einen guten Theil der Nacht über, dem „Hebräisch-Tal-nMschen* und einige Stunden prosaneu Gegenständen obliegt — also so einem armen Lhsder- „Lehrobjekte", um in Herrn W.'s Faxon zu reden — die erste Nummer des „j. Sch. B." zur Korrektion übergab — und wie dieser dr, besonders aus Seite 4, 5, 6, den rothen Stist so behend handhabte. — Es folgen hier die Stellen, die in die Korrektionsabtheilung des „j. Sch. B." hinsingehören. Sette 1. Spalt; 1.: „und da ist es herkömmlicher Brauch, daß . . . bekannt machen müssen." „Brauch" und „müssen" widersprechen sich. — Spalte 2.: „Allem dies hieß dm Kamps aus .. . fremdem Boden führen." Welchen Kampf? Seite 3. Spalte 2. in dem Art. „Gruß an . . . von S. Blum Lehrer in Neu Verbaß": „dann wirst du ein wahrer Bote . . . und deine Schritte segenbringend werden." Muß wohl heißen: deine Schritte wsroen u. s. w. Seite 4. Spalts l. in oem Artikel „Ein Wort über . . . von I. Brechtheim": „Doch nun . . . darf nichts . ... in die Seele .... hinsingetragen und an gedichtet werden." Ebendas.: „Wir wissen . . k Und eben weil ich weiß." Ebend. Spalte 2 in dem Art. „Der hebräische Unterricht ... von Leopold Wollner": „Der hebräische Unterricht, . . worüber jahrnlang. . . adgehandelt wurde, ohne zu einem . . . Resultate zu gelangen." Soll wohl heißen: ohne, daß ein . . . erlangt worden wäre. Ebend.: „Gegenstände an Quantität und Qualität überwiegend, ihrem . . . unentwickeltem Geiste auszubürden". Was „überwiegen" die „Gegenstände" „an Quantität"? Doch wohl nicht den Geist! Seite 5, Spalte 4 in demselben Art. „Fassen wir diele Stimmen zusammen. . . wis's . . . verlangt wir.d". Hat das Sinn? Edend.: „Als Fortsetzung . . . Q'Nlvrr-, . . . weil . . . leichtsaßlicherm . . . zugänglicher . . . mehr erwirkt . . . mehr anregt . . Als was denn? — Ferner: „Auch die Heroen jüdischer Größe tragen zur Characterbilvung ihr Sch ärslein bei" (!!) Soll wohl heißen: Auch tragen die Heroen u. s. w., und dann danken diese Heroen dem Herrn W. für dieses Kompliment. Ferner. „Nothwendiger Wüss können dis Psalmen schon aus diesem Grunde nicht . . . weil ein großer Theil der Gebetstück; drraus kombinirt sind, um auch die . . . inhaltreiche, belehrende „Sprüche SalomonZ" dürfen nicht fehlen" — der seine, sprachgewandte Satiriker! — Ferner: . machen zusammen ein Quantum von . . . summa snmmarnm . . ." Schön das! Ferner : „Zudem müssen dem Lehrer (2 Stunden zu Gebote stehen) sich . . . vorzubereiten und zur Ausbesserung . . Ferner, noch immer auf derselben Seite und Spalte: „Das Kind mus . . . natürlich und nothwendig . . ." (!) Ebend. Spalte 2: „Mm wird uns emMwenden suchen, daß die alte Schule resp. Cheder

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