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Der Israelit · 1865-12-13 · Heft 50 (13.12.1865) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 50 (13.12.1865)
Date
1865-12-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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746 i j vor Fragen, die auf dem Boden des historischen Rechtes basirt sind, zurückzustehen habe. Wird aber die Repräsentanz der edlen ungarischen Nation ihrem ersten Schritte in den Landtagssaal dieses mittelalterliche Bleigewicht anhängen wollen; - und könnten wir uns hiefür mit der Aussicht trösten, daß, im langen Verlaufe der Session, oder — späterer Sessionen dieses, die h. Repräsentanz im freiheitlichen Gange behindernde, auf uns, Söhne Israels schwer drückende Bleigewicht gelegentlich entfernt werden und — im Abgeordnetenhause erst für uns das 19. Jahrhundert aufgehen könnte? — Nein! Vom 19. Jahrhundert aus tritt die Repräsentanz in den Landtagssaal — und da steht, wenn auch durch keinen Sohn Israels reprasentirt, — unser gutes Recht und ruft weiter nichts, wie das eine Wott: Recht! — Recht, internationales Recht, das nicht erst der Transaktion, nicht erst der Rechtsanalyse oder einer Opportunitätserörterung, sondern einfach dessen bedarf, daß die h. Versammlung — ein Stuck Mittelalter ausstreiche; daß sie, am Anfänge ihrer gesetzgeberischen Tätigkeit es laut verkünde, daß diese Thätigkeit für alle Landeskinder, ohne Ausnahme beginne und daß deren Resultate, ebenso ausnahmslos allen ungarischen Bürgern gelten werden. Wir haben es umsomehr für unsere Pflicht erachtet, Ew. Wohlgeb. in diesen Zeilen den Standpunkt zu bezeichnen, von welchem aus wir uns berechtigt hielten, die Hoffnung auf die demnächst erfolgende Emancipation der Israeliten in Ungarn und die Erwartung auszusprechen: Ew. Wohlgeb. werde diesem großen Interesse der ungarischen Iudcnschaft ein warmberedter Fürsprecher sein, als wir uns von dem Humanitätssinne und der Gerechtigkeitsliebe Ew. Wohlgeb. überzeugt halten und — gerne — noch immer der Hoffnung Raum geben, Ew. Wohlgeb. dürfte vielleicht in Ihre Worte einen weniger kategorisch abweisenden Sinn gelegt haben, als wie wir ihn der Antwort Ew. Wohlgeb. entnehmen zu müssen glaubten. Im Uebrigen verharren wir in ausgezeichneter Hochachtung und in dem Wunsche, der Allgütige wolle alle humanen Vertreter Ungarns auf dem Wege ihrer großen Mission erleuchten und stärken. (Folgen die Unterschriften.) Frankreich. Avignon. Zwei Brüder in den Jünglingsjahren, aus einer Stadt Eentralsrankreichs, wurden durch ihre katholische Mutter zu Herrn Rabbinen Mossö hierher gebracht, damit sie dieser in der jüdischen Religion unterrichte. Ihr Vater, ein Israelit, der sie in den Bund Abrahams einführen ließ, war vor einigen Jahren gestorben. Die Mutter, in dankbarer Erinnerung an ihren Gatten, erzog sie nach den Principien der jüdischen Religion, unter der Führung eines israelitischen Lehrers. Herr Rabbiner Moffä ist nun im Begriffe, das Werk zu vollenden. (Archives Jsraelites.) Rußland und Polen. L An den polnischen Volksschulen werden jetzt auch jüdis.be Religionslehrer für die Schüler unseres Glaubens angefteüt; seither war nur für den Religionsunterricht, katholischer, protestantischer und russisch-griechischer Kinder gesorgt worden. — Es ist diese Errungenschaft um so mehr erfreulich, als diese Einrichtung selbst an den süddeutschen Volks-Schulen noch nicht getroffen ist. Türkei. Eonstarrtinoptl. Einen bedeutenden Schritt, dem Lichte der Civilisation entgegen, hat man unlängst auf der Balkanhalbinsel gethan. Der Sultan hat beschlossen, daß für die Folge die Rabbinen, die katholischen Prälaten, die griechischen orthodoxen Bischöfe neben den Kadis und Muftis zu Gerichte sitzen dürfen. Bald wird die Pforte manchem anderen -uropüifchen Staate als Muster der Toloranz corgehalten werden können. Brasilien. St. Parrlv Ein Correspondent schreibt dem „Aniv. Jsr." vom 3. Oktober: Ich habe das Vergnüg, n, Ihnen anzeigen zu können, daß selbst in unserm streng katholischen Lande die hier lebenden Israeliten - ihr-? heilige Religion nicht vergessen. Unsere zwei größten Tage des Jahres, Rosch Haschanah und Jom Kippur sind hier von einer kleinen Gemeinde mit Legeisterung und Pietät g feiert worden. Entfernt von seinem Geburtslands wird der j Jude an diesen großen Festtagen, nicht allein durch! die Religion, sondern auch durch das Andenken an > seine entfernten Familienangehörigen zu einer Andacht hingerissen, die in den Gemüthern einen unbeschreib-! lichen Eindruck hinterläßt.! Herr Joseph Worms und seine Frau, die einzige! jüdische Familie dieser Stadt, haben ihr Hans zum j Bettvkale hergegeben und fünfzehn Religionsgenoffen : ans der Provinz St. Paulo aus die gastsreundschastlichste Weise bewirthet." Unwillkürlich werden wir hierdurch an da- Prophetenwort PP22 nun ip'vV' erinnert. Hier»» zwei Beilage«. BeranrwarUiche B^attio«: v». Lehman». — Vertag -er Le Nourächen Hof-nchhandlung. — Dampf-Schnellpreffendruck von I. G»ttSle-en in Rnurz.

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