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Der Israelit · 1865-12-13 · Heft 50 (13.12.1865) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 50 (13.12.1865)
Date
1865-12-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage;« Nr. 5V des Israelit. Leitender Artikel. Nach einmal Lder die Jeschiday -Angelegenheit. Von Rabbinrr vr. LiIäeZkejmer in Eisenstadt. II. Hinsichtlich der Geschichte der Kultusgemeinden und der damit verbundenen Jeschiboth, hat man wenigst ens in Bezug auf Ungarn keine so alten Data wie etwa in Bezug auf Deutschland und Polen zu erwarten. Das Alter der ältesten Gemeinden dürste kaum über dreihundert Jahren hinausgchcn. Ungarn ist einer allgemeinen Tradition zufolge (genauere historische Quellen hierüber, wie eine Statistik, stehen mir nicht zu Gebote, existiren wohl auch nicht) elst seit der Vertreibung der Juden aus Oesterreich (bereits 1416- 20 "Hin R.-G.-A. 241 bis noch 1670 ron Wien) mit Jud.n bevölkert, und dürsten wohl Preßlurg, wo eine 300jährige Trcdttion exisiirt, und Altosen, wo bekanntlich '2LNQ''7>p2 nnr die Mitte des 6. Jahrhunderts in der 7v-ip.->) sungirte, die ältesten Gemeinden sein. Späterhin wurde, nachdem in den österreichischen Erblanden die allgemeine Wehrpflicht zum Gesetze erhoben, das Land um das bedeutende Conlingcnt derjenigen, welche sich durch die Uebersiedelung nach dort und durch Noturalisirung daselbst dieser Nothwendigkeit entzogen, sowie auch derjenigen, welche in den Kronländern durch peinliche oder auch nur pekuniär empfindliche Strafurtheile bedroht waren, während nach der ungarischen Verfassung jeder Edelmann durch Asylverleihnng in seinem unnahbaren Hause, die Folgen jener richterlichen Erkenntnisse ganz illusorisch machen konnte, sehr bedeutend colonisirt. Wohl war auch hier ein Schutz- Derhöltniß der Juden; der Schutz wurde von dem Adel und den Städten ausgeübt, die denselben auch nach Willkür kündigen konnten; indessen war auch hier wie so ost die Logik der Thalsachen viel humaner, als die des Buchstabens, und kam hier unsern Glaubensgenossen, ganz besonders jene noch jetzt bestehende ganz eigenthümliche Verfasfungsform des Landes zu Gute, nach welcher den einzelnen Comitaten, das größte Ansmaß von Selfgoveinement zugestanden wird, wodurch das Wohl und Wehe der „Geduldeten" in der Regel viel mehr von weit leichter zu zu bearbeitenden Personen, als von den öffentlichen Verhandlungen und aufregenden Debatten des vielköpfigen Landtages abhing. Wohl gab es bis zum Jahre 1848 noch viele, unseren Glaubensgenossen strengstens verbotene Städte und Bezirke, desto humaner jedoch waren die denselben freundlichen Comilate und deren Beamten. Das Jahr 1848 jedoch riß alle gegen uns gezogenen Barrieren nieder, und je größer das b,s dahin gewaltsam zurückgestante Vedürfniß war, desto mehr machten die Betherligten von der nunmehr gestatteten Freizügigkeit Gebrauch, und es entstanden größere Gemeinden, wie in Erlau, Földvar, wo früher um wenige Familien entweder nur factisch oder höchstens durch specielle Sckritzbriefe tolerirt waren. Die Physiognomie der alten Gemeinden hat sich selbstverständlich durch diesen Wegzug meistentheils der Wohlhabenderen, die ihren Wohnsitz entweder in Wien oder Pesch, oder wenigstens in einer größeren Handelsstadt, wodurch schnell große Gemeinden entstanden, nahmen, geändert, ja es baben sich wohl hierdurch einige kleinere Gemeinden ganz aufgelöst, doch ist diese Veränderung, so empfindlich sie für die betreffenden Gemeinden ist, im Ganzen nicht so verhängnißvoll und nicht gar so destructiv wie anderswo, und haben sicherlich fast alle große Gemeinden noch ihr altes Naturell. In den größeren Gene enden waren, wie schon erwähnt, unter der Aegide ihrer bedeutenden Rabbiner theilweise von europäischem Rufe auch entsprechende So hatte schon hier O'i.-iv (gcst. iprr) eine solche; begleichen Prcßburg, wovon weiter unten. Jnoeß liegen diese älteren Daten meinem gegenwärtigen Zwecke ziemlich fern; ich gehe daher, mich mit diesen wenigen Aphorismen begnügend, zur llebersicht der Gemeinden und Lehr schulen der letztvergangenen und der jetzigen Generation über, und zwar ausschließlich auf die in Mäbren nnd Ungarn, und werde ich zur besseren Beurtheilung. wie groß die Vertretung dieser ersten moralischen und intellektuellen Macht des JudenthumS in den einzelnen Gemeinden, mit jedesmaligen ungefähren Zahlverhältniffen an geben. In Bezug auf Mähren, ist hier nun vor allem aus der lrtztvergangenen Zeit Nikolsburg (mit circa 600 Mitgliedern) zu nennen. Hier war der Sitz des Oberlandrabbinates für Mähren und seit Jahrhunderten der ersten Celebritäten von europäischem Ruse, wie -.rl PX571 12NQ *?P2 '7I5P2LX u. A. Hier blühte in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts (unserer Rechnung) VP2P2 dessen 7>2'L"> ungefähr 80 ",N2 zahlte, nnd aus welcher Sterne erster Gr^ße, wie prrän p"p1 P'LV MLN b"i Vvpup TlQbv ^7iQ der später bekanntlich selbst diesen Sitzeinnahmu.i"2r« i«OOrr rrnrn' 2->n 1) NievM', .-,2^71 7IPQP2 D5bi 7I2'L"2 (^2 pbnv NO1PN) O'2'VPV.-t'

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