Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1865-12-27 · Heft 52 (27.12.1865) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 52 (27.12.1865)
Date
1865-12-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447193-2447244--03940-2459368
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

ertrug den harten Umschlag seine- Geschickmit vielem philosophischen Gleichmuthe. Der größte Theil seiner früheren Freunde und beschenkten Bewunderer vergaß den armen alten Mann gänzlich, der oftmals Wochenlang keine warme Nahrung halte und sich mit Brod, Bier und ferner steten Begleiterin, der Cigarre, begnügte. Glaubensgenossen ließen ihm, — ehrend sei es erwähnt — eine regelmäßige Unterstützung zukommen. Im tiefsten Elende starb der interessante Mann und — Niemand folgte seiner Leiche." (Anm. der Red. des Isr.: Dies ist nicht ganz richtig; es folgten einige Verwandte und zwei Mitglieder der Mainz. Herr Kolb, der bekannte Statistiker, veranschlagt die Zahl der in Deutschland lebenden Juden ans 465,600. Mit den in Oesterreich und Preußen wohnenden beläuft sich dieselbe auf 1,505,600. D München, 16. Dec. Seit einiger Zeit wird hier ein gelernt, zu welchem täglich zahlreiche Teilnehmer sich einfindcn, was immerhin insofern als freudiges Ereigniß begrüßt werden muß, als hiedurch neuerdings der Beweis geliefert wird, daß G. s. D. die wieder zurDlüthe zu kommen bestimmt ist, und immer mehr neue Streiter sich um ihr moikstätisches Panier zu schaaren beginnen. — Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß es hier in der Thal noch Familien gibt, deren Haus in Wahrheit ein nzn ist. — Aus Baden, den 29. November. Das „bad. Centralbk." entbätt einen eingehenden statistischen Aufsatz über die Bewegung der israelitischen Bevölkerung im Großherzogthum seit dem Jahre 1855, insbesondere über die Bewegung seit Einführung der bürgerlichen Gleichstellung der Israeliten. Der Aussatz gelangt zu folgenden Ergebnissen: t) die Einwanderung der Israeliten in die größeren Städte des Großherzcgthunis hat in neuester Zeit bedeutend zugenommen, namentlich nach Mannheim, Freiburg, Konstanz, Karlsruhe, Heidelberg, Bruchsal. Diese Einwanderung dürfte sich in den nächsten Jahren noch wesentlich steigern, wenn die beiden Gesetze vom 4 Oktober 1b 62 (über die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten und über Niederlassung) sich mehr eingelebt Hal en. 2) Was die mittelgroßen Städte anbelangt, so zeigt sich nur bei Offenburg eine besondere Vermehrung der israelitischen Bevölkerung. Bei den übrigen dieser Städte, ist sie kaum anzuschlagen. Bei Weinheim tritt 1864 sogar ein Weniger gegen das Jahr 1b 61 zu Tage. 3) Im Verhältniß zur Einwanderung in die größeren Städte hat die israelitische Bevölkerung in den von Israeliten vorzugsweise bewohnten Landbezirken abgenommen; am bedeutendsten in den Amtsbezirken Sinsheim, NcSarbischofsheim, Radolfzell, Ettercheim, Eppingen. 4) Zn den Landgemeinden, welche die stärkste israelitische Bevölkerung enthalten, zeigt das Jahr 1858 die höchste Zahl, von da an geht sie abwärts Zwei Gemeinden des Amtsbezirkes Radolfzell zeigen eine erhebliche Abnahme, nur eine Gemeinde daselbst hat unbedeutend zugenommen. Die beiden Gemeinden des Amtsbezirkes Ettenheim liefern ein ganz verschiedenes Bild, Altdorf ist von 313 auf 270 zurüSgegcmgen, Schmieheim dagegen von 546 auf 580 gestiegen. Stuttgart, den 12. Dezember. Am Schluffe der gestrigen gemeinschaftlichen Sitzung des Stistungsrathes und Bürgerausschusses, in welcher die Festsetzung der Gehalte der Lehrer an den Volksschulen stattfand, wurde dem Strstungsrathe in besonderer Sitzung ein Erlaß der gemeinschaftlichen Stadtdirektion eröffnet, nach welchem in Zukunft Israeliten von der Therlnahme an den Verhandlungen des Stistungsrathes ausgeschlossen sein sollen. Hiedurch wird die bisher hier geltende Uebung, nach welcher die Theilnahme der Israeliten unbeanstandet war, abgeändert. Der Stiftuugsrath beschloß mit Stimmenmehrheit, Beschwerde gegen diese Verfügung zu erheben. Gegenwärtig ist l)r. Ad. Lev i, Mitglied auch des hiesigen Kirchenvorsteheramts und der Kgl. isr. Oberkirchenbehörde und Vorstand des isr. Waisenhauses, im Bürgerausschusse der Residenzstadt. Ihn träfe also der Ausschluß. Oesterreichischer Kaiserstaat. Cfongrsd am 19. November. (Schluß.) Welchen Begriff soll ich mir aber, dem bisher Gesagten gegenüber, von dem „Wollen" des „j. Sch. B." machen, wenn derselbe in seiner ersten Nummer nichts Besseres und Dringenderes zu thun hat, als, neben der Erklärung, „Friedensbote" sein zu wollen, Gemeinden und Rabdinen zu haranguircn, über „Cheder" und Chedermönner zu spötteln; wenn er, wie in einem regelrechten Krämerconto, die Posten von Chumesch-, Newiimrc. Kapiteln zusammenstellt und fummirt, um den „israelitischen Lehrern und Schulfreunden" das höchst Ungebührliche der von dm Gemeinden und Rabbinen gestellten Forderungen recht klar zu machen — wozu dann noch zuletzt das oorpus äelicti „Kommentar Rafchi" kommt, um das Maß des Verbrechens voll zu machen — was „rmü" da der friedliche „j. Ech. B"? Was „will" der „j. Sch. B ," wenn er in einem mit : „der hebräische Unterricht re.", «verschriebenen Artikel von Herrn Leopold Wollner die Anzahl der von den Gemeinden beanspruchten Unterrichtsstunden mit 10 beziffern läßt, (welche Ziffer, wie der ganze Artikel, auf ironischer Entstellung beruht) um dem Herrn Verfasser Gelegenheit zu dem Ausrufe zu geben: „Ist aber diese- Vorgehen denkbar?" — und zu der naiven Antwort:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.